Birkenheide
Für die Artenvielfalt: Brachfläche wird zur Oase
Seit April hatten bis zu 20 ehrenamtliche Helfer die Brachfläche in Höhe der Kreuzung Weisenheimer Straße und Birkenweg umgestaltet. Mit „viel Herzblut und Engagement“ seien etwa 600 Arbeitsstunden geleistet worden, berichtete Thomas Hebich, Vorsitzender von Artenerben, bei der Einweihung.
Nachdem der vor rund einem Jahr gegründete Verein sein erstes Projekt in Maxdorf abgeschlossen hatte, habe man sich 15 Flächen in Birkenheide angeschaut. Entschieden hat man sich dann für die Gestaltung des Geländes am Ortseingang, weil das von vielen Bürgern wahrgenommen werde, erklärten Hebich und das Vorstandsmitglied Gerhard Kassel. Das Gemeindegrün solle „eine Schaufläche für naturnahe Gartengestaltung sein“, sagte Günter Noss, stellvertretender Vorsitzender von Artenerben, der die Umgestaltung organisiert hat. Gartenbesitzer sollen hier Anregungen bekommen, wie sie zur Biodiversität beitragen können, erläuterten Noss und Joachim Hegmann. Der Gärtner aus Limburgerhof hat beim Projekt sein Fachwissen eingebracht. Außerdem hat das Forschungsinstitut RLP AgroScience den Verein beraten. „Wir wollen sensibilisieren und Multiplikator sein“, betonte Noss.
Während geredet wurde, flatterten Schmetterlinge über ein Staudenbeet und über Wildsträucher auf dem Gelände, Insekten surrten über eine kleine, von den ehrenamtlichen Helfern angelegte Feuchtmulde; eine Eidechse flitzte aus einer Trockenmauer hervor, die an einem eigens angelegten Erdhügel errichtet worden war.
Im zweiten Jahr wird es blühen
Bei der Gestaltung des Gemeindegrüns sei darauf geachtet worden, dass die Pflege wenig Arbeit macht, sagte Noss. So seien Stauden gepflanzt worden, die, nachdem sie angewachsen sind, nur noch bei großer Trockenheit gegossen werden müssen. Dass die Blumenwiese bisher eher eine Grünwiese ist, sei normal, versicherte er. In der Anfangszeit setze sich das schnell wachsende Gras gegen die Blumensamen durch, doch im zweiten Jahr kämen auch die Blumen zum Zuge.
In einer Ecke des Geländes liegen einige Holzstämme und Zweige. Nicht etwa, weil es Überreste der Umgestaltung sind: Die hier angelegte Totholzecke soll ein Lebensraum für Insekten, Vögel und Igel sein. Das gilt auch für eine Benjeshecke, die aus Holzpfählen besteht, die in zwei Reihen aufgestellt wurden und zwischen denen Grünschnitt aufgeschichtet wurde.
Das Areal soll ein „Ort der Entspannung“ sein, erläuterte Noss weiter. Damit das möglich ist, hat der Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde Maxdorf eine Sitzbank gespendet, eine weitere soll noch aufgestellt werden. Lob bekam der Verein Artenerben von Vertretern der Politik. „In der Verzahnung aus ehrenamtlichem Engagement und kommunaler Unterstützung ist ein beispielhaftes Projekt entstanden“, sagte Karin Eder, Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität. Das Ministerium hat zu den Kosten von rund 27.000 Euro für die Umgestaltung einen Zuschuss aus der Aktion Grün gewährt.
Viele Geldspenden und unbezahlbares Ehrenamt
Für Birkenheide und die ganze Verbandsgemeinde Maxdorf „ist ein Aushängeschild entstanden“, freute sich Verbandsbürgermeister Paul Poje (CDU). Die dafür geleistete ehrenamtliche Arbeit sei unbezahlbar. Er erinnerte daran, dass der Verbandsgemeinderat ohne Diskussionen 5000 Euro für das Projekt bewilligt hat. Und er hofft sehr, dass die Fläche nicht durch Vandalismus zerstört wird.
Sie habe auf dem Gemeindegrün ebenfalls Eidechsen und Bienen entdeckt, berichtete Juliane Popp (CDU), Erste Beigeordnete von Birkenheide. Durch die Idee von Artenerben sei eine sehr schöne Fläche entstanden. So ein Vorbild sei weitaus zielführender, als Bürger mit Regeln und Vorschriften zu gängeln, meinte Popp.
Die Ortsgemeinde hat sich mit 1700 Euro an den Kosten beteiligt. Das in Birkenheide ansässige Bauunternehmen Schanzenbächer hat kostenlos die Erdarbeiten übernommen, und weitere Betriebe sowie Bürger haben gespendet. Der Birkenheider Ludwin Kassel wird das Gemeindegrün pflegen, bei Bedarf unterstützt von Artenerben.