Rhein-Pfalz Kreis „Fünf Minuten für 500 Milliliter“

Mutterstadt. Beim Ortsverein Mutterstadt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kann am Montag wieder Blut gespendet werden. Im Vorfeld spricht Schriftführer Hans-Werner Hammer über die nötigen Voraussetzungen für eine Spende und warum er bis zu sechsmal im Jahr spendet.
Ein leichter Schnupfen ist nicht schlimm. Außerdem entscheidet der Arzt vor Ort von Fall zu Fall, ob gespendet werden darf oder nicht. Es kann also passieren, dass Sie jemanden wegschicken müssen? Ja, auch zur eigenen Sicherheit. Es kann sein, dass sich jemand zum Spenden bereit fühlt, aber zum Beispiel zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck hat. Welche Ausschlusskriterien gibt es noch? Medikamente, eine OP, Urlaube in Nicht-EU-Ländern, zum Beispiel in afrikanischen Regionen. Danach sind Menschen eine bestimmte Zeit ausgeschlossen. Wer Eisenmangel hat, sollte auch nicht spenden. Das kommt bei Frauen häufiger vor. Wie oft darf ein Mensch denn Blut spenden? Männer dürfen vier- bis sechsmal im Jahr, Frauen nur viermal. Das hängt mit der Menstruation zusammen. Sie sollen ihren Körper nicht zusätzlich schwächen. Es zählt bei der Rechnung übrigens nicht das Kalenderjahr, sondern immer 365 Tage ab dem Tag der ersten Spende. Die Teams kommen auch in der Regel nicht häufiger zu den Spendenorten. Wie viele Leute kommen zur Spende? Es kommen mal 40 Leute, aber auch mal mehr als 60. Das hängt von Faktoren wie Urlaub- oder Krankheitszeiten ab. Die meisten Spender kommen regelmäßig. Ich erinnere mich an einen 75-Jährigen, der mehr als 140 Mal Blut gespendet hat. 75? Liegt das Höchstalter nicht bei 65? Das war einmal. Mittlerweile geht es bis 72. Die Menschen sind ja heute in dem Alter fitter als noch vor 20 Jahren. Und wenn der Hausarzt ihnen bestätigt, dass sie gesund sind, können sie auch noch länger als bis 72 spenden. Sie organisieren die Blutspende über den Ortsverein. Wie läuft das ab? Wir besprechen in einer Sitzung, was ansteht, geben Plakate aus, teilen das Personal ein und bereiten den Saal vor. Am Spendetag wird nachmittags der Saal vorbereitet. Das Team vom DRK-Blutspendedienst West, der seinen Sitz in Bad Kreuznach hat, kommt zwischen 14 und 15 Uhr und bringt die Gerätschaften für die Blutentnahme mit. Dann wird aufgebaut und noch mal alles desinfiziert, bevor es losgeht. Aber einfach reinkommen und auf den Stuhl setzen, so läuft es ja nicht. Sie haben ja schon die ärztliche Untersuchung erwähnt. Stimmt. Zuerst wird bei mir ein Formular ausgefüllt. Darin wird angegeben, ob jemand Krankheiten hatte und wie er die letzte Blutspende vertragen hat. Dann geht es zum Arzt. Gibt der sein Okay, wird Blut für einen Vortest entnommen. Darin werden die Eisenwerte geprüft, und es wird Fieber und der Blutdruck gemessen. Erst danach, wenn alles in Ordnung ist, darf gespendet werden. Angst haben muss niemand, es ist ja nur ein kleiner Piks. Wie lange dauert so eine Spende im Durchschnitt? Die Spende selbst kann zwischen sieben und zwölf Minuten dauern. Ich bin mit der reinen Blutspende meistens nach fünf Minuten fertig. Das Blut, das zum Testen abgenommen wird, nicht mit eingerechnet. Fünf Minuten für 500 Milliliter? Respekt. Bei mir läuft es halt gut. (lacht) Ich kann auch direkt nach der Spende aufstehen und mich wieder am Empfang an den Computer setzen und weiterarbeiten. Sie spenden also auch bei den Terminen in Mutterstadt? Ich mache eigentlich bei jeder Spende mit, mindestens viermal im Jahr, aber meistens fünf- bis sechsmal. Ich spende seit 2005. Meine 40 Spenden habe ich schon voll und gehe so langsam auf die 50 zu. Mir macht es Spaß, und ich fühle mich nach der Spende gut. Das geht vielen Menschen so. Ich persönlich merke es bei mir auch an der Hautreinheit. Und durch die regelmäßige Blutspende bin ich körperlich soweit fit. Und wie geht es nach der Spende dann eigentlich mit dem entnommenen Blut weiter? Das Blut wird nach Bad Kreuznach gebracht, untersucht, als Blut oder Plasma aufbereitet und jemandem zugeführt, der es braucht. Deshalb ist Blutspenden wichtig. Denn mit dem Blut wird Menschen geholfen, die es dringend brauchen. Es verlängert Leben. Ersetzt die Blutspende denn die Untersuchung beim Arzt? Nein. Es ist kein Ersatz für ein Blutbild. Der Vorteil ist aber, dass das Blut überprüft wird. Sollten Erreger im Blut sein oder zum Beispiel ein Mangel an roten oder weißen Blutkörperchen herrschen, dann wird der Spender – und je nachdem was er angegeben hat auch sein Hausarzt – informiert. So kann rasche Hilfe gewährleistet werden. Termine —Montag, 21. März, 17 bis 20 Uhr, Mutterstadt, Pfarrer-Jakob-Fuchs-Haus, Untere Kirchenstraße 7. —Dienstag, 22. März, 17.30 bis 20.30 Uhr, Dannstadt-Schauernheim, Katholisches Pfarrzentrum, Kirchenstraße 4. —Mittwoch, 30. März, 17 bis 20 Uhr, Otterstadt, Remigiushaus, Speyerer Straße 20. —Montag, 4. April, 17 bis 20.30 Uhr, Limburgerhof, Kultursaal, Burgunder Platz 2. —Mittwoch, 6. April, 18 bis 21 Uhr, Altrip, Regino-Zentrum, Ludwigsplatz 10. (cju)