Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Fäkalien und Bildschirme im Bach

Wahrlich kein schöner Anblick: ausrangierte Technikgeräte und anderer Müll im Wasser.
Wahrlich kein schöner Anblick: ausrangierte Technikgeräte und anderer Müll im Wasser.

Fäkalien im Lachgraben im Süden des Ortsteils Dannstadt – und auch noch illegal entsorgte Flachbildschirme. Diese unerfreulichen Funde haben die Grünen gemacht und der Verwaltung gemeldet. Einer der Missstände ist beseitigt, die Untere Wasserbehörde eingeschaltet.

Was war passiert? Nach Angaben des Co-Vorsitzenden des Grünen-Gemeindeverbands Dannstadter Höhe, Ralf Klein, befanden sich Anfang Februar im Lachgraben acht Flachbildschirme sowie viele Bierflaschen und weiterer Müll. Wegen des Gestanks seien seine Mitstreiter und er zudem auf ein Kanalrohr aufmerksam geworden, durch das Fäkalien in den Bach eingeleitet worden seien. Darüber habe der Grünen-Gemeindeverband die Verwaltung der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim informiert.

Die Behörde habe reagiert und mitgeteilt, die Ursache für die Fäkalien im Lachgraben sei gefunden und behoben worden. Die Flachbildschirme aus dem Gewässer zu fischen, habe sich jedoch witterungsbedingt verzögert. Bis spätestens am Montag vergangener Woche sollte das jedoch erledigt werden.

Auf RHEINPFALZ-Nachfrage bestätigt Ordnungsamtsleiter Gerhard Schaa die beiden unerfreulichen Funde. Wie jeder derartigen Meldung von Bürgern seien seine Mitarbeiter dem Sachverhalt schnellstmöglich nachgegangen. Bei den illegal entsorgten Bildschirmen handle es sich um das allgemeine Problem des Mülltourismus. Dabei würden die Täter bei Nacht und Nebel in benachbarte Gemeinden fahren, in denen sie niemand kennt, und dort ihren Unrat in die Gegend kippen. Das mache allen Kommunen zu schaffen.

Reparatur dauert

„Solange das aber niemand beobachtet und uns die Täter meldet, bestenfalls mit Autokennzeichen, können wir dagegen leider nicht viel tun“, beschreibt er die Schwierigkeiten. Zumindest veranlasse die Verwaltung das Beseitigen des widerrechtlich abgeladenen Abfalls. In diesem Fall habe das wegen der Nässe und des folgenden Wintereinbruchs etwas länger gedauert, sei jedoch sofort in Angriff genommen worden, nachdem sich das Wetter so gebessert hatte, dass die Gemeindearbeiter an die Bildschirme herankamen.

Was das Kanalrohr betrifft, widerspricht er allerdings der Behauptung, dort sei etwas aktiv eingeleitet worden: „Das stimmt nicht. Es handelt es sich um eine seit Jahren zulässige Zuleitung.“ Normalerweise gelange durch dieses Rohr nur unbedenkliches Abwasser nahe gelegener landwirtschaftlicher Betriebe dorthin, also zum Beispiel Wasser, mit dem Gemüse gewaschen worden sei. „Im Gespräch mit den Betriebsinhabern stellte sich heraus, dass es wohl eine Leckage im Bereich der Zuleitung gegeben hatte, die niemandem aufgefallen war.“ Vergangenen Montag ging Schaa noch davon aus, dass der Betrieb das behoben hat.

Klein habe sich vergewissern wollen, konnte nach Angaben des Ordnungsamtsleiters aber nur bestätigen, dass die Flachbildschirme mittlerweile entfernt wurden. „Er hat mir aber auch mitgeteilt, dass noch immer Fäkalien in den Bach fließen. Daraufhin habe ich meinen dafür zuständigen Mitarbeiter aufgefordert, das selbst noch einmal zu überprüfen“, so Schaa am Mittwoch.

Keine Chemie, keine Giftstoffe

Dieser habe Kleins Beobachtungen bestätigt, allerdings noch laufende Arbeiten vor Ort festgestellt. Daher habe er, Schaa, den Sachbearbeiter damit beauftragt, erneut mit den betreffenden Landwirten zu reden und die Kollegen von der Unteren Wasserbehörde bei der Kreisverwaltung über den Fall und sämtliche bisher unternommenen Schritte zu informieren. „Das war leider nötig, da die schnelle, unbürokratische Lösung nicht, wie erhofft, funktioniert hat“, erläutert er. Zugleich betont Schaa, dass die Fäkalien im Bach „zwar nicht lecker aussehen, aber nicht gesundheitsgefährdend sind“ – und keine Chemie oder sonstigen Giftstoffe in den Lachgraben gelangt seien.

Am Donnerstag stellt sich die Lage komplizierter dar, als die Beteiligten zunächst angenommen haben. „Woher die Leckage genau kommt, ist doch nicht ganz so klar. Die Untere Wasserbehörde bei der Kreisverwaltung ist mittlerweile über alles informiert. Der Betrieb, bei dem es vermutlich die Leckage gibt, hat aus anderen Gründen am Freitag ohnehin ein Kamerateam da und wird bei dieser Gelegenheit mit dessen Hilfe die Leitung abfahren, um die Ursache zu finden“, teilt Schaa mit. Damit sei die Gemeindeverwaltung als Kommunikator vor Ort, der versuche, die Dinge auf kurzem Weg schnell zu erledigen, erst mal raus. „Die weiteren Schritte muss nun die Kreisverwaltung festlegen“, erklärt er.

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