Drei Fragen RHEINPFALZ Plus Artikel Ewald Marx über Storchennester in Bobenheim-Roxheim: „Unsere Arbeit war ein Erfolg“

Ewald Marx.
Ewald Marx.

Kalendarischer Frühlingsanfang war vergangene Woche und auch bei den Störchen in Bobenheim-Roxheim kommen die ersten Frühlingsgefühle hoch. Im Interview erzählt Ewald Marx, Vorsitzender des Vereins für Naturschutz und Heimatpflege, was sich in den Nestern über den Köpfen der Einwohner gerade abspielt – und hat dazu auch noch gute Nachrichten.

Herr Marx, haben Sie schon die ersten Störche des Jahres in Bobenheim-Roxheim gesehen?
Ja. Anfang März waren bereits erste größere Gruppen auf dem Landeanflug aus ihren Winterquartieren. Kurz darauf haben sie schon die ersten Nester gebaut. Alte Quartierhilfen im Ort, wie etwa der Storchenmast, wurden besetzt.

Ein bisschen was ist in diesem Jahr aber anders, haben Sie uns kürzlich in einer Mail geschrieben.
In diesem Jahr ist es auffällig, dass die Störche auch außerhalb der bebauten Ortslage ihre Nester anlegen. Vor drei Jahren hatten wir ja das Problem, dass sie auf den Häusern ihre Nester gebaut haben. Aber die Abweiser, die viele Menschen daraufhin an ihren Dächern angebracht haben, haben gefruchtet. Die Störche sind zwangsweise weiter außerhalb des Orts gezogen und haben sich dort andere Quartierhilfen gesucht. Das ist ein toller Erfolg. Besonders beliebt sind momentan zum Beispiel die zurückgeschnittenen Pappeln. Bisher wurden auf Bäumen mindestens 14 Nester angelegt. Quartierhilfen wurden bis jetzt zehn Stück besetzt.

Und wie sieht es aus mit dem Nachwuchs?
Die meisten Störche haben bereits mit der Brutphase begonnen, aber wie es letztlich aussieht, hängt auch von den Witterungsverhältnissen im Frühjahr ab. Es ist schon vorgekommen, dass es Störche bei kalten Temperaturen und viel Regen nicht geschafft haben. Momentan sieht es aber noch gut aus, kalte Temperaturen aber trockenes Wetter mit Sonne ist gut. Hauptsache, wir bekommen keinen Frost. Außerdem wichtig: Auch wenn der Gemarkungsputz wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde, sollten wir uns um eine saubere Umwelt kümmern. Plastikbecher, Tüten oder Schnur könnten die Störche zum Nestbau benutzen. Für Jungstörche wird das Nest so oft zur tödlichen Gefahr.

Interview: Anne Lenhardt

Ewald Marx.
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