Rhein-Pfalz Kreis Es summt und duftet

Im Naturschutzgebiet Heidewald zwischen Lambsheim und Maxdorf gibt es viel zu entdecken. Rund 35 Wanderlustige haben am Pfingstmontag bei einer Führung den Wald aus neuer Perspektive erlebt und dabei viel über Akazien, Schafzucht und Honig gelernt.
. Wenn die Bienen wieder besonders fleißig umherschwirren, ein erfrischend süßlicher Duft in die Nase steigt und es bei einem kleinen Luftstoß von den Baumwipfeln weiße, kleine Blüten regnet, dann blühen im Heidewald wieder die Akazien. Dabei sind die dürren, hohen Bäume streng genommen ja gar keine Akazien. Mit diesem Mythos räumt Biologe Rainer David gleich zu Beginn der Führung durch den Heidewald auf. „Das sind Robinien,“ erklärt David, „benannt nach Jean Robin, dem Hofbotaniker von Heinrich IV.“ Robin habe die Pflanze damals aus Mittelamerika nach Europa eingeführt. Der Ortswechsel hat der Robinie nicht geschadet: Im Maxdorfer Heidewald wächst und gedeiht der Baum so stark, dass er sogar heimische Arten bedroht. Für Imker Michael Seyvert bedeutet die Verbreitung der Robinien dagegen mehr Honig, denn die Bienen lieben die nektarreichen Blüten. Im Heidewald läuft das Geschäft mit dem Honig für Seyvert so gut, dass während der Blüte auch andere Imkereien unter den Bäumen Station machen können, ohne seinem Umsatz zu schaden. Kein Wunder, denn die bis zu 50.000 Bienen, die in Seyverts Stock leben, sind eine besonders fleißige Art. „Der Honig besteht zu etwa 95 Prozent aus Akazie,“ erklärt der Imker. Die restlichen fünf Prozent Mischblüte würden den Geschmack nicht verändern. Der Honig überzeugt die Tourteilnehmer, die sich durch schwirrende Bienen an den Verköstigungstisch getraut haben. Innerhalb kurzer Zeit sind die Honigbrote weg, dafür gibt es anerkennende Worte, und einige kaufen gleich ein Glas Honig für zu Hause. Auch Elena Mottl bewirtschaftet den Heidewald, allerdings mit weit weniger Tieren. Ihre Schafherde ist trotzdem „ein 365-Tage-Job,“ wie die Schäferin erklärt. Geduldig berichtet Mottl von ihrem Tages- und Jahresablauf und beantwortet die neugierigen Fragen ihrer Zuhörer, während um sie herum gegrast wird. Besonders die zarten Lämmer ziehen dabei die Aufmerksamkeit der Wanderer auf sich. Schnell werden Fotoapparate oder Handys herausgezogen und die Idylle festgehalten. So viel Aufmerksamkeit sind die Schafe offenbar gar nicht gewöhnt, und beim Applaus für ihre Hirtin am Ende der Führung machen sie auch rasch alle kehrt und rennen ans andere Ende der Weide. Sowohl die öffentlichkeitsscheuen Vierbeiner als auch die fleißigen Insekten spielen für die Pflege des Waldes eine tragende Rolle. „Alles, was hier gemacht wird, dient dem Landschaftsschutz,“ erklärt Wein- und Kulturbotschafter Alfred Hahn, der die Tour veranstaltet hat. Die Schafe verhinderten zum Beispiel, dass die Gräser beim Mähen zu kurz geschnitten werden. Denn dann hätten Insekten Probleme, sich auf einer Wiese anzusiedeln. Ein motorbetriebener Rasenmäher verursacht außerdem Lärm. Und die Bienen sorgen dafür, dass Pflanzen und Bäume bestäubt werden. Und so trügen Schäfer und Imker dazu bei, aus dem kleinen Wald ein echtes Idyll zu machen.