Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Ersthelfer kehren zurück

Ein First Responder kann in Dannstadt-Schauernheim wieder ausrücken. Hier der Schifferstadter Kollege Björn Zolitsch-Leibfried.
Ein First Responder kann in Dannstadt-Schauernheim wieder ausrücken. Hier der Schifferstadter Kollege Björn Zolitsch-Leibfried.

Nach einer vorübergehenden Auszeit gibt es jetzt in der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim wieder sogenannte First Responder.

Geht ein Notruf bei der Integrierten Leitstelle in Ludwigshafen ein, zum Beispiel weil jemand einen Herzinfarkt erlitten hat oder bei einem Unfall schwer verletzt worden ist, müssen Rettungskräfte innerhalb von 15 Minuten zur Stelle sein. So verlangt es der Gesetzgeber. Gerade in solchen Fällen zählt aber bisweilen jede Sekunde. Während ein Notarzt oder ein Rettungswagen eventuell erst mal eine längere Anfahrt bewältigen muss oder schlimmstenfalls gerade alle Einheiten mit anderen Notfällen ausgelastet sind, wohnt ein First Responder in der betreffenden Gemeinde, hat folglich einen kürzeren Weg zum Einsatzort und kann schneller beim Patienten sein, um erste lebensrettende Maßnahmen einzuleiten und die hilfsbedürftige Person medizinisch zu betreuen, bis der Notarzt vor Ort eintrifft und übernimmt. Das ist die Idee hinter dem First-Responder-System, das der Kreisverband Rhein-Pfalz des Deutschen Roten Kreuzes im Januar 2009 einführte.

Die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim war von Anfang an dabei, auch schon in der seit 2007 laufenden Testphase. Da diese Leistung zur allgemeinen Hilfe gehört, die in ihre Zuständigkeit gehört, betraute die Kommune damals das Rote Kreuz damit. Dessen Kreisverband stemmte auch die Kosten. Allerdings handelte es sich nicht um eine offizielle Beauftragung nach dem Landesbrand- und Katastrophenschutzgesetz.

First Responder sind meist ehrenamtliche Rettungssanitäter, in manchen Gemeinden übernehmen aber auch Feuerwehrleute diese freiwillige Hilfsleistung, zum Beispiel in Böhl-Iggelheim. Die Ersthelfer verfügen über ein eigenes Einsatzauto mit entsprechender Ausstattung wie Blaulicht, Notfallrucksack und Defibrillator.

Offizieller Auftrag fehlt

„Vor einigen Jahren ging das First-Responder-Auto, das bei uns stationiert war, aber kaputt und konnte erst mal nicht ersetzt werden. Deshalb gab es bis vor Kurzem keinen Ersthelfer mehr bei uns“, berichtet Büroleiter Markus Lehmann von der Verwaltung der Verbandsgemeinde. Seit dem 1. Juni 2018 sei zudem die Integrierte Leitstelle in Ludwigshafen für die Erstalarmierung verantwortlich. Damals sei alles neu organisiert und strukturiert worden.

Mitte Juli 2022 habe der DRK-Ortsverein Dannstadt-Schifferstadt der Kommune mitgeteilt, dass jetzt wieder ein Wagen zur Verfügung steht und das First-Responder-System in der Verbandsgemeinde reaktiviert werden könnte. „Der Ortsverein hat auch medizinisches Personal und die nötige Ausstattung“, merkt er an. Für die Wiederaufnahme des Ersthelfersystems habe die Integrierte Leitstelle allerdings um eine offizielle Beauftragung durch den Verbandsgemeinderat gebeten.

„Ein bisschen ideologisch“

Nachdem der DRK-Ortsverein sich vorab gegenüber der Gemeinde bereiterklärt hatte, die Aufgabe zu übernehmen, hat ihm der Rat in seiner jüngsten Sitzung den entsprechenden Auftrag erteilt. „Und so haben wir jetzt wieder einen First Responder“, erklärt Lehmann. Und Bürgermeister Stefan Veth (CDU) ergänzt: „Darüber sind wir sehr froh.“

Grünen-Ratmitglied Andreas Pfeiffer begrüßt das Engagement der Rotkreuzler, fragt sich jedoch, ob der Ortsverein wirklich finanziell derart potent sei, dass er das alles finanzieren könne. Denn für die Kommune sei das Ersthelfersystem in dieser Konstellation ja kostenlos. Dazu erklärt Büroleiter Lehmann: „Das ist auch ein bisschen ideologisch. Das sind Ehrenamtliche, die das mit Leib und Seele machen.“

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