Mutterstadt
Erste private Stiftung gegründet
Das Mutterstadter Ehepaar Richard und Martha Weinacht haben schon zu Lebzeiten beschlossen, dass ein Teil ihres Vermögens nach ihrem Ableben in eine private Stiftung fließt. Es sind Immobilien und Grundstücke auf Mutterstadter Gemarkung, informiert Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD).
Die Stiftung soll folgende Zwecke haben: Es soll die Erziehungs-, Volks- und Berufsbildung gefördert und Studentenhilfe geleistet werden, vorwiegend durch die Vergabe von Stipendien. Sollten sich dafür nicht genügend geeignete Kandidaten finden, sollen Mutterstadter Bürger unterstützt werden, die aufgrund ihres körperlichen, seelischen und geistigen Zustands auf die Hilfe anderer angewiesen oder wirtschaftlich hilfsbedürftig sind.
Vor gut 20 Jahren ist Richard Weinacht verstorben, vor etwa zwei Jahren seine Witwe Martha Weinacht. Das Ehepaar hat laut Schneider keine direkten Nachkommen. Ihrem Willen wurde nun mit der Stiftungsgründung nachgekommen. Der Bürgermeister selbst wurde zum Testamentsvollstrecker, wie es das Ehepaar Weinacht vertraglich bestimmt habe. Bei der Einrichtung der Stiftung sei die Gemeinde von der Sparkasse Vorderpfalz beraten worden. Seit Mitte September ist es offiziell: Die Richard-Weinacht-Stiftung wurde laut Schneider von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier genehmigt und anerkannt.
Erste Ausschüttungen noch ungewiss
Der jeweils amtierende Bürgermeister ist nach Satzung auch Vorstand der Stiftung, außerdem soll er mindestens drei Mitglieder aus dem Gemeinderat als weitere Vorstandsmitglieder benennen. Schneider entschied sich, alle fünf Ratsfraktionen darum zu bitten, eine Person aus ihren Reihen für den Posten zu benennen. Die Vorschläge wurden vom Gemeinderat angenommen. Demnach werden für die SPD Thorsten Leva, für die CDU Frank Pfannebecker, für die FWG Isabell Scholl, für die Grünen Else Wentz und für die Heller-Fraktion Stephan Heller Mitglieder des Stiftungsvorstands.
Das Stiftungsvermögen soll sich aus den Erträgen aus Vermietung und Verpachtung der Immobilen und Grundstücke speisen. Doch: „Bei einigen Immobilien besteht Sanierungsbedarf“, sagt Schneider. Je nach Umfang und Aufwand kann es also sein, dass in den kommenden Jahrzehnten die Erträge aus dem Vermögen erst einmal für die Instandhaltung aufgebracht werden müssen. Der neue Stiftungsvorstand müsse nun entscheiden, ob eventuell dafür auch Immobilien verkauft werden müssen. Wann es also zu Ausschüttungen für den vom Ehepaar Weinacht bestimmten Zweck kommt, steht derzeit noch in den Sternen.