Bobenheim-Roxheim / Lambsheim
Entspannte Situation an Silbersee und Lambsheimer Weiher [mit mehr Bildern]
Regen am Sonntagvormittag ließ die Verantwortlichen dann wohl aufatmen. Ein zweites Corona-Badeseen-Belastungswochenende war abgewendet. „Die Lage war entspannt“, lautete das Fazit von Michael Reith (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim, und den Mitarbeitern seines Ordnungsdienstes.
Zur Mittagszeit am Samstag war die Lage am Lambsheimer Weiher fast schon idyllisch. Keine Scharen von Menschen. Direkt am See waren noch viele als Kreise auf den Rasen vorgezeichnete Liegeparzellen frei. Auf den Holzliegen dösten Gäste. Sportler zogen ihre Runden.
Einer war überzeugt davon, dass am Nachmittag und am Abend die Anzahl der Besucher noch steigen werde: Srecko Marusic, der Gastronom, der unter anderem mit seiner Beachbar viele Gäste aus dem Umkreis anlockt. Viele würden sicher den Samstag wieder dazu nutzen, ein paar entspannte Stunden am Weiher zu genießen, war er überzeugt.
Mit Blick nach Bobenheim-Roxheim an den Silbersee glaubt Marusic, dass dort viel falsch laufe. Die Gastronomie müsse am Silbersee viel zu früh schließen. Da brauche man sich nicht wundern, wenn dort etwas passiere. In Lambsheim agierten die Gemeinde und er als Unternehmer am See Hand in Hand. „Ein Gewinn für alle“, ist sich Marusic sicher.
Froh über Bedingungen
Nach Schwerstarbeit in der Vorwoche genießen auch die Ordnungskräfte, dass es ruhiger ist. Thomas Diry vom Ordnungsdienst der Verbandsgemeinde hat jetzt auch einmal Zeit, um sich mit Gästen zu unterhalten. Zum Beispiel mit Helmut Bonnard und Beatrice Cinato – beide Stammgäste am Weiher: „Ich bin jeden Tag außer sonntags hier“, sagt Cinato. Sie hätte am Samstag trotz der Wolken einen größeren Besucherandrang und dadurch eine schlimmere Situation erwartet. Aber sie genieße die Atmosphäre am See, die Natur und die Tiere. Ähnlich sieht es Bonnard. „Mit einem Schwan Bahnen zu ziehen, ist schön“, meint der fitte 80-Jährige. Er macht täglich noch 100 Liegestütze und präsentiert stolz am Tisch am See seine Übungen für die Bandscheiben. „Mein Immunsystem ist gut“, ist er überzeugt.
Froh über die guten Bedingungen am Lambsheimer Weiher sind auch die Wettkampfschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Ludwigshafen-Oggersheim, die nach der Corona-Pause erstmals wieder ein Training absolvieren. „Wir sind hier nicht als Wasserwacht im Einsatz, würden aber ins Wasser springen, wenn jemand Hilfe benötigt“, sagt Simone Bühler und lacht. Sie macht mit Annika Bühler, Romuald Gaß und Elin Seitz gerade Mittagspause und wartet auf eine weitere Gruppe von Nachwuchs-Rettungsschwimmern. Eines ist der Gruppe wichtig: ein Dank an die Verbandsgemeinde, die dieses Training am See genehmigt habe.
Die Wege am Seeufer sind nicht voll. Gunther Koch, Frankenthaler SPD-Stadtratsmitglied, kommt gejoggt, gefolgt von Radlern. Die Anzahl der Badegäste im Wasser ist überschaubar. Zur Mittagszeit stimmt das Miteinander am Lambsheimer Weiher. Inzwischen haben drei Security-Männer am Haupteingang zum See Stellung bezogen. Doch es ist nach wie vor ruhig. Keine Spur von Chaos oder Überfüllung.
„War nicht so dramatisch“
Ähnliches Bild wenig später in Bobenheim-Roxheim am Silbersee. Auf der Industriestraße, wo sich am Sonntag zuvor wegen der Sperrung Warteschlangen von Badegästen, die nicht mehr zum See kamen, gebildet hatten, ist alles ruhig. Keine ratlosen Badegäste, keine stehende Autos oder Wendemanöver auf der Straße. Wenige wandern mit ihren Badesachen Richtung See. Einer der neuen Trends am Silbersee sind die großen aufblasbaren Badeinseln, die gleich mehrere Träger brauchen, um ans Wasser gebracht zu werden. Auf ihnen auf dem Wasser treibend, gelingt es, abseits des Strands ausreichend Abstand zu halten. Doch der ist am Strand gegen 14 Uhr ebenfalls gewährleistet.
Kioskbetreiber Reiner Wagner ist die Atempause nicht ganz unrecht, auch wenn er die Lage am Sonntag zuvor als nicht ganz so dramatisch ansah. Im Uferbereich seien kaum Erwachsene im Wasser gewesen, hauptsächlich Kinder. „Ich brauche keine 35 Grad. Wenn es in den nächsten sechs Wochen konstant bei 25 Grad bleibt, dann ist das für mich in Ordnung.“ Er weist darauf hin, dass ab sofort keine Hunde mehr am Badestrand ins Wasser dürfen. Da der Rundweg um den See gesperrt ist, wird es für die eine Abkühlung suchenden Besitzer mit ihren Vierbeinern nun schwer werden.
Die Frankenthaler DLRG-Ortsgruppe übt am Silbersee die Badeaufsicht aus. Für die Rettungsschwimmer ist es am Mittag ein ruhiger Tag. Ihr Rettungsboard liegt auf dem Grünstreifen am See, die DLRG’ler „wachen“ in ihren Stühlen im Schatten. Der Ordnungsdienst dreht seine Runden. Es ist alles ruhig. „Wir haben am Samstag nicht einmal Stufe zwei der möglichen Maßnahmen erreicht, ab dem wir Absperrungen aufgebaut hätten. Alles war entspannt“, sagte Frank Peter (CDU), Erster Beigeordneter in Bobenheim-Roxheim, am Sonntagnachmittag auf Anfrage.