Mutterstadt Endlich wieder Budenzauber in Mutterstadt
„We Wish You a Merry Christmas“ intonierten die Kinder der Singschule St. Medardus und des protestantischen Kinderchors, und gleich waren die Herzen der Besucher noch vor der offiziellen Eröffnung des Markts durch Hans-Dieter Schneider (SPD) weihnachtlich eingestimmt. Die festlichen Klänge der Blaskapelle Mutterstadt taten ihr Übriges dazu.
Zu „Unterstützung und Solidarität für unverschuldet Notleidende“ hatte Schneider aufgerufen. Diesen Gedanken haben viele Aussteller verinnerlicht. So unterstützt Susanne Succu mit Selbstgebasteltem und Selbstgebackenem die Caritas in Mutterstadt. Anna Bahrdt will mit dem Erlös aus dem Verkauf von Taschensternen und Genähtem das Projekt „Mabuhay“ unterstützten und damit die Lebensbedingungen von Kindern auf den Philippinen verbessern. Martina Müller von der Hundepension Strolch hatte 500 Kieselsteine bemalt und mit Sprüchen versehen. Die Steine wurden verschenkt, ein Spendenkässchen für Tiere war aber bereitgestellt. Und so gab es zum Start des Markts allseits fröhliche Gesichter.
Genuss der Gemeinschaft
Airbrush-Künstlerin Yvonne Ißle, die seit sieben Jahren von ihrer Kunst lebt, hat eine schwere Zeit hinter sich. „Die vergangenen zwei Jahre waren happig“, sagte sie. „Es ist so schön, sich wieder in der Gemeinschaft mit anderen zeigen zu können.“
Der Enkel von Schneiderin Steffi Reichert ist mit seinen vier Jahren längst der Säuglingskleidung entwachsen. „Zum Anpassen wird es eng“, räumte sie lachend ein. Das sei für sie aber kein Grund, das Nähen von Jäckchen und Einteilern einzustellen. Dafür habe sie zu viel Spaß daran. Weihnachtliche Nadelarbeiten sowie Mützen und Taschen gab es bei Angelika Korn, die mit Mama, Tochter und Enkeltochter im Vier-Generationen-Modell ihren Verkaufstisch betreute.
Spezialitäten aus Polen
Von der Donaudeutschen Landsmannschaft gab es Langosch in süßer und herzhafter Variante, der Mutterstadter Partnerschaftsverein verwöhnte mit polnischen Spezialitäten wie Bigos (Jägerkraut), Zurek-Suppe und Pirogi aus der Partnerstadt Praszda. Beate Wiegand überkamen beim Besuch des Stands heimatliche Gefühle. Die Schlesierin schwärmte vom polnischem Essen, der Gastfreundschaft und der Herzlichkeit des Landes.
„Zum ersten Mal wieder buntes Leben“, sprudelte es aus Herbert Seja heraus. Die Menschen seien wissbegierig und hungrig. „Endlich sehen sie wieder Leute, die sie schon lange nicht mehr gesehen haben“, meinte er. „Wir holen jetzt alles nach, was wir die letzten Jahre versäumt haben“, sagten auch Gabriele und Ulf-Rainer Samel.
Kommendes Wochenende besteht noch einmal die Möglichkeit zum Weihnachtsmarktbesuch, mit teilweise wechselnden Standbetreibern sowie der Ausstellung „Ton trifft Farbe“ im historischen Rathaus. Geöffnet ist der Weihnachtsmarkt samstags von 16 bis 21 Uhr und sonntags von 15 bis 21 Uhr.