Rhein-Pfalz Kreis Einheit in bunter Vielfalt

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Feuchtfröhlich und unter den Klängen von Fanfarenzügen hat Bobenheim-Roxheim am Sonntagnachmittag den Höhepunkt der ersten gemeinsamen Kerwe beider Ortsteile gesetzt – mit einem rund 50 Nummern umfassenden Festumzug.

Klar, dass die Gemeindespitze die Kerwepremiere zum Thema machen musste. Riesige Blumenarrangements zierten die vier Ecken des Wagens, dessen Motto die Einheit von Bobenheim und Roxheim beschwor. Das Thema griff auch der Freundschaftskreis auf: mit einem Wagen, auf dem der Tisch für beide Ortsteile gedeckt war. „Dut uns die Gemä ignoriere?“, fragte dagegen der Motorsportclub auf seinem Speeddevils-Wagen. Offensichtlich fehlt den Kartfahrern ein Trainingsplatz. Gezogen von einer mächtigen Landmaschine präsentierten sich die B-Jugendfußballer des Sportclubs, dessen Vorsitzender sich im Cabrio kutschieren ließ und Popcorn-Päckchen in die Menge warf. Für die beiden Karnevalvereine ist so ein Umzug ebenfalls ein Muss. Sie rückten unter anderem ihre Garden und das Männerballett Die Traumtänzer ins rechte Licht und erinnerten an das vergangene Fischerstechen beim Gondelfest. Die wohl größte Teilnehmergruppe waren die Pfadfinder, die bekanntlich Christbaumsammler sind und deshalb noch oder schon weihnachtlich eingestimmt waren. Aber auch Fasching und Sommerlager wurden zum Thema gemacht. Der Wassersportverein schmückte den Umzug mit einem stattlichen Motorboot. Kostümierte Fußgruppen mit mehr oder weniger großen Bollerwagen und Gaben fürs Volk stellten der SV Roxheim Tennis sowie die Sozial- und die Christdemokraten. Museumsreife Hochräder führte der Radfahrerverein All-Heil vor, dahinter bewegte sich eine als grün-türkis-blauer See formierte Abordnung des Radlerballetts. Neben Ortskartell, Feuerwehr, Landfrauen und Gruppen aus benachbarten Kommunen machte auch der Gewerbeverein mit, dessen Wagen den Boro-Taler anpries und den nächsten italienischen Abend ankündigte. Überhaupt war die Geschäftswelt zahlreich mit Einzelbeiträgen vertreten. Den Vogel schoss dabei ganz zum Schluss das Duo Frosta und Globus ab. Die beiden Unternehmen hatten sich zusammengetan, um großzügig ihre Verbundenheit mit Bobenheim-Roxheim (und seinem Bürgermeister) zu demonstrieren. Dazu gehörte eine Live-Band auf einem hohen Wagen und viele verschiedene Geschenke, welche die Belegschaft aus Einkaufswagen heraus unter die Menschen brachte. Wer sich traute, sein gar nicht kühles Tiefkühlpäckchen aufzumachen, entdeckte darin zum Glück keine aufgeweichte Petersilie, sondern ein Päckchen Taschentücher. Der Beitrag zeigte, wie stark in Bobenheim-Roxheim das Thema Wirtschaftsförderung ist, aber so mancher Zuschauer dürfte genau aus diesem Grund einen Beitrag des Logistikzentrums Lekkerland zum Umzug vermisst haben. (ww)

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