Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Eine Westspange für Fahrradfahrer?

Diesen unbebauten Wirtschaftsweg am westlichen Ortsrand möchte die CDU zu einem reinen Fahrradweg machen.
Diesen unbebauten Wirtschaftsweg am westlichen Ortsrand möchte die CDU zu einem reinen Fahrradweg machen.

Einen reinen Fahrradweg möchte die CDU zwischen der Böhler Straße im Süden und der L530 im Norden des Ortsteils Dannstadt am westlichen Ortsrand entlang einrichten. Zwei Fachausschüsse finden die Idee mehrheitlich gut. Die FDP dagegen nicht.

Die Radroute am westlichen Ortsrand Dannstadts entlang soll nach Angaben des CDU-Fraktionsvorsitzenden Elmar Burkhardt von der Böhler Straße über den vorhandenen, unbebauten Wirtschaftsweg bis zum westlichen Teil der Haardstraße führen, an Kurpfalzhalle, Kurpfalzschule und Kita Sonnenschein vorbei weiter nach Norden bis zu dem Radweg entlang der Landesstraße 530. Weitere Wünsche der CDU: An den öffentlichen Einrichtungen sollen sichere Abstellplätze für Fahrräder entstehen, und die Verwaltung soll prüfen, ob Stichverbindungen zum Radweg in der Hauptstraße möglich sind.

Das von seiner Fraktion Rad-Westspange getaufte Vorhaben könne vor allem Schul- und Kita-Kindern einen sicheren Weg in ihre Einrichtungen ermöglichen, erklärte Burkhardt in einer gemeinsamen Sitzung des Bau- sowie des Dannstadt-Schauernheimer Haupt- und Finanzausschusses. Denn der Radweg in der Hauptstraße berge ein großes Gefahrenpotenzial, da er vor Geschäften, an der Kita St. Michael und am Zentrum Alte Schule Fußgängerverkehr quere. Der angestrebte Radweg am Ortsrand hingegen verlaufe direkt und kreuzungsfrei und damit sicher.

FDP: Idee ist ein Affront gegen Bauern

Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) wies ergänzend auf ein Sonderförderprogramm des Landesbetriebs Mobilität hin, bei dem 75 Prozent der Kosten solcher Projekte bezuschusst würden. Werde die Gemeinde als finanzschwach eingestuft, könnten es sogar bis zu 90 Prozent sein. „Ich sehe das sehr kritisch“, wandte Marc Hauck (FDP) ein. Denn die Kommune besitze keine der benötigten Flächen und die vorhandenen Wege würden von den Landwirten benötigt, um ihre Felder dort zu bewirtschaften.

Um die Fördermittel zu erhalten, müsste der Radweg zudem bis spätestens Ende 2023 fertig werden, Hauck äußerte daher Zweifel an dem sehr optimistischen Zeitplan. Nicht zuletzt sei es für Radfahrer schon jetzt problemlos möglich, vom Wasgauring im Süden durch verschiedene Straßen zur Landesstraße zu gelangen, ohne die Hauptstraße zu tangieren. „Ich sehe daher die absolute Notwendigkeit nicht“, kommentierte Hauck den CDU-Antrag weiter und erinnerte an die ohnehin schwierige finanzielle Lage der Gemeinde.

Weiterer Gegenwind

Dem hielt Ortschefin Winkelmann entgegen, sämtliche Grundstücke dort könnten bei der Umwandlung des Wirtschaftswegs auch von der jeweils anderen Seite erreicht werden. „Die Bauern brauchen aber in den tiefen Gewannestücken auch eine Wendemöglichkeit, um ihre Felder zu bearbeiten“, entgegnete Hauck.

Er bekam daraufhin weiteren Gegenwind von Andreas Pfeiffer (Grüne). Der bezeichnete die Fahrradinfrastruktur in Dannstadt für Menschen, die viel mit dem Rad unterwegs sind, als Fiasko. Der Radweg in der Hauptstraße laufe sogar fast der Straßenverkehrsordnung zuwider. Die einzige Alternative, sollte die von der CDU vorgeschlagene Rad-Westspange nicht kommen, wäre aus Pfeiffers Sicht, „eine der langen Nebenstraßen zu einer Fahrradstraße umzuwidmen, in der zwar auch Autos fahren dürfen, aber Fahrräder Vorfahrt haben“. Als Beispiel nannte er die Kantstraße.

Das wollte Hauck nicht so stehen lassen. Der Wirtschaftsweg am westlichen Ortsrand sei mit Mitteln der Landwirtschaft und durch Flurbereinigungen entstanden. „Ich finde es ein Unding, ihn ohne Beteiligung der Landwirte einfach in einen Fahrradweg umzuwidmen“, kritisierte er.

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