Rhein-Pfalz Kreis Ein Schluck Cola und los geht es

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Dannstadt-Schauernheim. Die Zeitung kann sich Christine Scherdel aus ihrem Leben nicht mehr wegdenken. Seit nunmehr 16 Jahren trägt die Hochdorferin die RHEINPFALZ im Nachbarort Dannstadt-Schauernheim aus. Damit die 170 Ausgaben rechtzeitig zum Frühstück im Briefkasten der Leser sind, klingelt bei der 60-Jährigen jede Nacht um 3 Uhr der Wecker. Die Arbeit, so sagt sie, mache ihr nach wie vor viel Spaß.

Dabei war Christine Scherdel einst nur durch einen Zufall an den Job als Austrägerin gekommen. Eine Bekannte hatte die Aufgabe in Scherdels damaligem Wohnort Dannstadt-Schauernheim erst kürzlich übernommen und wollte dann gleich in Urlaub fahren. „Da hieß es dann, nur wenn sich eine Vertretung findet“, erzählt die 60-Jährige. Da sie schon immer eine Frühaufsteherin war, willigte Scherdel kurzerhand ein. Drei Wochen lang sollte sie die Zeitung austragen. Nach kleineren anfänglichen Schwierigkeiten hatte sie sich schnell an die neue Aufgabe gewöhnt. So sprang sie gerne erneut ein, als sich die Bekannte eine Woche nach der Rückkehr aus dem Urlaub das Bein brach. Als diese schließlich kurz darauf umzog, blieb die Arbeit gänzlich bei Christine Scherdel. Bereut hat sie diesen Schritt nie. Auch wenn sie dann arbeiten muss, wenn andere noch schlafen. Kurz nach 3 Uhr steht sie auf, zum Wachwerden gibt es dann nur einen Schluck Cola, allerdings koffeinfreie. Gegen 4 Uhr kann sie die vom Fahrer gelieferten Zeitungen ins eigene Auto laden, dann geht es los. Gut zwei Stunden braucht Christine Scherdel für das Verteilen der rund 170 Ausgaben. Anschließend werden noch die Brötchen fürs Frühstück mit der Familie besorgt. An der Arbeit schätzt sie neben der täglichen Bewegung vor allem den netten Kontakt mit den Lesern. Ein ehemaliger Metzger etwa lege ihr hin und wieder eine Box mit Wurst vor seine Haustür. Ein anderer Abonnent wiederrum bestelle in ihrer Stamm-Bäckerei manchmal einen Kuchen, den ihr dann die Verkäuferin beim Brötchenholen in die Hand drückt. Auch an Weihnachten fänden sich an vielen Briefkästen oder in der Post kleine Präsente. „Als ich krank war, hat mir ein Leser auch mal Pralinen geschickt“, erzählt sie von den vielen Aufmerksamkeiten, die ihr immer wieder zuteil werden. Beschwerden hat Christine Scherdel in den vergangenen 16 Jahren auf ihren morgendlichen Rundgängen nur wenige entgegengenommen. Aber sie kennt auch die andere Seite. Denn natürlich landet bei einer pfalzweiten Auflage von täglich über 200.000 Exemplaren auch mal eine Zeitung zu spät oder gar nicht im Briefkasten. Passiert das am Wochenende, dann können sich die Abonnenten aus dem mittleren Rhein-Pfalz-Kreis ebenfalls an Christine Scherdel wenden. Denn samstags und sonntags übernimmt sie hier das Management, koordiniert, schickt Fahrer los und erledigt auch mal eine Extraschicht, wenn Not am Mann ist. Daneben hilft sie im Oggersheimer Druckzentrum beim Einlegen der Werbung. Daheim unterstützt sie ihren Mann und die zwei Töchter, wo sie nur kann. Regelmäßig betreut sie zudem die fünfjährige Enkelin. Langeweile ist für Scherdel ein Fremdwort. Oftmals findet sie am Tag nicht mal Zeit zu lesen, was sie da austrägt. Mehr Freizeit und dafür beruflich kürzer treten? Nein, das kann sich die 60-Jährige dann aber auch nicht vorstellen. Wenn sie in ein paar Jahren in Rente geht, will Scherdel die RHEINPFALZ weiter austragen – so lange es eben geht. Denn so ganz ohne die Zeitung „würde dann ja doch irgendwie etwas fehlen“. Noch Fragen? Wer Interesse an der Arbeit als Zusteller hat, bekommt Informationen bei der Presse Vertriebs-GmbH Ludwigshafen-Land, Hauptstraße 15, 67105 Schifferstadt, Telefon 06235/92670, E-Mail an info-lu-land@pvg-pfalz.de.

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