Dannstadt-Schauernheim / Fussgönheim RHEINPFALZ Plus Artikel Ein neues Zuhause für Zauneidechsen

Ein Neubau aus Steinen und Totholz.
Ein Neubau aus Steinen und Totholz.

Wer zwischen Fußgönheim und Dannstadt-Schauernheim auf der L454 oder dem benachbarten Radweg in jüngster Zeit unterwegs war, dem ist die große Baustelle östlich der Straße sicher schon einmal ins Auge gefallen. Entstehen wird dort ein Zuhause für Zauneidechsen. Die müssen aufgrund des Autobahnausbaus nämlich umziehen.

45.000 Quadratmeter groß ist der Lebensraum, der an der L454 für Zauneidechsen (Lacerta agilis) entstehen soll, berichtet Pia Verheyen. „Die Fläche dient als Ersatzhabitat für die an der A61 vorhandenen Zauneidechsen.“ Denn im Zuge der vorgesehenen Erweiterung der A61 von vier auf sechs Spuren, werden die Böschungsbereiche, also der bisherige Lebensraum der Zauneidechsen, während des Bauzeitraums beeinträchtigt. „Somit bietet die Fläche an der L454 zwischen Fußgönheim und Dannstadt-Schauernheim nahe des Naturschutzgebietes ,Sandgrube bei Schauernheim‘ ein ideales Habitat als Kompensations- und Artenschutzmaßnahme“, erläutert die Pressesprecherin der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH).

Um die Fläche für die Tiere herzurichten, wurden für den Bau und die Pflege in den ersten Jahren bereits Leistungen im Umfang von rund einer Million Euro beauftragt. Ein Grunderwerb war nicht erforderlich, da die Flächen der Bundesrepublik Deutschland gehören, sagt Verheyen.

Wie groß der Lebensraum der Zauneidechsen derzeit ist, wurde mit Kartierungen ermittelt. Die betroffenen Flächen werden „mit Flächen von in Summe gleicher Größe ausgeglichen, so dass alle Zauneidechsen aus den jeweiligen Lebensräumen umgesiedelt werden können“, sagt Verheyen. Die Fläche in Schauernheim decke bereits zirka die Hälfte des Bedarfs ab.

Steinhaufen und Totholz

Irritierend für Laien dürften die im Gelände aufgestellten Greifvogelstangen sein, könnten so aus luftiger Warte doch Turmfalken und Mäusebussarde bequem auf Eidechsenjagd gehen. „Die Greifvogelsitzstangen wurden vorübergehend errichtet, um den Aufwuchs vor Verbiss durch Nagetiere ökologisch zu schützen. Sie werden vor Umsiedlung der Zauneidechsen deinstalliert“, versichert Heyer.

Auf dem Gelände wurden für die Eidechsen Steinhaufen aufgeschichtet, auf die noch zusätzlich Totholz kam. Daneben wurden auch Dichtpflanzungen mit heimischen Sträuchern, darunter Liguster, Feldahorn, Hartriegel, Haselnuss, Schneeball und Pfaffenhütchen, angelegt. Zusätzlich wurden auch Himmelsteiche, die von Grundwasser und Niederschlägen gespeist werden, gebaut. Sie können der Wechselkröte, die im angrenzenden Naturschutzgebiet „Sandgrube bei Schauernheim“ vorkommt, als Laichgewässer dienen.

„Die Zuständigkeit liegt bis zum Ende der Bautätigkeit des sechsstreifigen Ausbaus bei der Deges, die für die Bauüberwachung und Pflege, darunter auch Wässerungsgänge durch eine Garten- und Landschaftsbaufirma, entsprechende Dienstleistungsverträge abschließt. Danach geht die Zuständigkeit an die Autobahn GmbH des Bundes über“, teilt Verheyen zur weiteren Zukunft des Geländes abschließend mit.

Die Zauneidechse muss umziehen.
Die Zauneidechse muss umziehen.
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