Dannstadt-Schauernheim
Ein Memoriam-Garten in Schauernheim
Entstehen könnte der Memoriam-Garten, sofern der Rat der Empfehlung seines Fachausschusses folgt, auf der geschotterten Fläche in der Mitte des neuen Teils des Schauernheimer Friedhofs. „Ich bin mit unserem Bauhofleiter Olaf Feustel schon seit zwei Jahren daran, diesen Platz attraktiver zu gestalten“, erzählte Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) in der Ausschusssitzung am Donnerstag. Vor der Zusammenkunft im Rathaus hatten sich die Ausschussmitglieder vor Ort in Schauernheim ein Bild von der Lage gemacht.
Die Idee eines Memoriam-Gartens erläuterte den Politikern Thorsten Wenzel vom Blumenhaus Kullmann in Ludwigshafen. Der Betrieb ist Mitglied der Genossenschaft der Friedhofsgärtner im Lande Rheinland-Pfalz. Ausschließlich Mitglieder dürfen die Pflege eines Memoriam-Gartens übernehmen. Deren Beauftragung für die gesamte Nutzungsdauer eines Grabs habe für Angehörige den Vorteil, dass sie sich nicht mehr um die Pflege kümmern müssen. Das sei besonders für ältere Hinterbliebene oder diejenigen, die weiter weg wohnen, eine Entlastung.
Wenn man es sich leisten kann
„Sofern sie es sich leisten können“, merkte Ortschefin Winkelmann an. Die konkreten Kosten hingen stets von mehreren Faktoren ab, sagte Fachmann Wenzel hierzu. Dazu zähle neben der Vertragslaufzeit zum Beispiel die Art der Grabanlage. Nach beharrlichem Nachhaken von Beate Berg (CDU) bezüglich der Preise, nannte er schließlich einige grobe Orientierungswerte, allesamt für eine angenommene Nutzungsdauer von 20 Jahren. Demnach kostet ein Urnengemeinschaftsgrab um die 3000 Euro, ein Urnenreihengrab zwischen 5000 und 6000 Euro und ein Urnenpartnergrab zwischen 8000 und 9000 Euro. „Bei Erdeinzelgräbern liegt man auch so um die 8000 Euro, bei Erdpartnergräbern kann das durchaus in die Größenordnung von 13.000 Euro gehen“, erklärte Wenzel.
Trotzdem erhalte die Kommune noch die Grabnutzungsgebühren, die Gebühren für die Beisetzung sowie das Öffnen und Schließen der Grabstätte, betonte Winkelmann. „Und natürlich müssen auch noch die Leistungen des Bestatters bezahlt werden“, fügte sie an. Die Ortsbürgermeisterin befürwortete das Konzept eines Memoriam-Gartens, da dieses eine würdevolle Bestattungsform und für die Angehörigen ein Rundum-sorglos-Paket sei.
Christoph Bauer (CDU) erkundigte sich nach den Kosten für die Ortsgemeinde. Dazu sagte Wenzel, bis mindestens die Hälfte der Grabstätten im Memoriam-Garten belegt ist, falle für die Kommune in der Anfangspflege ein Unterstützungskostenzuschuss von 2000 Euro im Jahr an – je fünf Euro pro Quadratmeter bei einer Gesamtfläche von 400 Quadratmetern.