Rhein-Pfalz Kreis Ein Mann für alle Fälle

Mutterstadt/Schifferstadt. Zwei Notfallsanitäter sind beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Einer von ihnen ist Bernhard Gliwitzky, der in den Rettungswachen Mutterstadt und Schifferstadt des DRK arbeitet. Notfallsanitäter ist ein neuer Beruf, den es erst seit dem vergangenen Jahr gibt.
Der 43-jährige Gliwitzky, der im südpfälzischen Knittelsheim wohnt, arbeitet seit 1994 beim Roten Kreuz. Nach der Schule absolvierte der gebürtige Mainzer eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Bekannte machten ihren Zivildienst beim Roten Kreuz und erzählten ihm davon. „Ich fand die Arbeit spannend und herausfordernd“, erinnert sich Gliwitzky, und so entschloss auch er sich, eine Ausbildung zum Rettungsassistenten zu machen. Die absolvierte er in Mainz, seit 1998 arbeitet er als Rettungsassistent in den Rettungswachen Mutterstadt und Schifferstadt des DRK. Seit einigen Jahren nur noch in Teilzeit. Der verheiratete Vater eines Kinds engagiert sich im Deutschen Berufsverband Rettungsdienst, war dort mehrere Jahre im Vorstand. Der Verband habe sich für eine Änderung des Berufsgesetzes für Rettungsassistenten eingesetzt und das Bundesministerium für Gesundheit bei der entsprechenden Gesetzesänderung beraten, berichtet Gliwitzky. Mit dieser Gesetzesänderung wurde der Beruf des Notfallsanitäters eingeführt. „Ich bin also nicht ganz unbeteiligt daran, dass es ihn gibt“, sagt Gliwitzky. „Der Notfallsanitäter darf Hilfeleistungen ausführen, die dem Rettungsassistenten nicht erlaubt sind“, erklärt Anna Meinhardt, Geschäftsführerin der DRK Rettungsdienst Vorderpfalz GmbH, den Unterschied. So darf der Notfallsanitäter beispielsweise Infusionen legen und bestimmte Schmerzmittel verabreichen. Entsprechend ist die Ausbildung zum Notfallsanitäter qualifizierter als es die bisherige Ausbildung zum Rettungsassistenten war. So wurde die Ausbildungszeit von zwei auf drei Jahre verlängert. Die Ausbildung zum Rettungsassistenten mussten die Anwärter selbst zahlen. Notfallsanitäter dagegen ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, für den eine Ausbildungsvergütung gezahlt wird. Rettungsassistenten, die sich zum Notfallsanitäter weiterqualifizieren wollen, haben die Möglichkeit, einen Aufbaulehrgang zu besuchen und dann eine sogenannte Ergänzungsprüfung abzulegen. Oder, wenn sie schon viele Jahre in ihrem Beruf gearbeitet haben, gleich die Prüfung zu machen. In Rheinland-Pfalz sei dies allerdings derzeit noch nicht möglich, da das Landesrettungsdienstgesetz noch nicht geändert worden sei, bedauern Gliwitzky und Meinhardt. Gliwitzky wollte nicht warten, bis das Gesetz geändert ist. Er beantragte deshalb eine Ausnahmegenehmigung. Die ermöglichte ihm, die Prüfung in Nordrhein-Westfalen zu machen. Dort wurde das Landesrettungsdienstgesetz bereits geändert. Es gebe mehrere Gründe, warum er möglichst früh Notfallsanitäter werden wollte, sagt Gliwitzky. Zum einen, weil er über den Berufsverband selbst an der Entwicklung des neuen Berufs beteiligt war. Auch halte er das neue Berufsbild und die damit verbundenen zusätzlichen Kompetenzen für sehr wichtig. Zum anderen ist Gliwitzky seit vielen Jahren als Lehrkraft im Bereich Rettungsdienst tätig und seit 2003 geschäftsführender Gesellschafter einer Firma, die Fort- und Weiterbildung im Bereich der Notfallmedizin anbietet. Als Lehrkraft wolle er so früh wie möglich die zusätzliche Qualifikation besitzen. Die Ergänzungsprüfung sei sehr anspruchsvoll, betont Bernhard Gliwitzky. Trotz seiner langjährigen Erfahrung habe er sich intensiv vorbereiten müssen. Die zusätzlichen Hilfeleistungen, die einem Notfallsanitäter erlaubt sind, darf Gliwitzky bei Einsätzen noch nicht ausführen. Das sei erst nach der Änderung des Landesrettungsdienstgesetzes möglich.