Rhein-Pfalz Kreis Ein Leben für die leichte Muse

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Limburgerhof. Lilo Salten, die Gründerin der Veranstaltungsagentur Salten Theater-Promotion in Limburgerhof, ist am Sonntag gestorben. Die gebürtige Ludwigshafenerin hat rund 40 Jahre lang bekannte Künstler in die Region geholt, den Kultursaal Limburgerhof und das Palatinum Mutterstadt mit kulturellem Leben gefüllt.

Ihr Alter bleibt ihr Geheimnis. „Es ist ihr ganz privates Anliegen, sie wollte einfach nicht, dass ihre Leistungen daran gemessen werden, wie alt sie ist“, sagt ihre Tochter Astrid Salten-Mentges. Als Kulturveranstalterin hat Lilo Salten im Lauf der Jahre für 14 Häuser gearbeitet. Sie hat Kulturprogramme und -konzepte erarbeitet und bekannte Künstler in den Rhein-Pfalz-Kreis geholt. Das Mutterstadter Palatinum und der Kultursaal im Ortszentrum Limburgerhof, die Kleine Komödie, haben von ihren Kontakten in die Szene profitiert. In der Pfalz hat sie auch Kulturhäuser in Ramstein-Miesenbach und Bad Bergzabern mit Gastspielen versorgt. Das Spektrum ihrer Programme war weit gefächert, reichte von Kleinkunst und Kabarett bis Boulevardtheater, Musical, Operette und sogar klassischem Ballett. Es war aber eher die leichte Muse, für die sie unermüdlich ein Publikum zu gewinnen suchte, Unterhaltung war ihr oberstes Gebot. Da wurde Tina Turner gehuldigt, King Elvis, den Bee Gees oder Simon and Garfunkel. Man konnte prominenten Künstlern begegnen wie Justus Frantz, der wie viele andere der Einladung nach Limburgerhof gefolgt war. Und auch bei den Theatergastspielen standen regelmäßig bekannte Schauspieler auf der Bühne wie Herbert Hermann, Horst Janson, Doris Kunstmann oder Nora von Collande. Ihre ganz besondere Liebe galt aber dem Kabarett, und da konnte ihr Programm mit den Besten glänzen. Matthias Richling war genauso Stammgast der Kleinen Komödie wie Dieter Hildebrandt, Gerhard Polt, die Biermösl Blosn, Bruno Jonas oder Ingo Appelt. Auch der hintersinnige Jürgen von der Lippe hatte hier seine Fangemeinde. Da profitierte Lilo Salten von ihren jahrelangen guten, oft freundschaftlichen Kontakten zu diesen Künstlern, die immer wieder bereit waren, Limburgerhof oder Mutterstadt den Vorzug zu geben vor den Großstädten Ludwigshafen und Mannheim, wo sie auch hätten auftreten können. Und wenn diese Künstler auf der Bühne verkündeten, dass sie gerne in die Pfalz kamen, dann meinten sie damit auch Lilo Salten und ihre Gastfreundschaft. Was ihr Privatleben anging, hielt sich Lilo Salten eher bedeckt. Sie war lange und offenbar sehr glücklich mit dem Musiker und Chorleiter Siegfried Salten verheiratet, hat eine Tochter und drei Enkelkinder. Als ihr Ehemann 2005 verstarb, widmete sie seinem Andenken eine Biografie mit dem Titel „Auf den Flügeln des Gesangs“. Auch ein Kinderbuch hat sie geschrieben, Gute-Nacht-Geschichten, die sie sich für ihre Enkel ausgedacht hatte. Über ihren Mann fand Lilo Salten auch zu ihrer Berufung. Bei dessen Konzertreisen, die sie oft begleitete, entdeckte die gelernte medizinisch-technische Assistentin ihr organisatorisches Talent. Wie ihre Tochter berichtet, organisierte Salten zunächst kleinere Veranstaltungen, auch mit anderen Konzertagenturen zusammen, baute sich langsam ihr Netzwerk auf, machte sich einen Namen. Limburgerhof sei aber immer ihr Baby geblieben. „Mit Bürgermeister Heinrich Zier hat sie sich zusammengesetzt, als das Ortszentrum mit Kultursaal 1983 fertiggestellt war und einen Plan ausgeheckt“, berichtet Rolf Dörner, bei der Gemeinde für die Kulturarbeit zuständig. Damit war die Kleine Komödie geboren. Wie es mit Salten Theater-Promotion weitergeht? Das vermag Astrid Salten-Mentges zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sagen. Dazu sei es einfach noch zu früh. „Uns wird Lilo Salten jedenfalls fehlen“, sagt Rolf Dörner. (dw/btw)

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