Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Kunstwerk für Mutterstadt: Bildhauersymposium im Mai

Die Künstler sollen live vor der Neuen Pforte ihre Kunstwerke schaffen.
Die Künstler sollen live vor der Neuen Pforte ihre Kunstwerke schaffen. Foto: KUNZ

Im Mai werden die Gemeinde Mutterstadt und das Kulturbüro des Rhein-Pfalz-Kreises Bildhauer zu einem Symposium einladen. Dabei sollen die Künstler drei Wochen lang je eine Skulptur anfertigen zu dem Motto „Miteinander: Wir sind Europa – Mutterstadt im Herzen der Metropolregion“. Die Teilnehmer arbeiten live vor der Neuen Pforte.

Ursprünglicher Anlass für das Bildhauersymposium waren das 1250-jährige Bestehen der Gemeinde sowie das 20. Jubiläum des Partnerschaftsvereins. Da die Bildhauer ihre Kunstwerke live auf dem Vorplatz der Neuen Pforte aus einem 2,5 Meter hohen sowie einen Meter breiten und einen Meter langen Sandsteinblock erschaffen sollen, musste das Projekt jedoch verschoben werden. „Denn die Ortsmitte war damals eine Baustelle“, erinnerte der Beigeordnete Klaus Lenz (CDU).

Er ist Vorsitzender des Kulturausschusses und kümmert sich federführend um das Bildhauersymposium. Mit den Skulpturen wolle die Kommune der Nachwelt ein Zeugnis eines zusammengewachsenen, geeinten Europas hinterlassen. „Zudem möchten wir in Zeiten zunehmender separatistischer Bewegungen und eines Deutschlands mit AfD ein Statement abgeben für das Miteinander, für die europäische Partnerschaft“, erklärte Lenz.

Es war schwierig, genügend Bewerber zu finden

Dazu sollten fünf Bildhauer teilnehmen: einer aus Mutterstadt oder Umgebung sowie je ein Vertreter aus den Partnergemeinden Praszka in Polen, Oignies in Frankreich und Naturns in Italien sowie aus der Schwestergemeinde Kabelsketal in Sachsen-Anhalt. „Wir wollten aus maximal drei Bewerbern aus jedem Kreis den besten auswählen“, sagte Lenz. „Wir dachten, das wird ein Selbstläufer. Doch es hat sich als schwierig erwiesen, genügend Bewerber zu finden“, berichtete er. Am Ende bewarben sich zwar vier Bildhauer aus Polen für die Teilnahme und drei aus Frankreich, doch aus Italien, Sachsen-Anhalt und der Metropolregion nur jeweils einer.

Einige der Bewerber hatten kleine Modelle ihrer Entwürfe eingereicht, manche sogar mit ausführlicher Erläuterung, was ihr Kunstwerk darstellen und bedeuten soll. Andere hatten sich mit Fotos oder sogar groben Skizzen begnügt und auf eine Erklärung verzichtet. Auf dieser Grundlage mussten die Mitglieder des Kulturausschusses nun die fünf Bildhauer auswählen, die im Mai bei dem Symposium mitmachen dürfen. Keine leichte Aufgabe. Deshalb war Paul Platz, Leiter des Kreiskulturbüros, eigens zur Unterstützung angereist.

Stele, Säule, Frauen und das Miteinander

Der polnische Beitrag, für den sich der Ausschuss entschieden hat, stammt von Stanislaw Kilarecki: eine Europa-Stele mit Flammen. Wobei die Flammen eventuell auch Blätter sein könnten, beide Interpretationen waren möglich. Die Skulptur des französischen Vertreters Witold Pyzik stellt vier Frauen dar: je eine germanischen, keltischen, mediterranen und slawischen Ursprungs, die mit einem Laken – dem Bindegewebe Europas – verbunden sind. „Sie sind die Hüterinnen Europas und alle gleichberechtigt“, stellte Lenz die Gedanken des Künstlers vor. Aus Italien kommt von Andi Geier ein Entwurf mit einer Säule, die aus mehreren Kugeln besteht, die wiederum von mehreren Händen zusammengehalten werden. Steffen Ahrens aus Sachsen-Anhalt steuert eine Frauenfigur bei, die für Europa steht, aber „nicht fertig“ ist. Das soll für Wandel stehen. Für Mutterstadt nimmt Martin Schöneich mit einem abstrakten Beitrag teil, der für gegenseitige Akzeptanz und Miteinander stehen soll. „Er ist ein prominenter Künstler und hat zum Beispiel den Ring der Erinnerung für die Opfer des Amoklaufs in Winnenden entworfen“, sagte Platz.

Ihre Kunstwerke sollen die Teilnehmer drei Wochen lang auf dem Vorplatz der Neuen Pforte anfertigen, sodass Interessierte beim Entstehen der Skulpturen zusehen können. Es soll auch eine Abschlussveranstaltung geben. Die genauen Termine im Mai werden Lenz zufolge noch bekanntgegeben.

Dieser abstakte Entwurf stannt von Martin Schöneich.
Dieser abstakte Entwurf stannt von Martin Schöneich. Foto: Schöneich/Gemeinde/frei
Der Entwurf aus Sachsen-Anhalt von Steffen Ahrens.
Der Entwurf aus Sachsen-Anhalt von Steffen Ahrens. Foto: Ahrens/Gemeinde/frei
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