Rhein-Pfalz Kreis
Ein Kreis mit vielen Facetten
Es ist wie jedes Jahr: Wenn man erst einmal anfängt, im Kreisjahrbuch zu blättern, hört man nicht mehr auf zu lesen. Auf 136 Seiten haben elf Frauen und neun Männer im Alter von 18 bis über 80 Jahren 25 Beiträge geschrieben. Am Mittwoch wurde Band 36 der Reihe im historischen Rathaus in Assenheim vom Kreisbeigeordneten Manfred Gräf (CDU) und Paul Platz, Leiter des Kulturbüros Rhein-Pfalz-Kreis, vorgestellt.
Zu entdecken gibt es auch dieses Jahr viel. Besonders fasziniert waren Platz und Gräf von einem Projekt der Schifferstadter Malerin und Kunsthistorikerin Karin Bury. Sie hat mit der Malgruppe „Molemol“, die aus Bewohnern der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt besteht, einen Hausaltar für die Lebenshilfe gefertigt. Die Entstehungsgeschichte des Kunstwerks beschreibt sie lebhaft in einem Beitrag im Kapitel „Kunst im Kreis“ des Buches. Weitere Beiträge in diesem Bereich handeln unter anderem vom Schlossgarten in Fußgönheim, dem historischen Rathaus in Assenheim oder der Kunstausstellung von Hans Fronius und Ferdinand Reisinger in Schifferstadt.
Die meisten Beiträge, insgesamt acht, sind in die Kategorie „Aus der Geschichte“ eingeordnet. Hier habe er beim Lesen eine lustige Entdeckung gemacht, erzählt Platz. Aus der Familienchronik einer großbäuerlichen Sippe aus Mutterstadt von Volker Schläfer gehe nämlich hervor, dass die Mutterstadter schon vor über 100 Jahren Ludwigshafen als „Lumbehaffe“ bezeichnet hätten. Und über die Unmengen Speisen, die zur Kerwe gegessen wurden, wundert sich Platz ebenfalls. Weitere Beiträge handeln von dem Pfarrer, der Edith Stein taufte, dem Rödersheimer Gespenst Ritter Denari, dem alten Friedhofskreuz in Berghausen oder Ausstellungen zu historischen Themen.
Lesetipps gibt es als Dreingabe
Im Kapitel „Literatur im Kreis“ wird dieses Mal die Gemeindebücherei Limburgerhof vorgestellt. Lesetipps von Leiterin Angelika Huber gibt es als Dreingabe. Der Palzki-Ratekrimi von Harald Schneider geht dieses Mal um das tragische Ende von Maxdorf und eine von Schülern der Haidwaldschule Maxdorf illustrierte Sage.
Maxdorf taucht in den Themen des Jahrbuches immer wieder auf. Das Kreisjahrbuch steht zwar seit einigen Jahren nicht mehr unter einem bestimmten Motto, doch es gibt Schwerpunkte. In diesem Jahr geht es um 200 Jahre Maxdorf, unter anderem auch darum, wie der Ort zu seinem Namen gekommen ist.
Um „Leben im Kreis“ geht es in einem weiteren Kapitel. Schätze aus Sand und Kies aus Altrip, Neuhofen, Maxdorf und Birkenheide stellt Petra Jörns vor. Weiteres Thema ist die „Trommel“, die Zeitung der Ludwigshafener Werkstätten. Und süß wird es am Ende dieses Kapitels auch noch im Porträt der Waldseer Schokoladen-Sommelière Katja Goede.
Kreisbeigeordneter Gräf findet alle Artikel spannend
„Beim Spazierengehen durch das Buch habe ich festgestellt, mich interessieren alle Artikel. Und dann hab ich ins Bücherregal geschaut und die Kreisjahrbücher der vergangenen Jahre durchgeschaut“, sagt Manfred Gräf. Er hoffe, dass die Tradition des Kreisjahrbuches noch lange fortgesetzt werde. Eine Selbstverständlichkeit sei das längst nicht überall, sagte Lenelotte Möller, die seit Jahren mithilft, das Buch zusammenzustellen.
Das Kreisjahrbuch gibt es zum Preis von 9,50 Euro in Buchhandlungen des Rhein-Pfalz-Kreises und bei der Kreisverwaltung.