Rhein-Pfalz Kreis Ein herber Schlag, kein schwarzes Loch

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Limburgerhof

/Mutterstadt. Sowohl der Kultursaal im Ortszentrum Limburgerhof als auch das Palatinum in Mutterstadt haben seit Jahrzehnten mit Lilo Salten, der Frau hinter den Salten-Gastspielen, zusammengearbeitet. In beiden Gemeinden hat sie die Entwicklung der Kultursäle von Anfang an begleitet, Programme ausgearbeitet und dafür teils prominente Gäste in den Kreis gelockt. Die finanzielle Schieflage der Agentur und ihr drohendes Ende beobachten die verantwortlichen Mitarbeiter der Gemeindeverwaltungen daher mit Besorgnis. Sollte sie ihre Arbeit tatsächlich einstellen müssen, wird das eine Lücke reißen, die sich kaum wieder schließen lassen dürfte. „Das Problem reicht weit über personelle Strukturen hinaus“, sagt Rolf Dörner, der für den Kulturbereich in Limburgerhof verantwortlich zeichnet. „Die Arbeit, die Lilo Salten für das kulturelle Angebot in unserer Gemeinde geleistet hat, können wir sehr schwer bis gar nicht selbst stemmen.“ Unersetzbar seien vor allem das unermüdliche Engagement von Salten und ihr „Vitamin B“, wie Dörner es ausdrückt. Sie habe einen ausgesprochen guten Draht zu vielen verschiedenen Künstlern gehabt, der es ihr ermöglichte, auch hochkarätige Veranstaltungen zu guten Konditionen in die Gemeinde zu holen. Dass so etwas künftig weiter möglich sein wird, hält Dörner für zweifelhaft. Seit 1983 – dem Geburtsjahr des Limburgerhofer Kultursaals – arbeitete die Gemeinde mit Salten zusammen. „Damals hat sie gemeinsam mit Bürgermeister Heinrich Zier einen Plan für den Saal ausgeheckt, der unter anderem dazu dienen sollte, Publikum anzulocken, um die Stätte überhaupt erst mal bekannt zu machen“, berichtet Dörner. Mit elf bis 15 Veranstaltungen aus der Reihe „Kleine Komödie“ habe Salten den Kultursaal jedes Jahr bespielt – und so den Löwenanteil des Unterhaltungsprogramms beigesteuert. „Es gibt in dem Saal natürlich von jeher noch andere Veranstaltungen. Wir fallen also jetzt nicht in ein schwarzes Loch“, sagt Dörner. „Ein herber Schlag ist es allerdings schon.“ Zu der gleichen Einschätzung gelangt Elke Helm, die Werkleiterin des Mutterstadter Palatinums – eines gemeindeeigenen Betriebs. Das Kultur- und Veranstaltungshaus hat seine Tore im Jahr 1998 geöffnet und seitdem mit Lilo Salten zusammengearbeitet. Auch hier steuerte sie bis zu 15 Veranstaltungen im Jahr bei. „In unserem Haus gibt es auch noch andere Angebote, zum Beispiel für Tagungen oder private Feiern, aber den Hauptteil des kulturellen Programms hat Lilo Salten für uns organisiert. Wir haben nur ganz selten andere Agenturen bei uns zu Gast.“ Wie es mit dem Kulturprogramm in ihrem Haus weitergeht, wenn die Salten-Gastspiele den Betrieb aufgeben sollten, kann Helm gegenwärtig noch nicht sagen – so wenig wie Dörner. „Wir wissen erst seit ein paar Tagen von der Insolvenz und müssen jetzt schauen, was für andere Möglichkeiten es gibt – welche Agenturen in der Region überhaupt noch arbeiten“, erklärt sie. Für Dörner steht schon fest, dass es sehr schwierig wird: „Frau Salten hat die Künstler immer in verschiedene Häuser in der Pfalz eingeladen, konnte so Kosten sparen und gute Konditionen für uns bieten.“ Außerdem habe sie „unheimlich viel Herzblut und Arbeit“ in ihre Programme gesteckt. „Selbst kann die Gemeinde jedenfalls kein Kulturprogramm auf die Beine stellen“, sagt er. Das sei zu teuer und aufwendig. In den vergangenen Jahren habe Limburgerhof zu den Theater-Auftritten im Kultursaal deshalb nur noch das technische Beiwerk geliefert, während Salten alles Organisatorische übernahm. Bis Ende Mai wird es aller Voraussicht nach dabei bleiben können. Bis dahin ist das Programm der Salten-Gastspiele bereits ausgearbeitet und der Heidelberger Insolvenzverwalter Mario Nöll will nach eigenen Angaben dafür sorgen, dass es so weit wie möglich nach Plan abgespult wird. Danach ist die Saison jedoch vorbei und die Gemeinden müssen überlegen, welche neuen Wege sie beschreiten wollen. Bislang haben sie damit allerdings noch nicht angefangen. „Im März tagt der Kulturausschuss“, erklärt Elke Helm. „Da wird das Thema wohl zum ersten Mal auf der Tagesordnung stehen. Aber eine Entscheidung fällt sicher noch nicht.“ Auch in Limburgerhof gibt es bislang keine konkreten Überlegungen. „Wir müssen sehen, was geht“, sagt Dörner. „Mit der heißen Nadel soll nichts gestrickt werden.“ Lilo Salten starb am 7. Februar. Die finanziellen Schwierigkeiten der Salten Theater-Promotion kamen im Zuge des Nachlassverfahrens ans Licht. In den vergangenen Jahren hat die Veranstaltungsagentur laut Nöll etwa 200.000 Euro Schulden angehäuft.

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