Rhein-Pfalz Kreis Ein Heim fürs Netzwerk
«Maxdorf.» Das Netzwerk Hilfe bekommt ein eigenes Haus. Die Verbandsgemeinde Maxdorf mietet ein Anwesen in der Straße Im Horst. Die Initiative will dort ihr Projekt vom „Haus der Begegnung“ umsetzen. Da passt es, dass das Gebäude auch anderen Vereinen offen stehen soll. Primärer Nutzer aber ist doch das Netzwerk.
Wie Verhandlungsführer sitzen sie einander gegenüber. Paul Poje (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maxdorf, auf der einen Seite des meterlangen Tischs im Maxdorfer Rathaus. Ihm gegenüber Rainer Bahnemann, der Vorsitzende des Netzwerks Hilfe. Dazwischen die Mitglieder des Bauausschusses und zahlreiche Ehrenämtler des Netzwerks. Die Konstellation erweckt durchaus den Anschein, dass die Fronten zwischen Verwaltung und Vorzeigeprojekt ein bisschen verhärtet sind. „Ich hoffe, dass es zu keinen Überraschungen kommen wird“, sagt Poje. In der Frage, welche Räumlichkeiten die Verbandsgemeinde dem Netzwerk für dessen Arbeit dauerhaft zur Verfügung stellen kann, ist es in den vergangenen Wochen zu Unstimmigkeiten gekommen. Das Netzwerk fühlte sich nicht ausreichend wertgeschätzt – und Bahnemann dauerte der ganze Prozess viel zu lange. Zumal der Verein bei einem Ideen-Wettbewerb der BASF 20.000 Euro gewonnen hat, für das Konzept eines „Hauses der Gemeinsamkeit“. Die Uni Mannheim begleitet dieses Projekt – und allmählich würde man gerne beginnen, sagt Bahnemann. Seit drei Jahren leistet das Netzwerk Hilfe Integrationsarbeit, insbesondere für Flüchtlinge. Herauskristallisiert hat sich das Anwesen Im Horst 16 in Maxdorf. Das leerstehende Haus liegt etwas abgelegen, das Netzwerk findet es ideal. Nachdem der Verbandsgemeinderat sich vergangene Woche beraten hat (wir berichteten), holt sich Poje nun die Erlaubnis des Ausschusses, das Mietverhältnis in Absprache mit den Fraktionsvorsitzenden unter Dach und Fach zu bringen. Am Mittwochvormittag hat er alle Zusagen, auch der Eigentümer gibt sein Okay. Zum 1. Juli soll der Mietvertrag beginnen und zunächst fünf Jahre laufen. Poje rechnet mit Kosten von 20.000 Euro pro Jahr, etwaige Umbauarbeiten ausgenommen. Ideen gibt es, zumindest der Eingang sollte behindertengerecht gestaltet werden, findet Ausschussmitglied Rainer Reiß (CDU). Das Netzwerk hat bereits einen detaillierten Plan vorgelegt, was die Ehrenamtlichen in welchem Raum vorhaben. „Die finalen Planungen fangen aber erst jetzt an“, sagt Bahnemann. Ein Gedanke: Die Ausgabestelle der Tafel soll in die Garage des Anwesens umziehen. Das Haus soll nicht nur die Heimat für das Netzwerk werden. Die Räume sollen auch anderen Gruppen offen stehen. Der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes hat Interesse angemeldet, dort einzuziehen. Mit mehreren Vereinen könnte es tatsächlich ein Haus der Gemeinsamkeit werden. „Primärer Nutzer ist aber das Netzwerk“, stellt Poje klar. Bei den Umbauarbeiten werde sich das Netzwerk natürlich beteiligen, sagt Rainer Bahnemann. Er kann es kaum erwarten, seine Ideen im neuen Heim umzusetzen. „Wir freuen uns“, sagt der Netzwerk-Chef zum Bürgermeister. „Virtuell sind wir aufgesprungen und um den Tisch getanzt.“