Rhein-Pfalz Kreis Ein Dorf will sich ausdehnen

In diesem Bereich zwischen Dorf und Autobahn könnte Fußgönheim wachsen. Damit es auch formal passt, treten die Nachbarn aus Maxd
In diesem Bereich zwischen Dorf und Autobahn könnte Fußgönheim wachsen. Damit es auch formal passt, treten die Nachbarn aus Maxdorf die nötigen Flächen ab.

«Maxdorf/FussGönheim.»Wer möchte, darf sich in Fußgönheim bald ein neues Zuhause bauen. Die Kommune kann wachsen, weil ihr die Nachbarn das dafür nötige Gelände abtreten. Die Maxdorfer kümmern sich nämlich lieber um innerörtliche Bauvorhaben statt ein neues Baugebiet auszuweisen.

Flächennutzungsplan – der Begriff klingt schwer nach Verwaltungsdeutsch und daher kommt er auch. Aber jetzt bitte nicht aufhören zu lesen. Was sich dahinter verbirgt, ist nämlich gar nicht mal so verwaltungslangweilig, sondern sogar ziemlich interessant und am Beispiel Maxdorf/Fußgönheim ganz gut zu erklären. Also: Im Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Maxdorf ist festgelegt, wo in ihren drei Ortsgemeinden Bürger ihr Wohndomizil errichten, Gewerbebetriebe sich ansiedeln und Landwirte ihre Felder bestellen sollen. Eine Ebene darüber haben die Regionalplaner die gesamte Region – also viele Gemeinden – im Blick und legen unter anderem fest, wie stark Dörfer und Städte etwa durch Neubaugebiete wachsen dürfen. Eine Ebene unter dem Flächennutzungsplan regeln die Ortsgemeinden in Bebauungsplänen Einzelheiten, zum Beispiel ob Ein- oder Mehrfamilienhäuser entstehen, wie hoch die Gebäude werden dürfen und welche Art Dach sie haben müssen. Der Flächennutzungsplan wird alle 15 bis 20 Jahre fortgeschrieben, also auf den neuesten Stand gebracht. Dazu dürfen Birkenheide, Fußgönheim und Maxdorf der Verbandsgemeinde ihre Wünsche mitteilen. Die Regionalplaner bewerten das. In Fußgönheim ist so ein Konflikt entstanden: Die Gemeinde will sich stärker ausdehnen, als die Regionalplaner es für angemessen halten. Maxdorf hingegen gestehen sie deutlich mehr Fläche zu – sogar mehr, als die Maxdorfer derzeit benötigen. Da haben sich die Fußgönheimer gedacht, dass die Maxdorfer ihnen doch die 1,6 Hektar überlassen könnten, die Fußgönheim fehlen und Maxdorf nicht braucht. Darüber haben am Donnerstag nun die Mitglieder des Maxdorfer Rats diskutiert. „Für uns ist das kein Problem“, erklärt Bernd Kraft (SPD). Gebe Maxdorf das Gelände nicht ab und nutze es nicht, wäre es für alle verloren. Ihn beschäftigt vielmehr, dass Birkenheides Ortschef Siegmund Hein (SPD) ihm angekündigt habe, dass seine Gemeinde ebenfalls zusätzlichen Bedarf anmelden möchte. Diese Information überrascht auch Verbandsbürgermeister Paul Poje (CDU). Davon sei ihm nichts bekannt, aber der Birkenheider Rat tage ja auch erst am Montag. Maxdorfs Ortsbürgermeister Werner Baumann (CDU) hält von Birkheides Ansinnen schon jetzt nichts: „Wir müssen mal irgendwann zu Potte kommen.“ Alle drei Kommunen seien gehört worden, die Fortschreibung dauere nun schon mehrere Jahre. Der Plan müsse endlich verabschiedet werden. Weitere Verzögerungen möchte auch Alfons Wiebelskircher (SPD) nicht: „Ich gehe davon aus, dass der Verbandsgemeinderat den Flächennutzungsplan am Dienstag so beschließt, wie er jetzt ist.“ Mit der Übertragung der 1,6 Hektar an Fußgönheim sind alle einverstanden. Die Ortsgemeinde will ein neues Baugebiet ausweisen. Die Maxdorfer dagegen wollen eher innerörtlich verdichten.

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