Rhein-Pfalz Kreis Eigene Fußstapfen schaffen
Dannstadt-Schauernheim. Mit Beginn des neuen Jahres übernimmt Markus Lehmann das Amt des Büroleiters in der Verwaltung der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim. Sein Vorgänger Günter Fußer hat diesen Job 29 Jahre lang gemacht und große Fußstapfen hinterlassen. In die möchte der 39-jährige Schifferstadter gar nicht erst treten. „Ich möchte lieber meine eigenen schaffen“, erklärt er.
In Verwaltungen kennt sich Markus Lehmann seit Kindertagen aus. Sein Vater hat mehr als 40 Jahre bei den Stadtwerken Schifferstadt gearbeitet, „als Schulbub habe ich ihn nach dem Unterricht immer im Rathaus abgeholt, wo die Stadtwerke damals noch untergebracht waren“, erzählt er. Schon früh habe er sich gewünscht, später ebenfalls im öffentlichen Dienst zu arbeiten. Folgerichtig hat der Schifferstadter nach der Real- die Handelsschule in Speyer besucht: „Für die Mittlere Reife musste ich noch eine Prüfung ablegen.“ Eine andere Arbeit kam für ihn nie wirklich infrage: „Prägend war ein Praktikum bei einem Hifi-Techniker, wo wir löten mussten und so weiter. Danach war ich der Einzige, der wusste, dass er definitiv kein Handwerker werden möchte“, sagt er und lacht. Seit Anfang November ist Lehmann von Günter Fußer eingearbeitet worden, hat sich das Büro mit dem Kollegen geteilt. „Er hat mir sofort gesagt, ich soll mich auf seinen Platz setzen“, verrät der stolze Vater eines drei Jahre jungen Sohnes. Fußer besitze eine immense Erfahrung. Seine Nachfolge anzutreten, sei eine große Herausforderung. „Ich habe diese zwei Monate genossen, in denen ich ihn noch vieles fragen konnte, er mir mit dem Auto wichtige Gebäude und Liegenschaften gezeigt und mir oft den entscheidenden Tipp gegeben hat“, sagt Lehmann. Zudem habe er Fußer zu Sitzungen begleiten und beobachten können, wie er alles handhabt. „Ich habe großen Respekt davor, von jetzt an auf mich allein gestellt zu sein“, gibt er zu. Wobei: Ganz allein werde er ja auch nicht sein. Die anderen Büroleiter in den Kreiskommunen hätten ihm schon Unterstützung angeboten, falls er sie benötige, „und hier im Rathaus habe ich die Fachbereichsleiter als Ansprechpartner“, erklärt der 39-Jährige. Außerdem bringt er selbst reichlich Erfahrung mit. Lehmann hat in der Stadtverwaltung Schifferstadt die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten absolviert und ist 1999 ins Friedhofsamt übernommen worden. Später hat er den Brand- und Katastrophenschutz sowie ruhenden Verkehr und Ordnungsamt übernommen. Zwischenzeitlich hatte er den Lehrgang zum Verwaltungsfachwirt abgeschlossen. Danach wechselte Lehmann zur Verbandsgemeinde Waldsee, die einen Ordnungsamtsleiter suchte, und arbeitete dort mehr als zehn Jahre, zuletzt nach der Fusion mit Altrip und Neuhofen als stellvertretender Fachbereichsleiter. Als Standesbeamter hat er fungiert und 150 Paare verheiratet: „Das hat mir tolle Erfahrungen beschert.“ Im April ist ihm schließlich die Stellenanzeige in Dannstadt-Schauernheim aufgefallen. „Soll ich nach 20 Jahren etwas Anderes machen? Liegt mir das?“ Diese Fragen haben ihn beschäftigt, zumal er sich bei der Verbandsgemeinde Rheinauen wohlfühlte. „Meine Frau hat gesagt: Bewirb dich!“, erzählt er. „Der Abschied von meinen alten Kollegen fiel mir schwer, aber ich bin in Dannstadt-Schauernheim sehr gut aufgenommen worden“, freut er sich. Neu ist vor allem, „dass ich nun nicht mehr nur eine Abteilung im Blick habe, sondern zusammen mit dem Bürgermeister die gesamte Verwaltung.“ In seiner Freizeit engagiert sich der 39-Jährige seit bald 24 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr. Bis zur Geburt seines Sohnes war er zwölf Jahre Vorsitzender des Leichtathletikclubs Schifferstadt, wo er noch heute bei Bedarf mithilft. |mamü