DUDENHOFEN
E-Landestation: Wenn die Rechnung plötzlich kommt
Einkaufen und gleichzeitig das Elektroauto aufladen – mit dieser zeitsparenden Option werben immer mehr Supermärkte. Auch auf dem Parkplatz des Rewe-Markts in Dudenhofen befindet sich seit kurzem eine Ladesäule, die den umweltschonenderen Elektroautos genügend Strom für die Weiterfahrt zur Verfügung stellen soll. Für eine RHEINPFALZ-Leserin aus dem Speyerer Umland hat das Nutzen der Ladesäule allerdings eine unangenehme Überraschung mit sich gebracht, wie die Frau der Redaktion berichtet.
Über App gesucht
Sie suche immer über die „Chargemap“-App nach Ladestationen für ihr Elektroauto und sei so auch auf die Ladesäule auf dem Dudenhofener Rewe-Parkplatz gestoßen. Weil nichts weiter auf der Ladesäule angezeigt wurde, sei sie davon ausgegangen, es handele sich um eine kostenlose Ladestation, bis sie nach dem Einkauf eines Besseren belehrt wurde: „Ich habe schon öfter auf Gratis-Ladestationen zurückgegriffen, wie man sie etwa von den Parkplätzen einiger Lidl-Filialen kennt. Dort ist es möglich, sein Auto für die Dauer des Einkaufs an den Strom anzuschließen“, berichtet sie. Umso geschockter sei sie gewesen, als sie ein paar Stunden später über die bereits erwähnte App eine Rechnung erhalten habe. „Plötzlich sollte ich 7,42 Euro für die halbe Stunde bezahlen, die das Auto während des Einkaufs am Stromnetz hing. Das erschien mir unverhältnismäßig hoch und vor allem hatte ich nicht damit gerechnet, dass die Ladesäule überhaupt zahlungspflichtig ist“, sagt die Frau. Sie frage sich, inwiefern den Pfalzwerken, die mit rund 200 Ladepunkten den größten Teil der öffentlichen Ladestationen für Elektroautos in Rheinland-Pfalz betreiben, dieser Preisunterschied bewusst sei und ob man die Ladesäule nicht ersichtlicher als zahlungspflichtig kennzeichnen müsse.
Darauf hat Andreas Memmer, E-Mobilitäts-Experte bei den Pfalzwerken, eine klare Antwort: „ Der erhöhte Preis für den Elektrostrom auf dem Rewe-Parkplatz im Vergleich zu anderen Ladepunkten lässt sich damit erklären, dass es sich in Dudenhofen um eine sogenannte Schnellladestation handelt, bei der bis zu 50 Kilowatt Gleichstrom geladen werden können.“ Dies sei mehr als doppelt so viel wie bei herkömmlichen Ladestationen und hebe deshalb den Preis an, da die Wartezeit bis zum voll aufgeladenen Zustand des Autos so erheblich verkürzt werde.
Ladesäulen: Steigende Nachfrage
Dass das Laden generell zahlungspflichtig ist, erklärt Memmer mit der steigenden Nachfrage an Lademöglichkeiten für E-Autos. Der Unterschied von Ladesäulen an Einkaufsmärkten wie Ikea und Lidl zur Station bei Rewe in Dudenhofen: „Hier handelt es sich nicht um Schnellladestationen. Das bedeutet, die Kunden können während des Einkaufes, der häufig nicht länger als eine halbe Stunde geht, ihr Auto nur zu einem Teil aufladen und müssen relativ bald wieder eine neue Ladestation aufsuchen oder ihr Auto über die Zeit des Einkaufes hinaus aufladen, was auf lange Sicht Ladestationen blockiert“, sagt Memmer. Das auf den ersten Blick verlockend wirkende Angebot, sein Auto kostenlos aufzutanken, entpuppe sich eher als eine Art Marketingstrategie.
Auf die Frage nach Kennzeichnung der Ladestation führt Memmer aus: „Wir haben unsere Ladesäule nicht zusätzlich als zahlungspflichtig gekennzeichnet, weil wir selbst nur verschiedene Tarife anbieten, aus denen die E-Autofahrer dann wählen können. An unseren Ladepunkten sind daher im Allgemeinen keine Preise zu finden, da diese stets tarifabhängig sind.“ Eine explizite Ausschilderung der Ladesäule als zahlungspflichtig erscheine ihm daher als überflüssig.