Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Durch dick und dünn: Karl und Marianne Dau feiern heute ihre Eiserne Hochzeit

Marianne und Karl Dau sind in der Pfalz heimisch geworden und fühlen sich in Dannstadt wohl.
Marianne und Karl Dau sind in der Pfalz heimisch geworden und fühlen sich in Dannstadt wohl.

Auf den Tag genau vor 65 Jahren haben sich Karl und Marianne Dau das Ja-Wort gegeben – in Neukloster in Mecklenburg-Vorpommern. In einem Dorf nahe der kleinen Stadt, im heutigen Ortsteil Nevern, ist der Jubilar zur Welt gekommen und aufgewachsen. Seine Frau hatte es nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung aus ihrer Heimat Schlesien dorthin verschlagen.

Im Dorf und der Schule begegneten sich die beiden als Zehnjährige. „Wir waren sogar in derselben Klasse und wurden in derselben Kirche konfirmiert, in der wir später geheiratet haben“, erzählt die inzwischen 85-Jährige. Für die Hochzeit bekam das Paar weißen Stoff, mit dem eine Schneiderin das weiße Brautkleid nähte. Ihre Trauung feierten Karl und Marianne Dau im Kreis der Familie, Mutter und Tante kochten für die Festgesellschaft. „20 bis 25 Leute waren wir schon“, sagt die Jubelgattin.

Ein Jahr danach folgte sie mit ihrem Mann einem ihrer beiden Brüder in die Pfalz, nach Ludwigshafen. Hier war Karl Dau zunächst bei einer Chemie- sowie einer Baufirma tätig, ehe er bei einer großen Spedition als Berufskraftfahrer anfing. Diesem Unternehmen blieb er 44 Jahre bis zum Ruhestand treu – und half selbst als Rentner noch hin und wieder aus. Mit seinem Lkw war er nicht nur auf deutschen Fernstraßen unterwegs, sondern auch im Ausland. „Belgien und Niederlande“, nennt er als zwei Beispiele. Marianne Dau wiederum trug zunächst acht Jahre als Straßenbahnschaffnerin zum Familieneinkommen bei. Nach dem Umzug in ein Reihenhaus in Dannstadt im Jahr 1979 – Ideengeber war wieder einer ihrer Brüder –, arbeitete sie an der Kasse des örtlichen HL-Markts. In dem Haus wohnen die beiden bis heute.

Kleingarten und Wanderungen

Ihre Freizeit verbrachten die Daus gerne im Garten – sowohl im heimischen als auch in einem Kleingarten im Ludwigshafener Stadtteil Maudach. Dort genossen sie auch die Geselligkeit im Kleingartenverein. Außerdem bereitete ihnen das Wandern stets große Freude, viele Jahre zog es sie mit ihrer Wandergruppe jeden Sonntag in den Pfälzerwald. Aus gesundheitlichen Gründen können sie an den Touren heute nicht mehr teilnehmen, treffen die anderen aber wenn möglich zumindest in der jeweils als Ziel auserkorenen Wanderhütte.

Nach dem schönsten gemeinsamen Erlebnis in all den Jahren gefragt, nennt Marianne Dau denn auch die Erholung ihres Manns von einem schweren Schlaganfall. Lähmung, Rollstuhl, Verlust der Sprache – diese Stationen haben sie zusammen überwunden. Die Genesung sei auch nach vielen Jahren noch nicht abgeschlossen, aber es gehe ihm schon viel besser. Und so können sie weiter gemeinsam durch dick und dünn gehen. „Verständnis und Zusammenhalt in guten wie in schwierigen Zeiten“ halten sie passenderweise für die Grundlage ihrer 65 erfolgreichen Ehejahre. Wenig überraschend wünschen sie sich zu ihrer Eisernen Hochzeit vor allem eins: „Gesundheit. Die ist der größte Reichtum.“

Feier mit Familie und Freunden

Am heutigen Dienstag werden sie wohl Besuch von den Familienmitgliedern bekommen, die Zeit haben und kommen können, sowie von Nachbarn und Freunden. „Am Samstag gehen wir mit unseren Nichten essen, die uns auch immer versorgen und nach uns sehen“, verrät Marianna Dau. Eigentlich wollten auch die Geschwister des Jubilars aus Mecklenburg anreisen, würden sich wegen der Corona-Pandemie aber doch nicht trauen.

Das Paar bei seiner Hochzeit am 23. Juni 1955 in Neukloster in Mecklenburg-Vorpommern.
Das Paar bei seiner Hochzeit am 23. Juni 1955 in Neukloster in Mecklenburg-Vorpommern.
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