DUDENHOFEN / SPEYER RHEINPFALZ Plus Artikel Dudenhofener hat Westseite des Doms seine Gestalt gegeben

Dom-Vorhalle: Ein Dudenhofener baute sie.
Dom-Vorhalle: Ein Dudenhofener baute sie.

Weitgehend unbekannt dürfte sein, dass ein nach Speyer gezogener Dudenhofener seine Wohnstadt in wesentlichen Teilen verändert hat. Franz Joseph Herbst gab der Westseite des nachmaligen Weltkulturerbes ein neues Aussehen und ließ 44 meist große Wohn- und Geschäftshäuser nach seinen Plänen errichten.

Franz Joseph Herbst wurde am 2. März 1806 in Dudenhofen geboren und im Februar 1875 im heutigen Alten Friedhof (Adenauerpark) in Speyer beigesetzt. Gewissermaßen Weltruhm erlangte Franz Joseph Herbst durch seinen ersten großen Auftrag. Der von dem Karlsruher Baudirektor Heinrich Hübsch geführte Dombau-Ausschuss beauftragte den Dombaumeister Herbst, die in den Kriegswirren der Vergangenheit stark beschädigte Kathedrale nach seinen Plänen herzurichten und deren westliche Vorderseite neu zu gestalten. Das gelang nach zeitgenössischer Darstellung „auf das Vortrefflichste“.

Gleich nach einem von Bischof Nikolaus von Weis gehaltenen Frühgottesdienst am 3. Juli 1854 machten sich Herbst senior, seine offenbar bei ihm oder einem eigens gegründeten Unternehmen angestellten Söhne und eine unbekannt geblieben Anzahl von Maurern und anderen Handwerkern ans Werk. Franz Joseph Herbst war für die Vorhalle verantwortlich, jeder seiner Söhne für einen Turm. Zudem gestalteten sie die Taufkapelle und die Katharinenkapelle neu und versahen die drei Längsschiffe mit roten und weißen Sandstein-Platten. Mitte Juli 1858 hatten sie die Arbeiten abgeschlossen. Die Kosten der gesamten Neugestaltung beliefen sich auf 190.000 Gulden. In den Königreichen Bayern und Preußen wurde zu Spenden aufgerufen. Der Dombau-Meister erhielt als persönliche Anerkennung von Bayern-König Ludwig eine goldene Taschenuhr.

Die 44 Wohn- und Geschäftshäuser, die Herbst außerdem in Speyer errichten ließ, gehörten zum Teil ihm und seiner Familie, der Ehefrau Elisabeth und deren Söhnen Karl und Bernhard. Die Häuser stehen, nur unwesentlich verändert, in der Ludwigstraße, Bahnhofstraße, am Postplatz, in der Hagedornsgasse und in der Johannesstraße.

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