Rhein-Pfalz Kreis Doppelt so viele Fahrgäste nutzen Bürgerbus
Nach anfänglicher Flaute erfreut sich der kostenlose Fahrdienst inzwischen großer Beliebtheit. Der im März 2014 von der RV Bank Rhein-Haardt gestiftete Bus ist mittlerweile ein vertrautes Bild in den Bobenheim-Roxheimer Straßen. Ab 1. Februar gilt ein neuer Fahrplan: Der Seniorenbeirat stellt ihn im RHEINPFALZ-Gespräch vor und zieht eine Zwischenbilanz.
„Der Frust der Anlaufzeit durch die vielen Leerfahrten ist verflogen – der Bürgerbus hat sich gut etabliert“, resümiert Hans-Rainer Schiffmann. Entsprechend positiv sei die Stimmung bei den 17 ehrenamtlichen Fahrern, die sich mittlerweile zu geselligen Runden treffen. Wurde der Bus im Auftaktjahr an 68 Fahrtagen von 249 Bobenheim-Roxheimern genutzt, so hat sich die Frequenz in den letzten beiden Jahren fast verdoppelt: von 660 Fahrgästen an 97 Fahrtagen im Jahr 2015 auf 1172 im letzten Jahr. 2016 war der Bus an 99 Tagen im Einsatz, berichtet Gerhard Schall. Pro Fahrt können bis zu fünf Personen transportiert werden. Auch Rollatoren kommen unter. Leider sei der Bus jedoch nicht dafür ausgestattet, Rollstuhlfahrer mitzunehmen. Die Ringbuslinie werde vor allem für Einkaufsfahrten genutzt. Obwohl man die Fahrtroute an den Arztpraxen und Apotheken ausgerichtet habe, bestehe hier nur wenig Interesse. Bei den Fahrgästen handle es sich überwiegend um Senioren und um Menschen mit Gehbehinderung. Fast alle nutzten den Bürgerbus zum Einkauf bei Globus und Aldi. Schiffmann: „Man fährt mit der einen Tour hin und mit vollen Einkaufstüten mit der nächsten wieder zurück.“ Unabhängig davon freuten sich die oft alleinstehenden Menschen darüber, mal wieder raus zu kommen. „Jüngst sagte mir eine ältere Dame im Bus, dass sie einige Straßen auf der Route schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat“, berichtet Schiffmann. Auch die Gespräche seien immer wieder interessant. „Man hört ganze Lebensgeschichten.“ Zwischen den Ehrenamtlichen und den älteren Leuten sei inzwischen Vertrautheit gewachsen. Probleme seien nicht vorgekommen. Anders als 2015, als es einen teuren Blechschaden am Bus gab, sei man letztes Jahr unfallfrei gefahren. Konzept und Linienführung seien stimmig, meint der Seniorenbeirat. Die Entscheidung für einen festen Fahrplan nebst Route habe sich bewährt. Die anfänglich in Erwägung gezogene Ruf-Bus-Variante greife in Bobenheim-Roxheim nicht. Hans-Rainer Schiffmann: „Wir haben uns diese Variante in der Verbandsgemeinde Langenlonsheim im Hunsrück angeschaut, dabei jedoch festgestellt, dass dies eher zu ausgedehnten ländlichen Kommunen passt.“ Der Organisationsaufwand sei bei dieser Alternative enorm. Die Finanzierung des kostenlosen Angebots ist laut Seniorenbeirat weiterhin gesichert: Im Gemeindehaushalt stehen jährlich 4000 Euro bereit. Zur Sache |wek