Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Dirmstein: Elektrizitätsgenossenschaft verdoppelt Gewinn

Während in modernen Wohnhäusern immer weniger Energie verbraucht wird, wird der Stromverbrauch wegen zunehmender E-Autos wohl st
Während in modernen Wohnhäusern immer weniger Energie verbraucht wird, wird der Stromverbrauch wegen zunehmender E-Autos wohl steigen. Damit rechnet der Dirmsteiner Versorger EGD. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Wie im Jahr zuvor erhalten die Mitglieder der Elektrizitätsgenossenschaft Dirmstein (EGD) auch für 2018 eine Stromgeldrückvergütung in Höhe von neun Prozent, berechnet vom jeweiligen Jahresverbrauch. Das hat die Generalversammlung der EGD am Donnerstag im protestantischen Gemeindehaus beschlossen.

Zu der Versammlung waren 18 von rund 600 Genossen gekommen. Neben der Präsentation des Jahresabschlusses 2018 sowie den Rechenschaftsberichten ging es auch um Ersatzwahlen. Als Vorstandsvorsitzender wurde für weitere vier Amtsjahre Friedrich Raudasch bestätigt. Ebenfalls wiedergewählt wurden die Aufsichtsratsmitglieder Bernd Eberle und Stefan Haas. Bianca Albrecht kam als Ersatz für ein ausgeschiedenes Mitglied.

Die EGD versorgt nach Angaben von Geschäftsführerin Birgit Adrian derzeit rund 85 Prozent der Dirmsteiner mit Strom. Die Kunden müssen, ähnlich wie bei einer Genossenschaftsbank, nicht Mitglied sein. Wer aber Anteile hält, wird am Gewinn beteiligt, indem er einen Teil seiner Stromkosten erstattet bekommt. Seit einigen Jahren sind das neun Prozent des Jahresverbrauchs. Kündigungen von Genossen seien selten, so Aufsichtsratsvorsitzender Horst Schröder, auf der anderen Seite sei die Nachfrage nach einer Mitgliedschaft gering.

Investiert wurde 2018 vor allem in die Stromversorgung des Baugebiets Nachtgärten

Die Strompreise hat die EGD im Geschäftsjahr 2018 stabil halten können. Ihr Umsatz lag bei rund 2,1 Millionen Euro, in etwa so viel wie im Vorjahr, erläuterte Adrian die Zahlen des Jahresabschlusses. Rund 75.000 Euro werden als Konzessionsabgabe in die Dirmsteiner Gemeindekasse fließen. Der Jahresüberschuss liegt bei rund 90.000 Euro und hat sich gegenüber 2017 mehr als verdoppelt. Davon sollen 20 Prozent (36.000 Euro) in die Rücklagen gehen, die restlichen 54.000 Euro werden an die Genossenschaftsmitglieder verteilt. Das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital habe sich geringfügig erhöht, die Quote liege bei 67 Prozent, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Schröder. Investiert wurde im vergangenen Jahr laut Vorstandschef Raudasch unter anderem in die Erschließung des Baugebiets Nachtgärten, in die Trafostation Hauptstraße sowie in das Netz.

Der Vorstand wappnet sich für einen möglichen Anstieg bei der Anzahl der E-Fahrzeuge

In der anschließenden Diskussion wurde kritisiert, dass es angesichts der aktuellen Rücklagen von 134.000 Euro und einer Verdoppelung des Gewinns nur neun Prozent Stromgeldrückvergütung geben soll. Dem entgegnete Bernd Eberle, dass gerade in Neubaugebieten der Energieverbrauch gegen Null gehe, dennoch müsste die EGD Leitungen aufrechterhalten und Strom verfügbar halten. Die Entscheidung zur Gewinnverteilung habe man lange beraten.

Beim Thema E-Mobilität sei noch vieles ungewiss, ergänzte Friedrich Raudasch. Für 2030 werde in Dirmstein ein Aufkommen von 68 Elektroautos prognostiziert. Dafür müssten neue Leitungen zum Aufladen bezogen werden. Was am Ende tatsächlich gebraucht werde, „das können wir gar nicht berechnen“.

Beim Stichwort Versorgungssicherheit versicherte Birgit Adrian: „Alles ist abgesichert, was nötig ist, und wir versuchen alles Mögliche zu machen, damit nichts passiert.“ Bernd Eberle meinte dazu: „Wir sind immer auf dem aktuellen Stand, es gibt keinen Investitionsstau. Und wir bemühen uns um ein belastbares Netz.“ Bislang gebe es keine Probleme, und die Kunden seien zufrieden.

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