Rhein-Pfalz Kreis Diebe stehlen auf Bestellung

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«Schifferstadt.» Die Zahl der erfassten Delikte pro 100.000 Einwohner lag bei 4926, 2015 waren es 5399 – der Landesdurchschnitt liegt bei 6222. Dieser statistische Wert ist eine Standardisierung, um Länder und Regionen vergleichen zu können. Tatsächlich angezeigt wurden im Bereich der PI Schifferstadt im vergangenen Jahr insgesamt 4326 Vergehen. Im Jahr zuvor waren es 4690. Weitergeleitet an andere Abteilungen des Polizeipräsidiums Rheinpfalz werden Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Sexualstraftaten, Tötungsdelikte und auch Wohnungseinbrüche, welche von der Arbeitsgruppe „Bande“ verfolgt werden (wir berichteten). Von den Beamten der PI Schifferstadt wurden 3565 Delikte bearbeitet, im Vorjahr 3916. Die Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr bei 53,1 Prozent. Am häufigsten erfasst sind Diebstähle, nämlich 1388 Fälle. Trotzdem sind das laut Statistik schon 24 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugenommen hat dagegen die Anzahl der sogenannten Rohheitsdelikte. Zu diesen zählen Körperverletzung und Raub sowie Freiheitsberaubung und Nötigung. Ihre Anzahl stieg um 12,8 Prozent auf 784. „Das bedeutet nicht, dass die Bürger sich unsicherer fühlen müssten“, sagte Hauptkommissar Jörg Friedrich, der die Statistik vorstellte. Tatsächlich geschahen 55 Prozent der Rohheitsdelikte unter den Bewohnern von Flüchtlingsunterkünften. In denen lebten fast ausschließlich junge Männer aus verschiedenen Kulturkreisen auf engem Raum, da bestehe eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass es zu Konflikten komme. Derzeit seien 1071 Zuwanderer im Dienstgebiet untergebracht, das mache 1,23 Prozent der Bevölkerung aus. 247 Straftaten werden den Zuwanderern zugerechnet. „Es ist keineswegs so, dass eine Horde von Kriminellen über uns herfällt“, sagte Kai Giertzsch, der stellvertretender Leiter und Pressesprecher der PI Schifferstadt. Und: „Würde man 50 Pfälzer in ein Haus stecken, gäbe das auch Stress“, meint er. Zu Fällen von Gewalt in engen sozialen Beziehungen wurden die Polizisten 261 Mal gerufen, das ist eine Zunahme von 49 Fällen (23 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. 43 Mal wurden Platzverweise ausgesprochen. 83 Mal wurden die Fälle an eine Interventionsstelle weitergeleitet, wo Opfer beraten und falls nötig weiter betreut werden. In drei Vierteln der Fälle wurden Männer als Täter beschuldigt. Die kontinuierliche Zunahme von Wohnungseinbrüchen hat sich auch 2016 fortgesetzt. 198 Einbrüche und 101 Versuche wurden festgestellt. Die Aufklärungsquote lag bei 19,2 Prozent. „Die Täter gehen professionell vor und hinterlassen kaum Spuren“, erklärte Friedrich. Die Polizei hofft auf eine Trendwende: Im Frühjahr 2017 sei die Anzahl der Einbrüche um 60 Prozent zurückgegangen. Die Polizei habe ihre Kontrollen verstärkt, dazu gehören auch „unsichtbare“ Ermittlungen, wenn zum Beispiel Beamte in Zivil unterwegs seien. Profis seien auch am Werk, wenn aus Fahrzeugen Navigationsgeräte und Multifunktionslenkräder gestohlen werden. 135 Mal kam das 2016 vor. Die Polizei vermutet, dass Täter womöglich sogar Teile auf Bestellung stehlen. Die Aufklärungsquote liege hier nur bei 5,2 Prozent, im Vorjahr waren es noch 24,7 Prozent bei 93 Fällen. Straßenkriminalität ist im Vergleich zu 2015 etwas gesunken, um 12,7 Prozent auf 966 Fälle. Deutlichen Anteil daran habe ein Rückgang der Fahrraddiebstähle um 126 Fälle, was 34,5 Prozent entspreche. Insgesamt wurden 2016 von der PI Schifferstadt 2008 Tatverdächtige ermittelt, 60 mehr als im Vorjahr. Drei Viertel der Verdächtigen seien männlich. Fast jeder zweite Verdächtige war bereits polizeibekannt. Zum Opfer von Straftaten wurden 3597 Menschen und 1298 Firmen. 20 Prozent der Geschädigten seien Senioren. Die älteren Menschen sind auch in 40 Prozent der Wohnungseinbrüche die Geschädigten. Gewalt gegen Polizeibeamte mussten die Schifferstadter Gesetzeshüter 20 Mal erleben, dabei wurden zwei Polizisten leicht verletzt.

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