Land und Leute RHEINPFALZ Plus Artikel Die Wochenendkolumne: Von Glücksrittern und alten Hasen

Ein bisschen Las Vegas für den Rhein-Pfalz-Kreis.
Ein bisschen Las Vegas für den Rhein-Pfalz-Kreis.

Was den Rhein-Pfalz-Kreis in dieser Woche bewegt hat. Skurriles, Abseitiges und nicht ganz ernst gemeintes aus den Dörfern. Heute: Vegas, Baby!

Zum Glück!

Es gibt ja solche Gewinnspiele, bei denen man sich manchmal fragt, ob da wirklich jemand mitmacht – und auch, ob da wirklich jemand gewinnt. Faber Lottotippgemeinschaften, zum Beispiel. Oder auch die Deutsche Postcode Lotterie. Wer sich nun fragt, welcher Glücksspielanbieter das ist: In der Werbung fahren Moderator Kai Pflaume oder die ehemalige Eiskunstläufer Kati Witt durch die Gegend und klingeln bei glücklichen Gewinnern, die mal mehr, mal weniger überrascht sind, wenn sie die Haustüre öffnen und ihnen ein saftiger Scheck unter die Nase gehalten wird.

Die prominenten Werbegesichter waren vor Kurzem zwar nicht in Dannstadt-Schauernheim zu Gast, die Aufgabe übernahm „Glücksbote“ Felix Uhlig und überbrachte die frohe Kunde, wie die Deutsche Postcode Lotterie mitteilt. Denn die 67125 war das große Los. Das ist die Postleitzahl von Dannstadt-Schauernheim. Und aus ihr und einer Buchstabenkombination besteht der sogenannte Postcode, der mit dem Kauf eines Loses generiert wird. Im Falle unserer Glücklichen aus dem Rhein-Pfalz-Kreis war es die 67125 FQ, die letztlich 20.000 Euro einbrachte. Nicht schlecht, auch wenn die Lotterie nach eigenen Angaben 3,5 Millionen Euro jeden Monat ausschüttet – garantiert. Bei der Organisation handelt es sich um eine private, staatlich lizenzierte Soziallotterie. Beiratsvorsitzende ist Rita Süssmuth, ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestages. Scheint also alles mit rechten Dingen zuzugehen.

Die Glückspilze aus Dannstadt-Schauernheim heißen derweil Rebekka und Benjamin. Die Vornamen müssen reichen, findet die Lotterie, man achte die Persönlichkeitsrechte, Infos über die Gewinner würden nach Rücksprache mit ihnen veröffentlicht. Und die Geschichte, die es über das Ehepaar zu erfahren gibt, ist herzallerliebst. Natürlich bedeute der 20.000-Euro-Gewinn eine große Erleichterung und auch Entspannung nach der Corona-Zeit, zitiert die Lotterie Benjamin. Aber vor allem möchten die beiden direkt ins Reisebüro und USA-Flüge buchen. Denn mit dem Geld soll es nach Las Vegas gehen. „Wir haben dieses Jahr zehnten Hochzeitstag und wir haben in Las Vegas geheiratet“, sagt Rebekka. Zur Rosenhochzeit in die Stadt der Sünde, „das würde sich jetzt natürlich anbieten“, findet Rebekka. Und wer weiß, vielleicht werden aus den 20.000 Euro ja dann deutlich mehr. In Las Vegas soll es ja das ein oder andere Casino geben – und mit Glücksspiel haben die Zwei aus Dannstadt-Schauernheim ja nun nicht die schlechteste Erfahrung gemacht. Wir wünschen viel Glück dabei. Aber nicht übertreiben. Und: Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas.

Zum Diktat!

„Bitte schreiben Sie das bloß nicht in Ihre Zeitung!“ Das ist so ein Satz, bei dem Journalisten innerlich schwer seufzen. Sind das doch meistens die interessanten Sachen, die einem die interviewte Person in dem Moment erzählt hat. Und dann gibt es noch die gegenteilige Variante: „Bitte schreiben Sie das!“ Auch nicht besser. Löst doch diese nach Anweisung klingende Aufforderung bei uns Journalisten oft automatisch den Reflex aus, genau das nicht zu tun. Nicht (immer) aus Trotz, vielmehr weil das doch schnell den Anstrich einer Gefälligkeit hat und einem dann die Unabhängigkeit abgesprochen werden könnte. Das weiß auch Landrat Clemens Körner, erfahrener Hase im Umgang mit der Presse. Und doch rutscht ihm dieser Satz gelegentlich raus. So geschehen am Mittwoch bei einem Termin am Neuhofener Baggersee Schlicht, der barrierefrei umgebaut wird. Ein Vertreter der Gemeinde betonte bei dem Pressetermin die schnelle und unkomplizierte Bearbeitung der Anträge durch die Bauabteilung der Kreisverwaltung. „Bitte schreiben Sie das!“, flehte Körner die Pressevertreter förmlich an und setzte noch ein zweites und drittes „Bitte“ nach. Der Grund dieses tiefen Wunsches: Vor einigen Wochen war die träge Bearbeitungszeit von Anträgen bei genau jener Bauabteilung Gegenstand unserer Berichterstattung. Nun, das Flehen wurde hiermit erhört – und die Unabhängigkeit gewahrt.

Ein schönes Wochenende wünschen Sven Wenzel & Doreen Reber

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