Land und Leute RHEINPFALZ Plus Artikel Die Wochenendkolumne für den Rhein-Pfalz-Kreis: Von geretteten Käfern und Bäumen

Die RHEINPFALZ als Käferretter.
Die RHEINPFALZ als Käferretter.

Was den Rhein-Pfalz-Kreis in dieser Woche beschäftigt hat. Kurioses, Abseitiges – und nicht ganz ernst Gemeintes aus den Dörfern

Geweih

Neubaugebiete verbindet man im Allgemeinen ja eher mit kahlen Baustellen, Lärm und überschaubarer Pflanzenvielfalt. Und auch unser Garten ist – so sehr wir uns auch gerade in den vergangenen Corona-Wochen bemüht haben – noch ein ganzes Stück vom Blumenparadies entfernt. Dennoch haben wir im Oberfeld regelmäßig Besuch von Tieren, die nicht überall zu finden sind. Die Iggelheimer Störche stolzieren regelmäßig über die Wiesen, Enten schauen vorbei, Gottesanbeterinnen wurden schon mehrfach gesichtet, und vergangenes Jahr hat eine große Wespenspinne uns gleichermaßen fasziniert wie erschreckt. Kein Wunder, dass man zuerst wieder an eine Spinne denkt, wenn man beim Gärtnern aus dem Augenwinkel einen großen, dunklen Fleck bemerkt, der sich bewegt. Doch bei genauerem Hinsehen entpuppte sich das Tier nicht als Spinne, sondern tatsächlich als stattlicher Hirschkäfer, der mit lautem Kratzgeräusch über den Schotterweg krabbelte – geradewegs auf den Lichtschacht zu. Als eifriger Tierretter versucht man den Absturz natürlich zu verhindern. Und da kam die RHEINPFALZ, die noch auf dem Esstisch lag, gerade recht. Eine Weile hat der Käfer sich bitten lassen. Vielleicht gehört ja auch er zu denen, die in diesen Zeiten den Medien skeptisch gegenüberstehen? Doch als ein Ausweichversuch in Rückenlage endete, besann er sich eines Besseren. Mit allen sechs Beinchen hat er sich an die rettende Zeitung geklammert. Eine weise Entscheidung, denn so ging es für ihn statt in den Abgrund sicher in die benachbarte Wildblumenwiese.

Gewickelt

Apropos Kritik gegenüber Medien, die ja immer wieder grassiert. Wenn wir solche Fotos sehen wie jenes von dem Hirschkäfer, der die RHEINPFALZ als Kletterhilfe verwendet, erinnern wir uns gerne daran, wofür so eine gute alte Zeitung, diese hier seit nun bald 75 Jahren, doch so gut ist. Recherchieren und erklären natürlich, aufdecken und unterhalten. Nicht zu vergessen sind aber vor allem die unbezahlbaren Eigenschaften – zusammengerollt als Fliegenklatsche oder Mottenjäger, zum Beispiel. Oder der Klassiker, als Einwickelpapier für den Salatkopf. Versuchen Sie das mal mit einer dieser Verschwörerseiten. Die gibt es nämlich meistens nur auf einem Bildschirm. Merkste was?

Gepflanzt

20 Kilometer etwa sind es zwischen der Realschule plus in Bobenheim-Roxheim und der Realschule plus in Maxdorf. 800 Meter sind es zwischen dem Kerweplatz in Maxdorf und der dortigen Realschule plus. Dort fehlt es auf dem Schulhof an Schatten. Bäume sollen das ändern. Bäume, die auf dem Schulhof in Bobenheim-Roxheim ausgegraben werden. Will der Kreis so, weil dort die Schule erweitert wird. Der Maxdorfer Ortsgemeinderat hatte derweil den Einfall, den Kerweplatz umzugestalten. Dort sollen die Bäume weg und Pflaster hin. Und die Bäume? Zur Erinnerung: 20 Kilometer. 800 Meter. Merkste was?

Ein schönes Wochenende wünschen

Julia Köller & Sven Wenzel

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