Fussgönheim
Die treibende Kraft der Fußgönheimer Kerwe
Mit viel Engagement sorgen die Ehrenamtlichen des Kerwe-Fördervereins Jahr für Jahr dafür, dass die Fußgönheimer Kerwe nicht nur gefeiert, sondern von Jung und Alt auch geliebt wird. Eine ganz besonders treibende Kraft ist dabei Martina Heitzmann-Schulz. Die 63-Jährige sprüht förmlich vor Begeisterung, wenn sie über die Kerwe spricht. „Für mich bedeutet die Kerwe Heimat. Es ist ein Stück Identität, das uns verbindet.“
Die Vorsitzende des Kerwe-Fördervereins erinnert sich noch gut daran, wie vor 20 Jahren die Beteiligung am Kerwe-Umzug merklich nachgelassen hatte. „Es gab einfach immer größere Schwierigkeiten, ausreichend Mitstreiter zu finden“, erzählt sie. Doch dann kam ein Wendepunkt. „Jupp Lenze, der leider mit nur 60 Jahren verstarb, hatte die Idee, die Kerwe mit einem Förderverein neu zu beleben.“ Seither hat sich der Umzug, der einst zu schwinden drohte, wieder zum absoluten Höhepunkt der Fußgönheimer Kerwe entwickelt. Besonders die Jugend habe die Tradition für sich entdeckt, erzählt Heitzmann-Schulz.
„Abenteuer um die Welt“
Der besondere Clou des Umzugs, der traditionell sonntags ab 13.30 Uhr stattfindet, ist sein jährlich wechselndes Motto, das die Gruppen mit viel Kreativität umsetzen. „Abenteuer um die Welt“ lautet es diesmal – während manche dabei als Safari-Teilnehmer unterwegs sein werden, laufen andere mit einem Ufo durch die Gassen Fußgönheims. „Die Ideen sind wirklich beeindruckend“, freut sich Martina Heitzmann-Schulz. „Über die Mitgliedsbeiträge unseres Fördervereins finanzieren wir teils Kostüme, die wir den Gruppen für den Kerwe-Umzug zur Verfügung stellen.“ Mit den Jahren ist so inzwischen ein großer Kostüm-Fundus entstanden.
Dass die organisatorische Vorbereitung des Kerwe-Umzugs sehr viel Arbeit macht, gibt die Fußgönheimerin unumwunden zu – zumal sie als Grafikdesignerin seit inzwischen fast 20 Jahren auch das Layouten der traditionellen und sehr beliebten Kerwe-Zeitung übernimmt. Trotzdem überwiege am Ende immer wieder die Freude: „Für uns sind es ja nicht nur der Umzug selbst, sondern vor allem die Wochen davor, die das Gemeinschaftsgefühl stärken“, sagt Heitzmann-Schulz. „Es ist diese Mischung aus Tradition und Teamgeist, die die Fußgönheimer Kerwe so besonders macht. “
Kerwe-Buwe mit Frack und Zylinder
Typisch für das Fest, das immer am zweiten Oktoberwochenende stattfindet, sind auch die „Kerwe-Buwe“ – junge Männer in Frack und Zylinder, die während des Umzugs symbolisch die Kerwe suchen. „Die Kerwe wird dabei durch einen kleinen Sarg dargestellt, in dem sich eine Flasche Wein befindet – und die wird traditionell bei einem unverheirateten Mädchen versteckt“, erklärt die 63-Jährige. Die Suche durch die Höfe des Dorfs sei jedes Mal ein Schauspiel, das die Zuschauer des Kerwe-Umzugs begeistere.
Persönlich freut sich Martina Heitzmann-Schulz allerdings ebenso auf die Kerwe-Beerdigung. In diesem Jahr wird sie erstmals um 21 Uhr am Montagabend statt dienstags stattfinden. „Das ist immer ein sehr bewegender Moment“, sagt die Vorsitzende des Kerwe-Fördervereins. „Zum Abschluss singen wir gemeinsam ,Hey Jude’ – und Arm in Arm spürt man die Erleichterung und den Stolz, dass hoffentlich alles gut verlaufen ist.“
Auflagen für den Kerwe-Umzug
Eine große Herausforderung für die Organisatoren sind die inzwischen geltenden Sicherheitsauflagen für den Kerwe-Umzug. „An elf Ortseinfahrten müssen zum Beispiel ,Terror-Sperren’ umgesetzt werden“, berichtet Heitzmann-Schulz. „Ohne die Unterstützung der Dorfgemeinschaft und vor allem die Hilfe von ortsansässigen Firmen, die uns zum Beispiel bemannte Lkw zur Verfügung stellen, wäre das alles nicht möglich“, betont sie.
Es sei diese Mischung aus Tradition, Gemeinschaft und Engagement, die die Fußgönheimer Kerwe lebendig halte. Und es sind Menschen wie Martina Heitzmann-Schulz und die Mitglieder des Fördervereins, die dafür sorgen, dass dieses Stück Heimat auch in Zukunft Bestand hat. „Für uns ist die Kerwe nicht nur ein Fest“, betont die Fußgönheimerin. „Sie ist ein Gefühl. Und dieses Gefühl möchten wir bewahren.“