Rhein-Pfalz Kreis Die Schwierigkeiten einer späten Liebe

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Dannstadt-Schauernheim. Zum ersten Mal hat sich die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim am Europäischen Filmfestival der Generationen beteiligt. In Kooperation mit der Kreisvolkshochschule haben Hanne-Lore Wittkuhn und Jens-Peter Tetzlaff am Dienstagabend ihren Kurzfilm „Die Zukunft gehört uns“ vorgestellt und mit dem Publikum geplaudert.

Die 70-Jährige und der 68-Jährige sind allerdings keine Schauspieler. Vielmehr zeigt der Film ihre persönliche Geschichte einer späten Liebe – alle Facetten der Höhen und Tiefen inbegriffen. Nicht nur ihre Partnerschaft habe mit einer Annonce „Süddeutsche sucht Norddeutschen“ begonnen, auch die Verfilmung ihrer Geschichte startete mit einer Anzeige, in der genau solche Paare gesucht wurden. „Ich habe mich da gemeldet, Peter wusste von nichts“, sagte Hanne-Lore Wittkuhn. „Wie so oft“, meinte ihr Partner, der durchaus den landläufigen Vorstellungen eines zurückhaltenden, norddeutschen Seebärs entspricht. „Der Film soll zeigen, dass man auch im Alter noch glücklich sein kann“, erklärte Wittkuhn die Intention. Sie gab aber auch zu, dass es durchaus manchmal schwierig ist, die Vergangenheit des Partners immer ins eigene Leben zu integrieren. „Wir haben über vieles lange Stunden miteinander geredet. Aber jeder hat auch etwas in seiner Vergangenheit, über das er nicht reden will“, meinte Hanne-Lore Wittkuhn. Offen gehen beide mit den Schwierigkeiten um, die ein Zusammenleben mit einem neuen Partner mit sich bringt. Man sei bestimmte Dinge gewohnt, und da müsse man sich umstellen, so Wittkuhn. „Da haben wir viel miteinander geredet, und es gab auch mal Missverständnisse.“ „Wir haben eben einen verschiedenen Humor, da wird schon mal etwas falsch verstanden“, ergänzte Tetzlaff schmunzelnd. Das Wagnis, im Alter noch einmal eine Liebe einzugehen, habe sich aber definitiv gelohnt. „Wir haben uns nun eingerichtet, unternehmen viele Reisen und haben ein erfülltes Leben“, ist sich das Paar einig. Ähnliche Erfahrungen hat auch ein Zuschauer gemacht, der selbst eine neue Partnerschaft im fortgeschrittenen Alter eingegangen ist. „Es sind ja zwei Persönlichkeiten mit vollständig eigenen Leben, die da aufeinandertreffen“, meinte er beim anschließenden Gespräch im Foyer. Zu Diskussionen wird beim Festival nach jeder Filmvorstellung eingeladen. Zu den Vorführungen am Montag und Dienstag kamen etwa hundert Besucher. Anneliese Kuhn, Leiterin der örtlichen Volkshochschule, hat Filme ausgewählt, die aus verschiedenen Blickwinkeln, aber immer auch mit viel Humor, die Themen Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit, Neuanfänge und die sich daraus ergebenden Gegensätze zur jüngeren Generation beleuchten. „Es ist schön so, ich freue mich über die gute Resonanz. Für unsere erste Teilnahme bin ich hochzufrieden“, sagte Kuhn. Termin Am morgigen Freitag wird im Rahmen des Europäischen Filmfestivals der Generationen um 19 Uhr im Zentrum Alte Schule, Hauptstraße 139-141, der Film „Altersglühen – Speed dating für Senioren“ gezeigt. Der Eintritt ist frei. (acl)

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