Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Die Ortsranderholung der Arbeiterwohlfahrt ist in Mutterstadt eine Institution

Auch ein Kicker-Turnier gehört zur Mutterstadter Ortsranderholung. Die Siegerehrung gibt es am Nachmittag.  Foto: KUNZ
Auch ein Kicker-Turnier gehört zur Mutterstadter Ortsranderholung. Die Siegerehrung gibt es am Nachmittag.

Ausflüge ins Schwimmbad und ins Kino, ein Erste-Hilfe-Kurs, oder einfach Spielen im Wald. Die Ortsranderholung der Mutterstadter Arbeiterwohlfahrt ist ein Dauerbrenner. Selbst Bürgermeister Hans-Dieter Schneider war früher dort. Seither hat sich einiges geändert, der Mittagsschlaf ist weggefallen. Eines aber bleibt immer gleich.

Es ist laut im Saal der Mutterstadter Walderholung. Kein Wunder, wenn 70 Kinder, die ihre Sommerferien in der Ortsranderholung der Arbeiterwohlfahrt verbringen, zu Mittag essen. Das Besondere dabei: Die Dampfnudeln mit Kartoffelsuppe kommen nicht vom Catering-Service, sondern werden von ehrenamtlichen Helferinnen selbst zubereitet. „Ohne sie wären wir aufgeschmissen“, sagt Heidi Frosch, Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, über die sieben Frauen, die während der ersten vier Wochen der Sommerferien Frühstück und Mittagessen für teils bis zu 120 Kinder zwischen sechs und elf Jahren zubereiten. Bei den Kindern kommt das Essen gut an. „Dampfnudeln oder selbst gekochte Suppe kennen viele von zu Hause gar nicht“, sagt Chefbetreuerin Heike Klag.

Nach dem Essen hebt Klag die Hand, einige der Kinder tun es ihr gleich. Langsam sinkt der Lärmpegel. Klag, die in diesem Jahr zum 16. Mal bei der Ortsranderholung tätig ist, erklärt das Programm für den Nachmittag: Es gibt eine Siegerehrung für das Tischfußball-Turnier – und wer möchte, kann später beim Schreiben eines Ortsranderholungs-Songs helfen. Schon stürmen alle nach draußen und stürzen sich wieder auf die Spielgeräte. Einige Kinder basteln und bemalen Vogelhäuschen, andere spielen Karten oder toben auf dem Spielplatz mit dem großen Piratenschiff herum. Zwei Jungen suchen nach einem Betreuer, der Zeit hat, um mit ihnen Holzschwerter zu schnitzen. „Wir müssen uns doch verteidigen!“, rufen sie. Als der Eiswagen in die Einfahrt zum Spielplatz rollt, ist das aber erst mal vergessen.

„Die Dampfnudeln sind legendär.“

Auf dem Programm der Ortranderholung stehen, über die Woche verteilt, Ausflüge ins Schwimmbad und ins Kino, ein Erste-Hilfe-Kurs mit dem Roten Kreuz und eine Vorlesestunde. Dabei gehen die Betreuer auch auf die Wünsche der Kinder ein. So fällt der Besuch im Wildpark in dieser Woche aus. „Die Kinder haben gestreikt, weil wir da in den letzten zwei Wochen schon waren. Jetzt unternehmen wir stattdessen hier etwas in Kleingruppen.“ Bei allem Programm gibt es aber auch genug Zeit, sich ohne Erwachsene auszutoben. „Die Kinder sollen auch einfach mal Zeit haben, im Wald zu spielen“, sagt Heidi Frosch. Ganz wichtig ist außerdem: Handys und andere elektronische Geräte müssen zu Hause bleiben.

Einige der Kinder besuchen über die ganzen vier Wochen die Ortsranderholung, viele kommen Jahr für Jahr wieder: „Es gibt welche, die kommen mit sechs zum ersten Mal her und verabschieden sich dann weinend mit elf“, sagt Klag und erzählt von einem Mädchen, das bei seinem Abschied direkt nachgefragt hat, wann sie denn als Betreuerin wiederkommen könne.

Die Räumlichkeiten in der Walderholung bekommt die Arbeiterwohlfahrt von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Vom Landkreis bekommt die Ortsranderholung einen finanziellen Zuschuss pro Kind und Betreuer – insgesamt rund 4500 Euro. Als Dankeschön dürfen Vertreter der Kreisverwaltung und der Gemeinde, unter anderem Ortsbürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) und Kreisbeigeordnete Bianca Staßen (SPD), zum Mittagessen vorbeischauen. Schneider plaudert bei der Gelegenheit aus dem Nähkästchen. Seit er selbst als Kind in der Ortsranderholung war, hat sich einiges geändert – die Kinder müssen heutzutage nicht mehr den ungeliebten Mittagsschlaf halten. Eine Sache ist allerdings gleich geblieben: „Die Dampfnudeln sind legendär.“

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