Dannstadt-Schauernheim
Die Heizung könnte jeden Tag komplett ausfallen
Eine reine Gasheizung wie bisher schließen alle Beteiligten für das Zentrum Alte Schule (ZAS) im Ortsteil Dannstadt angesichts steigender Gaspreise beziehungsweise steigender CO 2 -Besteuerung und aus Klimaschutzgründen aus. Künftig soll das ZAS die im Winter benötigte Wärme möglichst aus erneuerbaren Energiequellen beziehen. Ein Blockheizkraftwerk und eine Anlage mit Pellets oder Holzhackschnitzeln stufen das Ingenieurbüro Kohl und Frech sowie Energieberater Martin Hauk für das Gebäude als ungeeignet ein. Von reinen Sole-Wasser- oder Luft-Wasser-Wärmepumpen raten die Experten ebenfalls ab. Aber wie soll die „Gute Stube“ der Ortsgemeinde fortan beheizt werden?
Es geht um Wärmepumpen
Als mögliche und halbwegs bezahlbare Lösung schlagen die Fachleute und die Gemeindeverwaltung ein Hybridsystem vor. Das könnten entweder Sole-Wasser-Wärmepumpen oder Luft-Wasser-Wärme-Pumpen in Kombination mit einer Gas-Brennwertheizung sein. Sachbearbeiter Roland Argus empfiehlt, hier zunächst der Sole-Variante den Vorzug zu geben. Die koste zwar mit 437.000 Euro zunächst mehr als die Luft-Variante mit 260.000 Euro, laufe aber deutlich leiser, was die Nachbarn schone. Den Großteil der erforderlichen Heizenergie lieferten die Pumpen, Verbrauchsspitzen decke das Gas-Brennwertgerät ab. Den benötigten Betriebsstrom könne eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugen, für die weitere 54.000 Euro fällig würden.
Thomas Dell (CDU) regte an, die Warmwasserversorgung vom Heizsystem zu trennen. Denn für den geringen Warmwasserbedarf besonders im Sommer die komplette Heizung laufen zu lassen, sei nicht sinnvoll. „Das ist ein interessanter Ansatz“, fand Uwe Schölles (SPD). Diese Option solle im Bauausschuss eingehender diskutiert werden. Seiner Idee, eventuell mit Wasserstoff zu heizen, stand Experte Hauk eher skeptisch gegenüber. Das galt auch für Ralf Kleins (Grüne) Überlegungen, die Heizenergie teilweise aus Abwasser zu gewinnen, da unter dem ZAS ein Leitungsknotenpunkt liege.
Die alte Heizung könnte bald für immer ausfallen
Elmar Burkhardt (CDU) wies darauf hin, dass bei der Sole-Anlage Platz für Bohrungen ins Erdreich benötigt wird. Dafür müsse die Kommune dann unter Umständen Gelände opfern, auf dem auch Wohnungen entstehen könnten. Daneben gelte es, einen vernünftigen Kostenkompromiss zu finden, da die Gemeinde hoch verschuldet sei. Wegen der vielen offenen Fragen solle das Thema zunächst im Bauausschuss weiter behandelt werden. Dem pflichtete Marc Hauck (FDP) bei. Büroleiter Markus Lehmann warnte, dass die Heizung jederzeit für immer ausfallen könnte und das ZAS dann im Winter eventuell nicht mehr genutzt werden könne. Aufgrund der enormen Kosten wollte der Rat sich aber nicht drängen lassen und alle Aspekte ausführlich erörtern. In zwei Wochen soll der Bauausschuss dann aber eine Entscheidung treffen.