Gartenolympiade
Die Hühner freut’s
5,6 Kilogramm bringt Angelika Hoffmanns 60 Zentimeter lange Zucchini auf die Waage. „Sie ist immer weiter gewachsen und gewachsen und hat während unseres Urlaubs diese Größe erreicht“, erzählt die 72-Jährige aus Harthausen. Ihre Zucchini, Tomaten, Paprika und Gurken zieht sie aus den Kernen selbst. In ihrem rund 800 Quadratmeter großen Garten wachsen unter anderem noch Bohnen, verschiedene Kohlarten und Salate. „Wir sind fast Selbstversorger“, sagt Hoffmann, die schon immer Gefallen an der Gartenarbeit hat: „Mir macht das Spaß, vor allem die Ernte, und das Obst und Gemüse schmeckt auch gut“, sagt sie. Sie und ihr Lebenspartner, der sich vornehmlich um den Gemüsegarten kümmert, während sie den Blumengarten pflegt, verbringen hochgerechnet pro Woche einen halben Tag im Garten. Die große Zucchini, die sie zur RHEINPFALZ-Gartenolympiade eingereicht hat, wird sie selbst nicht essen. „Zum Verwerten ist sie nicht mehr zu gebrauchen“, sagt Hoffmann. Ihre Nachbarn haben Hühner, die sich darüber freuen werden.
Die Apfelernte von Ursula Dislich aus Dudenhofen war in diesem Jahr sehr ertragreich. Von ihrem 30 Jahre alten Apfelbaum der Sorte Idared hat die 83-Jährige zuletzt 160 Äpfel geerntet. „Und es hängen noch einige dran“, freut sich die Dudenhofenerin. Da sie nicht gespritzt sind und manche die ein oder andere Macke haben, muss Dislich die Äpfel schnell verarbeiten. Sie seien knackig und schmeckten süß-säuerlich. Daraus mache sie Apfelbrei und Gelee, backe Apfelkuchen und bereite Apfel-Crumble zu. Einen Teil der Äpfel hat sie bereits an ihre Töchter, eine Freundin und ihre Mieterin verschenkt. Ihre Enkelin bekam auch welche. Ihr Enkel mag dagegen die Feigen, die die 83-Jährige ebenfalls geerntet hat. Die dicken roten Früchte bringen insgesamt vier Kilogramm auf die Waage. Daraus stellt die Dudenhofenerin Marmelade her, über die sich ihre Familie freut.
Regina Mahlendorff-Schneiß’ ganzer Stolz sind ihre exotischen Pflanzen in ihrem Garten in Römerberg, hinter denen teilweise eine nette Geschichte steckt. Die 62-Jährige nennt unter anderem zwei Palmfarne, einen Feigen- und einen Olivenbaum sowie zahlreiche Oleander ihr Eigen. Der Hibiskus hat eine besondere Geschichte. Mahlendorff-Schneiß und ihr Mann haben ihn vor 36 Jahren an ihrem Polterabend geschenkt bekommen. „Leider wissen wir nicht mehr von wem“, sagt die Römerbergerin. Im Sommer steht die Pflanze auf der Terrasse und hat rund 100 Blüten. Damit sie nicht erfriert, „hat sie nun einen kuscheligen Platz im Wintergarten bekommen“, sagt Mahlendorff-Schneiß. „Viel Dünger und im Sommer alle zwei Tage zehn Liter Wasser“, empfiehlt sie für einen gesunden, blütenreichen Hibiskus. Zu einem der Palmfarne erzählt Mahlendorff-Schneiß, dass ihre Mutter die Pflanze mit gerade mal drei Blättern vor zirka 15 Jahren von der Insel Mainau mitgebracht habe. Heute kann von nur drei Blättern keine Rede mehr sein. Die Pflanze ist fast zwei Meter hoch und üppig gewachsen. Ihre Exoten, die außer dem Feigenbaum, in Kübeln wachsen, stellt die Römerbergerin im Winter bei einem örtlichen Gärtnereibetrieb unter. Und im nächsten Jahr erfreut sich die 62-Jährige wieder an ihren Pflanzen und den Vögeln, denen sie ganzjährig Futter anbietet.
Gartenolympiade
Egal ob lange Bohnen oder riesige Kürbisse – bei der Gartenolympiade ist alles möglich. Dabei werden Sieger in den Kategorien – „Superlativ“, „Exotisch“ und „Kurios“ gekürt.