Rhein-Pfalz Kreis Die Geschichte der Anilinerinnen

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„Die Anilinerinnen. 1865 bis heute“, heißt ein Buch, das der Geschichte der Frauen bei der BASF nachspürt. Es zeigt schlaglichtartig, wie sich Frauen ihren (Arbeits-)Platz in der Männerdomäne der chemischen Industrie erkämpft haben.

Am Anfang stand die Idee von „Women in Business“, einem BASF-internen Frauennetzwerk mit rund 800 Mitgliedern, Vorstandsmitglied Margret Suckale zu ihrem Ausscheiden ein Abschiedsgeschenk zu überreichen. „Frau Suckale hat uns immer sehr unterstützt und auch gesponsert“, sagt Shantala Bauer, Vorstandsmitglied bei „Women in Business.“ Ein Buch über die Geschichte der Frauen in einem anderen großen Chemieunternehmen gab den acht Vorstandsfrauen schließlich den Impuls, eine Broschüre über die Geschichte der Frau bei der BASF zu schreiben. Herausgekommen sind 80 Seiten, die in acht Kapiteln entlang des Zeitstrangs zeigen, welche Hürden die Frauen zu überwinden hatten, bis sie in nahezu allen Berufsgruppen und schließlich in Führungspositionen vertreten waren. Anfangs waren Frauen bei der „Anilin“ ganz klar eine Ausnahmeerscheinung, wie auch das erste Kapitel überschrieben ist. Über 40 Jahre sollte es nach der Unternehmensgründung 1865 dauern, bis die erste Frau im Labor arbeiten durfte – als Reinigungskraft, nicht etwa als Chemikerin. Zuvor, 1890, hatte das Unternehmen die ersten Frauen überhaupt eingestellt: als Krankenschwestern zur ärztlichen Versorgung der Mitarbeiter. Die erste weibliche Angestellte, Dora Larass, schaffte es kurz vor dem Ersten Weltkrieg als Stenotypistin in die Patentabteilung. In den beiden Weltkriegen waren Frauen dann als Ersatz für die eingezogenen Männer gefragt. 1918 betrug der Frauenanteil knapp drei Prozent, 1943 erreichte er mit einem Drittel seinen Höchststand. Ein eigenes Kapitel ist den Akademikerinnen gewidmet. Am 2. Januar 1918 trat Lili Wachenheim als erste Chemikerin ihren Dienst an. 30 Akademikerinnen stellt die BASF zwischen 1918 und 1928 ein, die meisten bleiben nur zwischen einem und neun Jahren – es war gesellschaftlicher Konsens, dass Frauen bei einer Heirat den Beruf aufgaben. Was sich seitdem für Frauen bei der BASF alles verändert hat, zeigen dann die letzten Kapitel, die sich mit dem Vordringen der Frauen in alle Bereiche bis hin in den Vorstand befassen. „Die Recherche für das Buch war ein Puzzlespiel. Man muss sich vom Instinkt und der Erfahrung leiten lassen, wo was sein könnte“, sagt Unternehmenshistorikerin Isabella Blank. Zwar konnte sie auf Vorarbeiten einer Kollegin zurückgreifen, die bereits ein Verzeichnis zur Beschäftigung von Frauen angelegt hatte, doch musste die 44-Jährige an verschiedenen Stellen weiterrecherchieren. Viele Dokumentenbestände sind allerdings nicht vollständig erhalten. Daher musste manches offen bleiben, wie etwa die Biografie der ersten Frau, die 1913 als Stenotypistin anfing. „Wir haben keine Personalakte, kein Foto. Nur den Namen“, erläutert Isabella Blank die Quellenlage. An vielen Stellen hätte sie sich tiefergehende Informationen gewünscht. „Frauen“, so weiß die Historikerin aus ihrer Forschungsarbeit, „sind nicht immer diejenigen, die eigene Dokumente hinterlassen haben.“ Noch Fragen? Alle BASF-Mitarbeiter können die Broschüre im Medienshop des Unternehmens abholen (ein Exemplar pro Person). Alle anderen können das Buch entweder kostenfrei im Internet herunterladen oder für zehn Euro in der Druckversion erwerben. Mehr Informationen dazu gibt es im Internet unter www.anil-in-kollektion.shop.basf.de.

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