Rhein-Pfalz Kreis Die Gebete wurden erhört

Placeholder-Image

Dannstadt-Schauernheim. Zahlreiche Besucher – unter ihnen die rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner – haben am Mittwoch die Wiedereröffnung der kernsanierten Ulu-Moschee in Dannstadt gefeiert. Bei einer Führung durch das islamische Gotteshaus konnten die Gäste die neugestalteten, reich verzierten Räume betrachtet.

„Ich habe unzählige Gebete in den Himmel gestoßen, dass wir gutes Wetter bekommen“, bekannte Sertac Bilgin, Organisator der Feierlichkeiten zur Moschee-Eröffnung. Und seine Bitte wurde erhört: Pünktlich zum Auftakt des Festprogramms verzogen sich die Regenwolken über der Ulu-Moschee in der Dannstadter Hauptstraße und die Sonne begann zu scheinen. So erstrahlten auch die renovierten Räumlichkeiten des Bethauses bei ihrer ersten Begehung durch die Öffentlichkeit in einem ganz besonderen Glanz. Nach dem Betreten der Moschee gelangten die rund 130 Besucher, die in kleinen Gruppen durch das Gotteshaus geführt wurden, zunächst in einen Gesellschaftsraum. Dieser ähnelt einem kleinen Vereinsheim: Neben einer Küche stehen dort Tische und Bänke, es gibt einen Fernseher und in einem Regal stehen Pokale. „Hier schauen wir gemeinsam Fußball, und unsere weiblichen Mitglieder veranstalten ihr Frauenfrühstück“, erklärte Bilgin. Außerdem versammeln sich dort die Gläubigen vor dem Gebet. An der Wand hängt eine große Digitaluhr, die die fünf obligatorischen Gebetszeiten zur Morgendämmerung, zum Mittag, Nachmittag, Sonnenuntergang und Abend anzeigt. Unweit des Gesellschaftsraums befinden sich die Sanitäranlagen, in denen die Waschung vor dem Gebet vorgenommen wird. Erst danach geht es in den ersten Stock des Gebäudes, in dem die nach Geschlechtern getrennten Gebetsräume sind. Im Gebetsraum der Männer prangen zwei reich verzierte Kronleuchter an der Decke. Die Wandmalereien fallen besonders auf. „Das ist alles Handarbeit“, sagte Sertac Bilgin stolz und erläuterte: „Die Künstler haben vier Wochen an den Deckengemälden gesessen.“ Ins Auge sticht besonders auch der „Mihrab“ – die Gebetsnische. Dieser hölzerne Altar zeigt in Richtung der Stadt Mekka, und von dort aus leitet der Imam, der „Vorbeter“, das gemeinsame Gebet. Etwas kleiner und weniger pompös präsentiert sich dagegen der angrenzende Gebetsraum der Frauen. „Über Lautsprecher bekommen sie die Worte des Imam mit“, erläuterte Jugendvorstand Furkan Isci. Im Dachgeschoss der Ulu-Moschee befindet sich das Jugendzimmer. Dort wird freitags der Islamunterricht auf Deutsch abgehalten. Das restliche Obergeschoss dient Imam Ibrahim Turan, der erst seit zweieinhalb Monaten in Dannstadt angekommen ist, als Wohnung. Dursun Baylan, der erste Vorsitzende der türkisch-islamischen Gemeinde in Dannstadt-Schauernheim, bedankte sich in seiner Rede bei den 122 aktiven Gemeindemitgliedern für ihren tatkräftigen Einsatz bei den Renovierungsarbeiten. Sie hätten die Moschee „zu einem Ort der Integration und des partnerschaftlichen Zusammenlebens“ gemacht. Julia Klöckner bedankte sich für die Einladung – nicht oft habe sie Gelegenheit, bei einer Eröffnung einer Moschee dabei zu sein. „Keiner soll und muss seine Wurzeln leugnen, aber man soll auch wissen, wo wir zu Hause sind“, sagte in ihrer Rede. Das Gebäude in der Dannstadter Hauptstraße gehört seit 2013 der örtlichen DITIB-Gemeinde und wurde nun für rund 200.000 Euro renoviert. „Alle Kosten für die Sanierung wurden durch Mitgliedsbeiträge und Spenden aus der Gesellschaft finanziert“, erläuterte Sertac Bilgin.

x