Rhein-Pfalz Kreis Die Feuerwehr ist das Thema im Ort

Doreen Reber (links) und Sven Wenzel (rechts) von der RHEINPFALZ hatten bei der Redaktion vor Ort in Dannstadt-Schauernheim eini
Doreen Reber (links) und Sven Wenzel (rechts) von der RHEINPFALZ hatten bei der Redaktion vor Ort in Dannstadt-Schauernheim einiges zu tun. Die Leser hatten viel zu erzählen – wenngleich sie nicht mit allem in der Zeitung stehen wollen.

«Dannstadt-Schauernheim.» Der Streit ihrer Feuerwehr mit der Verbandsgemeinde-Verwaltung beschäftigt die Menschen in Dannstadt-Schauernheim. Das war eines der Themen bei der RHEINPFALZ-Redaktion-vor-Ort auf dem Wochenmarkt. Auch sonst hatten die Besucher einiges auf dem Herzen.

Es dauert eine Weile, bis die Redaktion vor Ort am Freitagvormittag Fahrt aufnimmt. Und Stefan Veth (CDU) weiß auch, wieso. „Die Leute denken bestimmt, es ist ein Wahlkampf-Stand“, sagt Veth. Drum verabschiedet sich der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, der in zwei Wochen erneut gewählt werden will, nach gut 45 Minuten wieder. Tatsächlich. Kaum ist Veth weg, trauen sich die Menschen an den RHEINPFALZ-Stand auf dem Wochenmarkt heran. Als hätten sie förmlich darauf gewartet, bis der Rathaus-Chef an seinen Schreibtisch zurückgekehrt ist. Aber nicht, weil sie den Wahlkampf fürchten, sondern vielmehr, weil sie ein brisantes Thema mitbringen. Eines, das die Menschen in Dannstadt-Schauernheim beschäftigt: Der Austritt von 15 Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr. Vor zwei Wochen verließen sie die Wehr. Es war der Höhepunkt schon länger andauernder Konflikte und Unstimmigkeiten mit Bürgermeister und Wehrleitung der Verbandsgemeinde. „Es stehen viele Vorwürfe im Raum“, sagt einer, der zur Redaktion vor Ort gekommen ist und fragt: „Wie kann es in der Wehr nun ein vertrauensvolles Miteinander geben?“ Eine andere Leserin möchte wissen, warum sich die Verwaltung vor zwei Personen stellt, 15 andere aber ziehen lässt. Die Bürger wünschen sich Aufklärung und zeigen sich unzufrieden, dass die Konfliktparteien nicht Ross und Reiter nennen. Mit der RHEINPFALZ-Berichterstattung sind die Menschen indes einverstanden, empfinden sie als ausgewogen. „Es geht halt hin und her“, sagt ein Besucher. Offenbar haben einige auch Bedenken, ob die dezimierte Feuerwehr im Notfall einsatzbereit ist. „Die Kameraden aus Böhl brauchen vielleicht zu lange“, sagt einer. Nur: Mit dem Namen in die Zeitung will kaum einer. Selbst beim lockeren Kaffee-Plausch. Zumindest nicht bei diesem Thema. Dafür sind die Gäste der Redaktion vor Ort an diesem Freitag in anderen Sachen offener – und meist zufrieden mit dem Leben in der Gemeinde. Annette Wistuba ist mit ihrem Mann vor ein paar Jahren ins Schauernheimer Neubaugebiet gezogen und fühlt sich hier sehr wohl, erzählt die junge Frau. Was sie vermisst, ist ein Treffpunkt, in dem Jung und Alt, Einheimische und Zugezogene in Kontakt kommen können, in dem Neubaugebiet sei man ein wenig abseits vom Dorfleben. Sie könne sich auch eine Internet-Plattform vorstellen, die mit der Homepage der Gemeinde verlinkt ist. „In Dannstadt bin ich oft und ich komme auch gern“, erzählt eine Hochdorferin am RHEINPFALZ-Stand. Zudem ließe sich das auch gar nicht vermeiden, denn „in Hochdorf ist ja fast nichts, kein Arzt, keine Apotheke, lediglich ein kleiner Supermarkt“. Da wünsche sie sich eine bessere Infrastruktur für ihren Wohnort. Aber auch in Dannstadt seien die Bedingungen für Ältere, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, verbesserungswürdig. Geschäfte, Ärzte und Apotheken konzentrierten sich zu sehr auf einen Fleck, „das ist nicht bürgerfreundlich“, meint Otto Kaschel und sieht dabei die Gemeinde in der Pflicht. Aus Mutterstadt ist Albert Keller zum Markt nach Dannstadt gekommen, „der Mutterstadter Markt ist mir zu teuer“, sagt der 77-Jährige und genießt seine Wurst – frisch vom Metzger-Auto. Schon mit sieben Jahren habe er die RHEINPFALZ gelesen, „damals habe ich mir natürlich mehr die Bilder angeschaut“, erzählt er und muss lachen. Heute liest er am liebsten die Artikel über die Ehepaare, die Diamantene oder Eiserne Hochzeit feiern. Lob gab’s für die Festmeile zur 1250-Jahr-Feier vor ein paar Wochen. „Das war eine tolle Sache, großes Dankeschön an all, die da mitgewirkt haben“, sagt Gerhard Felber – und sein Bekannter Hans Haus stimmt ihm zu. Beide haben schon die 1200-Jahr-Feier erlebt. Hans Haus hat sogar noch Dia-Aufnahmen vom damaligen Umzug. Was die beiden im Moment sehr ärgert, sind die Straßenarbeiten für den Ausbau des Glasfasernetzes. „Da werden beide Gehweg-Seiten aufgerissen und zum Teil nicht mit Platten überbrückt. Und das betrifft mitunter Wege zur Schule und zum Kindergarten“, ärgert sich Felber. Ein Stammgast bei der Redaktion vor Ort in Dannstadt-Schauernheim ist Hans-Jürgen Tillner. Sein Anliegen: Die Grünfläche hinter dem Garagenpark an der Neckarstraße. „Verwildert“, sagt er, „nur die Mülleimer werden geleert.“ Nur sind die unter dem ganzen Efeu schon kaum mehr zu sehen. Vor zwei Jahren habe er sich schon über den Zustand des Mini-Parks beschwert, die Verwaltung handelte. Jetzt wird es wieder Zeit. Tillner fragt sich derweil auch, warum es mit Stefan Veth nur einen Kandidaten fürs Bürgermeisteramt gibt. Konkurrenz würde dem Ganzen gut tun, sagt er, „haben wir so überhaupt eine Wahl?“ Überzeugen lassen kann sich Tillner schon heute. Da ist Veth wieder in den Gemeinden unterwegs. Diesmal tatsächlich am Wahlkampf-Stand – ohne Redaktion vor Ort.

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