Rhein-Pfalz Kreis
Die Band Truck Stop bringt Wild-West-Stimmung ins Mutterstadter Palatinum
Das Weihnachtskonzert von Truck Stop war ein echter Musik-Genuss. Zwar strömten keine Massen in den Saal des Palatinums, doch wer das Konzert in Mutterstadt erlebte, kam in jeder Beziehung auf seine Kosten. Neue und altbekannte Songs, stilecht interpretiert, und eine brillant aufspielende Band begeisterten in allen Belangen.
Tiefrot illuminiert ist die Bühne, auf der Violine erklingt „Alle Jahre wieder“. Und dann sind sie da, die musikalischen Westmänner von der Waterkant. In bester Unplugged-Manier, wie eine Schar Cowboys um das Lagerfeuer versammelt, schwelgen sie in Wild-West-Sentimentalitäten und Männerträumen. Dabei bieten sie einen ebenso gediegenen wie abwechslungsreichen Countrysound, schöpfen aus dem gewaltigen Repertoire, das die in wechselnder Besetzung seit 1973 aktive Band in Jahrzehnten aufgebaut hat.
„Alle Jahre wieder gehen wir auf Tournee“, intoniert das Sextett nun in einem flotten Country-Shuffle. Im mäßig besetzten Saal des Palatinums sieht man viele Texas-Hüte, Baseball-Caps und Truck-Stop-T-Shirts. Das Publikum reicht vom betagten Senior bis hin zu mit Ohrenschützern versehenen Kindern.
Dave Dudley und der dicke Schneemann
Von Anfang an nimmt Frontmann Andreas Cisek das Heft in die Hand. Seit 2012 ist der Sänger, Gitarrist und Harp-Spieler festes Mitglied der Band. Zuvor verdiente er sich musikalische Sporen beim Heeresmusikkorps, bei James Last und der Gruppe Santiano. Im Wechsel mit Knut Bewersdorf, der auf der Pedal Steel Guitar, Dobro und Slide brilliert und einen ebenso authentischen Gesang beisteuert, interpretieren sie stilistisch abwechslungsreich Songs wie „Ich möchte so gern Dave Dudley hör’n“ oder „Erwin, der dicke Schneemann“. Letzterer ist die Truck-Stop-Version des Oldies „Rudolph the Rednosed Reindeer“.
In der zweiten Hälfte wird es dann rockiger. Die Cowboys haben sich erhoben und lassen es so richtig krachen. Mal mit leichten Anklängen an ZZ Top, dann in einem Bluegrass-Medley oder einem Ausflug in die Welt des Cajun. Dazu greift Bassist Uwe Lost zum Akkordeon und Gitarrist Chris Kaufmann zur feuerroten Telecaster. Fehlen darf in der mitreißenden Melodienfolge auch nicht die neue Hymne des Nordens, kurz und bündig „Moin, Moin“ überschrieben, und die von Truck Stop intonierte Titelmelodie zur Fernsehserie „Großstadtrevier“.
Ein Tänzchen gewagt
Das Publikum ist begeistert, singt und klatscht, steht auf, um sich im Takt zu wiegen. Hier und da wird auch ein Tänzchen gewagt. „Take it easy“ und „Der wilde Wilde Westen“ dürfen da nicht fehlen. Drummer Teddy Ibing sorgt gekonnt für den „Rhythmus, wo man mit muss“ und Fiddler, Gitarrist und Mandolinenvirtuose Tim Reese verbürgt mit Bewersdorfs Steelgitarrenklängen die ultimative Authentizität.