Rhein-Pfalz Kreis Der Pfälzer Glücksfall

Ernst Kaeshammer spielte zur Eröffnung auf der Gitarre. Michael Plumpe (hinten) hat die Exponate rund um König Max Joseph zusamm
Ernst Kaeshammer spielte zur Eröffnung auf der Gitarre. Michael Plumpe (hinten) hat die Exponate rund um König Max Joseph zusammengestellt.

«Fussgönheim.»Gleich zwei Anlässe hat der Heimat- und Kulturkreis (HKK) Fußgönheim diesmal für seine Sonderausstellung. Sie ist Auftakt zur „Fußgönheimer Vorweihnacht“, die am kommenden Wochenende beginnt. Und zugleich der Fußgönheimer Beitrag zum 200-jährigen Bestehen der Nachbargemeinde Maxdorf im Jahr 2019. Denn diesmal dreht sich alles um „König Max: Die Pfalz wird bayrisch“.

König Max Joseph (1756-1825) war ein Glücksfall für die freiheitsliebenden Pfälzer. Denn der Namensgeber von Maxdorf zählte zu den fortschrittlichsten und liberalsten Fürsten seiner Zeit. Und diese Zeit war ein „wichtiger Bestandteil der Pfälzer Geschichte“, sagte Ausstellungsleiter Wolfgang Kunz aus Maxdorf am Sonntagnachmittag bei der offiziellen Eröffnung. Mit launigen Worten, Fakten und Anekdoten führte er die zahlreich erschienenen Gäste in die Zeitgeschichte ein. Die Idee zur Ausstellung sowie Konzeption und bild- und textliche Umsetzung stammen vom stellvertretenden Vorsitzenden des Fußgönheimer HKK, Michael Plumpe. Unter den zahlreichen Exponaten, von denen 30 Originale sind, befinden sich auch bisher unveröffentlichte Porträts von König Max Joseph und Zeitdokumente aus Privatbesitz. Angeordnet auf neun Schautafeln erwartet den Besucher eine Zeitreise – von Max Joseph wird Kurfürst, Max Joseph wird König, Code Napoleon, die Pfalz wird bayerisch, bayerische Führungsriege, pfälzische Führungsriege, die Pfalzreise Max Josephs, bis zur Pfalz nach Max Joseph und König Ludwigs Hafen. Vitrinen und Tischschaukästen ergänzen die Ausstellung. Unter den Exponaten befinden sich auch ein Amtsblatt des Rheinkreises von 1817 sowie eine Replik des von König Max gestifteten Max-Joseph-Ordens, auf die Ausstellungsleiter Kunz durch nähere Ausführungen die Aufmerksamkeit lenkte. Geboren in Schwetzingen, erbte Max Joseph 1795 von seinem Bruder das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Mit dem Tod des bayerischen Kurfürsten Carl Theodor trat Max Joseph dessen Nachfolge als Kurfürst von Pfalz-Baiern an. 1806 wurde er als Maximilian Joseph I. zum ersten König von Bayern erhoben. Auf dem Wiener Kongress, auf dem die Neuordnung Europas nach den napoleonischen Kriegen verhandelt wurde, wurde die Pfalz Bayern zugeschlagen. Dies war für die Pfalz und die Pfälzer insofern ein Glücksfall, als das damit eine Zuordnung zu den strenger feudal geordneten Großmächten Österreich oder Preußen vermieden wurde. Ab 1816 gehörte die linksrheinische Pfalz dann zu Bayern, und die Pfälzer konnten große Teile ihrer für damalige Zeiten fortschrittlichen Verwaltungsstrukturen beibehalten. Im gleichen Jahr besuchte der König die Pfalz mit Landau, Zweibrücken, Frankenthal und Kaiserslautern. In Fußgönheim und Maxdorf war er nicht. Auch wenn ihm hier nun durch die Ausstellung besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Ganz im Sinne des fortschrittlichen Fürsten präsentierte Ernst Kaeshammer mit Gesang und Gitarre seine Interpretation von „Die Gedanken sind frei“. Musikalischer Abschluss des offiziellen Teils war dann eine Einspielung des von Joseph Georg Vogler komponierten Hochzeitsmarschs für Max Josephs Tochter Auguste Amalia Ludovika, deren erzwungene – später aber glückliche – Heirat mit Eugène de Beauharnais, dem Stiefsohn Napoleons, den Weg für die Königskrone ihres Vaters bereitet hatte. Termin Die Ausstellung ist am 10. und 11. sowie 17. und 18. November, jeweils von 11 bis 18 Uhr und am Museumstag, 2. Dezember, von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt frei. Ein ausführlicher Vorbericht zur Fußgönheimer Vorweihnacht folgt.

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