HANHOFEN Den Wert der Natur sinnlich erfahren
Die beiden Frauen und sieben Männer aus der Süd- und Vorderpfalz sind angehende Natur-Botschafter. Sie sollen später mit Kindern in Kita-Außenbereichen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen. Groß und Klein bauen dann Insektenhotels und Fledermauskästen oder legen Wiesen für Schmetterlinge und Insekten an. Damit sollen Kinder den Wert der Natur sinnlich erfahren.
Wie sie die Kleinen begeistern können und was sich gut in Kitas umsetzen lässt, erfahren die künftigen Botschafter beim Naturschutzbund (Nabu). In einer Reihe von Workshops lernen die Senioren Theorie und viele praktische Dinge – zum Beispiel die Auswahl und das richtige Einsetzen von Heckenpflanzen.
Unbedenkliche Pflanzen
„Es gibt relativ viel, was man nicht pflanzen kann“, erklärt Carmen Schauroth von der Nabu-Regionalstelle Süd in Landau. Gemeinsam mit Sabine Heilmann leitet sie den Workshop in Hanhofen. Aber es gebe auch sehr interessante Pflanzen, die für Kinder unbedenklich sind und einen tollen Mehrwert bieten, zum Beispiel die Kornelkirsche. Sie blühe sehr früh und locke Bienen und andere Insekten an. Im Herbst trage sie rote Früchte, die die Tiere naschen und aus denen Marmelade gekocht werden kann. „So etwas ist wunderbar für eine Kita“, schwärmt Schauroth im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Bei der Pflanzaktion vermitteln die Nabu-Ausbilderinnen, welchen Standort und Nachbarn die einzelnen Gehölze lieben und in welchem Abstand sie zueinander stehen sollten. Um acht kleine Büsche ist der Hanhofener Wasserhaus-Garten nun reicher. Neben der Kornelkirsche wachsen hier unter anderem Haselnuss und Felsenbirne, zum Naschen gibt’s Johannisbeeren. Wenn die Sträucher größer sind, können Vögel dort zum Beispiel ihre Nester bauen oder Igel im Gebüsch Unterschlupf finden.
Unterdessen erklärt Sabine Heilmann den Workshop-Teilnehmern, welche Frühblüher sich gut unter den Gehölzen machen. Dazu gehören Doldenmilchstern, Elfenkrokus, Narzisse oder Traubenhyazinthe. Auf diese Blumen fliegen Insekten förmlich, denn die Blüten sind ihre erste Nahrungsquelle im Jahr.
Mit der Kita verbunden
Heilmann lässt die Zwiebeln dieser Pflanzen auf ihre Handfläche kullern. Dann verteilt die Ausbilderin die Tütchen mit den Zwiebeln sowie einige Pflanzhölzer. „Kinder drücken total gerne das Pflanzholz fest in den Boden und geben ein Zwiebelchen hinein“, ruft sie den Teilnehmern noch zu, ehe alle schnell die Frühblüher unter die Heckenpflanzen setzen.
„Was die Teilnehmer hier tun, sollen die Kinder später machen“, erläutert Naturtrainer Otfried Dolich, der den Kontakt zur „Villa Sonnenschein“ hergestellt hat. Dolich ist der Hanhofener Kita verbunden, hat unter anderem bei Arbeiten am Wasserhaus-Außengelände Tipps für eine naturnahe Gestaltung gegeben.