Rhein-Pfalz Kreis Dem Himmel so nah

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Dannstadt-Schauernheim. Auf dem Dannstadter Segelfluggelände haben gestern elf Neugierige die Gelegenheit genutzt, in ein ganz besonderes Hobby reinzuschnuppern. Einige von ihnen saßen zum ersten Mal im Cockpit eines Flugzeugs. Das Probefliegen hat die Segelfluggruppe Giulini angeboten.

Seit wann er sich fürs Segelfliegen interessiert? „Erst seit einigen Tagen, seit ich das Foto in der Zeitung gesehen habe“, antwortet Werner Hübinger aus Mutterstadt. Daraufhin habe er sich sofort für einen Platz beworben – erfolgreich. Mit seiner Frau ist er beim Fahrradfahren schon oft an der Start- und Landewiese vorbeigekommen und stehengeblieben, um den Fliegern beim Abheben und Landen zuzusehen. Jetzt fiebert er seinem ersten Start entgegen – und fotografiert mit der Kamera, die um seinen Hals hängt, fleißig die anderen, wie sie sich im Doppelsitzer mit den erfahrenen Fluglehrern Charly Müller und Gerhard Malzacher in die Luft begeben. „Ich bin schon aufgeregt“, gibt der 62-Jährige gleich zu. Zweieinhalb Stunden vorher haben alle gemeinsam gefrühstückt, dann wiesen die Experten die Neulinge ins Segelfliegen ein und überprüften die Flugzeuge. Nun steht die Gruppe am anderen Ende des Geländes. Ein Neuling ist gerade ins Cockpit geklettert, Müller überprüft, ob der Mann sich richtig angegurtet hat und erläutert die Instrumente. „Jetzt können wir die Haube schließen“, sagt er noch, die restlichen Erklärungen hören nur der Fluglehrer und sein Co-Pilot. Per Handzeichen und Funk erfolgt das Signal, dass es losgehen kann. Sofort spannt sich das Seil der Winde und lässt den Flieger emporsteigen. „Dabei erreichen wir 80 bis 90 Stundenkilometer und eine Höhe von 300 bis 400 Metern“, kommentiert Georg „Schorsch“ Seitz, das einzige noch lebende Gründungsmitglied der SFG. Zu hören ist hier lediglich das leise Surren der Winde, am anderen Ende der Startbahn dröhnt derweil der zugehörige Motor. Sobald das Flugzeug eine horizontale Lage erreicht, klinkt sich die Winde aus und gleitet an einem kleinen Fallschirm zu Boden. „Ich brauche hier mal ein paar helfende Hände“, ruft ein SFG-Mitglied. Sofort eilen einige Männer an seine Seite, um den zweiten Flieger in Startposition zu schieben, während der erste seine Runden dreht und Norbert Lenz mit dem Unimog die Winde wieder zu den Startern schleppt. Mit an Bord: Werner Hübinger. Wenige Minuten später kehrt Maschine eins zurück. Ihr entsteigt Klaus-Dieter Still aus Limburgerhof. Sein Sohn hat durch einen Schulfreund mal einen Flug absolviert, jetzt wollte er es auch probieren. „Man hat vorher schon Angst, da kommen einem ja immer all die Unglücksberichte in den Sinn. Ich hab’ mich auch von meiner Frau verabschiedet, man weiß ja nie“, verrät er. Passiert ist aber nichts. Im Gegenteil: „Es war wunderbar. Die schöne Sicht und die Landschaft mal aus einer anderen Perspektive zu sehen“, der 65-Jährige freut sich schon auf den zweiten Flug am Nachmittag. Zudem ist er voll des Lobes, dass der Verein das Schnupperfliegen ermöglicht und die Öffentlichkeit am Sport teilhaben lässt. Mittlerweile hat auch Werner Hübinger wieder festen Boden unter den Füßen und ist ebenfalls begeistert. „Der Start war nicht so schlimm, wie es zunächst aussah. Die Aussicht war toll. Ich war aber froh, dass ein Fluglehrer dabei war, denn allein hätte ich den Flugplatz wohl nicht mehr gefunden. Ich hatte die Landewiese schon nach wenigen Augenblicken aus den Augen verloren“, erzählt er. Nach dem Flug mit der blauen Ausbildungsmaschine von 1967 freut er sich auf den Start im modernen weißen Hochleistungsmodell. Am Abend klingt der Tag beim gemeinsamen Grillen aus. In einer Woche wird mehr Betrieb auf dem Gelände herrschen. Dann startet der Ligabetrieb. Und „in den großen Ferien wollen wir ein Sommercamp für Jugendliche anbieten“, kündigt Lenz schon jetzt an.

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