Rhein-Pfalz Kreis Debatte über Detaillösungen
«Mutterstadt.» Der Platz vor der Neuen Pforte in Mutterstadt soll nächstes Jahr neugestaltet werden. Dafür gibt es seit Sommer 2016 einen Entwurf. In der jüngsten Ratssitzung haben die Planer mögliche Einzellösungen vorgestellt. Eine Entscheidung darüber hat der Rat noch nicht getroffen, da er zunächst weitere Informationen wünscht.
Wie berichtet, streben die Verantwortlichen für die Mutterstadter Dorfmitte ein einheitliches Erscheinungsbild an. Daher soll sich die Neugestaltung des Platzes vor dem Gemeindezentrum Neue Pforte optisch an dem frisch ausgebauten Ortskern rund um die ehemalige Ampelkreuzung orientieren und möglichst nahtlos daran anschließen. Das Konzept des Büros Werk-Plan/Kaiserslautern sieht zudem vor, die Durchgänge zwischen Neuer Pforte, Rathaus, Sparkasse und Blumengeschäft ebenerdig sowie den Eingang zum Jugendtreff ansprechender zu gestalten. Das Gemeindezentrum selbst soll einen neuen Zugang zur Bibliothek an der Südseite erhalten, die Betonschirme dort sollen verschwinden. An der Bushaltestelle an der Ludwigshafener Straße ist eine Pergola mit Wartebänken und öffentlicher Toilette geplant. Bei den Platanen schlagen die Experten ein Wasserspiel-Feld vor. Um die Umsetzung dieses Wasserspiels entspann sich eine längere Debatte. Grundsätzlich könnten laut Ingenieur Wolfgang Schrötter neun Fontänen entweder alle über eine Düse oder einzeln über neun Düsen angesteuert werden. Auch ließe sich die Anzahl auf 13 erhöhen. Zusätzlich sei die Beleuchtung der Fontänen in unterschiedlichen Farben möglich. Auf jeden Fall müsste das Wasserspiel über eine Leitung mit einem Technikraum verbunden werden, der in der Neuen Pforte untergebracht werden könnte. Die Preisspanne reicht je nach Variante von 128.000 bis 154.000 Euro. Dazu kämen Folgekosten für Betrieb und Unterhaltung, die Schrötter auf Nachfrage von Ulf-Rainer Samel (CDU) aber nicht beziffern konnte. Zudem beschrieb er ausführlich die Reinigungsmöglichkeiten. „Wir wollen jetzt hier keinen Chemie-Unterricht“, setzte Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) dem einen Schlussstrich – und forderte eine klare Antwort auf die für viele Ratsmitglieder wichtigere Frage: „Gab es schon mal irgendwo Probleme mit einer solchen Anlage?“ Das verneinte Schrötter. Samel und Walter Altvater (Grüne) forderten als ordentliche Grundlage für einen Beschluss Angaben zum genauen Aufwand und den Folgekosten. Altvater störte außerdem, dass zwei der Platanen auf dem Platz gefällt werden sollten. Dass dafür zumindest ein neuer Baum gepflanzt würde, änderte für ihn nichts: „Wir sind dafür, dass alle Bäume stehen bleiben.“ Schneider schlug als Kompromiss vor, zu prüfen, ob die betreffenden Platanen auch versetzt werden könnten. Daneben informierte Architekt Michael Heger über gestiegene Kosten. Als Gründe nannte er eine „Wahnsinnspreissteigerung“ im Tiefbau und die Notwendigkeit, den Vorplatz und einige Arbeiten am Neue-Pforte-Gebäude wie den Bau der neuen Eingangstreppe aus einem Guss zu erledigen. Demnach würde das Projekt nach aktuellem Stand mit rund 2,1 Millionen Euro zu Buche schlagen. Uneins waren sich die Fraktionen über die Anordnung der Trennwände an der Pergola-Bushaltestelle. Verwaltung und Planungsbüro sollen nun die geforderten Informationen recherchieren und die Fraktionen den überarbeiteten Entwurf beraten.