Rhein-Pfalz Kreis Das Tro Tro fährt, wenn es voll ist

Mutterstadt. Sie ist schon mal dort gewesen und will Land und Leute jetzt besser kennenlernen. Maria Pohl (19) aus Mutterstadt fliegt im September nach Ghana, um dort bei einem zehnmonatigen Freiwilligenprogramm an einer Schule zu unterrichten. Verabschiedet wird sie am Sonntag bei einem Gottesdienst in der Heiliggeistkirche Speyer.
Es „hat mir einfach gut gefallen“, sagt Pohl, die im letzten Jahr schon für 17 Tage in Ghana war. Besonders gespannt ist sie bei ihrem zweiten Besuch im Nordwesten Afrikas auf den Markt in der Großstadt Kumasi. Dort wird sie die nächsten zehn Monate leben. An einer Berufsschule für Frauen wird sie Computerunterricht geben, und sie hofft, den Schülerinnen auch etwas Deutsch beibringen zu können. Arbeit und Reise wurden ihr von der Evangelischen Mission für Solidarität (EMS) vermittelt. Pohl ist schon länger in der evangelischen Jugend und hat seitdem den Wunsch, ins Ausland zu gehen. Ehemalige Teilnehmer des Freiwilligenprogramms hätten ihr von ihren Erlebnissen berichtet, und sie sei sehr begeistert gewesen. Zur Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt hat Pohl an zwei Seminaren der EMS teilgenommen. Dort gab es Vorträge und wichtige Informationen. Mit 34 anderen jungen Menschen aus Deutschland konnte die Abiturientin ihre Hoffnungen, Erwartungen und Sorgen teilen. Weitere Tipps hat sie von dem Ghanaer Evans Amoah bekommen, der derzeit Freiwilligenarbeit in Speyer leistet. Er habe ihr viel erzählt und erklärt. Zum Beispiel, dass Tro Tros, eine Art Minibus, nicht nach Fahrplan fahren, sondern erst dann, wenn niemand mehr hineinpasst. Auch über die Art, wie sie sich als Frau kleiden solle, habe Amoah Pohl aufgeklärt. Wenn es dann doch noch Fragen oder Probleme gibt, hat die Mutterstadterin Unterstützung vor Ort. „Wir haben alle einen Mentor“, erklärt sie. In ihrem Fall ist das sogar ihr Gastvater. Pohl wird in Kumasi in einer Gastfamilie mit vier „Geschwistern“ leben. Außerdem hat sie bei ihrem ersten Aufenthalt einige Freunde gewonnen und möchte diese gerne wieder treffen. Mitbringen wird sie ihnen dann Postkarten, Gummibären, Marmelade oder Nutella. Nur Wurst komme nicht an, meint die Jugendreferentin der protestantischen Jugendzentrale Heidrun Perron lachend. Sie war selbst schon einmal in Ghana und betreut die Vorbereitung von Pohl und zwei weiteren jungen Menschen aus der Umgebung, die ins Ausland reisen. Fabian Lüke (19) aus Waldsee reist nach Indonesien, und Annika Humbert (18) aus Speyer bricht gemeinsam mit Pohl am 5. September nach Ghana auf. Heimatgefühle in der Fremde holt sich die 19-Jährige über ihren I-Pod mit deutscher Musik und mit Bildern von zu Hause. Selbst Fotos machen werde sie aber auch, meint Maria Pohl, denn Ghana sei „einfach ein schönes Land“. (jxn)