Rhein-Pfalz Kreis Das Schaf im Dorf lassen
«Dannstadt-Schauernheim.»Darf ein Privatmann auf seinem Grundstück in der Raiffeisenstraße in Dannstadt-Schauernheim einige Schafe halten? Nach einer lebhaften Debatte kamen die Mitglieder des Bauausschusses jetzt überein, dass Schafhaltung auf dem Land erlaubt sein sollte.
Die Verwaltung hatte eigentlich vorgeschlagen, das Einvernehmen entweder nicht zu erteilen oder nur mit Auflagen. Gegen die Schafe sprach aus Sicht der Bauabteilung eine Beschwerde aus der Nachbarschaft – ein Anwohner ärgere sich über Gestank und Lärm der Tiere. Auch die angrenzende Wohnbebauung sowie der Umstand, dass eine Genehmigung die zukünftige Umsetzung eines Neubaugebiets in diesem Bereich deutlich erschweren würde, ließ die Verwaltung zögern, der Tierhaltung zuzustimmen. Alternativ stellte die Verwaltung zur Diskussion, die Schafhaltung bis auf Widerruf zu erlauben, also bis zur Umsetzung des Neubaugebiets – und unter der Voraussetzung, dass der Antragsteller anhand von Gutachten nachweist, dass seine Tiere die Nachbarn nicht belästigen. Im Bauausschuss dieser Tage wurde nun vor allem über Sinn und Unsinn eines „Lärmgutachtens“ bezüglich der Schafe diskutiert. Marc Hauck (FDP) hielt zwar die Widerruf-Begrenzung für sinnvoll, hatte aber bezüglich der Gutachten seine Zweifel. Ebenso Uwe Schölles. Der Sozialdemokrat bezeichnete ein Gutachten gar als unzumutbar. Es sei eine viel zu teure Auflage für den Schafhalter. Außerdem sei nicht bewiesen, dass Schafe Lärm verursachen. Bei den acht Tieren, um die es gehe, handle es sich um eine Kleinstherde. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass Schafe in einer Herde viel leiser seien als Einzeltiere und grundsätzlich viel leiser als etwa Ziegen. Laut Verwaltung hält einer der Nachbarn sogar eine Ziege, allerdings überwiegend im Stall. Almut Schaab-Hehn (Grüne) sagte, sie habe sich das Gelände extra vor Ort angesehen: „Dabei habe ich nichts gehört und nichts gerochen.“ Daneben bedauere sie, dass Dannstadt-Schauernheim zusehends an Dorfcharakter verliere. Ähnlich argumentierte Sieglinde Braun (SPD). Spreche sich das Gremium gegen die Schafhaltung aus, sende es das klare Signal: „Wir wollen alles verbannen, was das Landleben ausmacht.“ Sie verstehe auch einfach nicht, wieso in der Umgebung das Halten von Ziegen und sogar Pferden in Ordnung gehe, die paar Schafe aber Probleme machen sollten. Bauabteilungsleiter Bernd Ziegler wies darauf hin, dass das unter anderem von der Anzahl der Tiere abhänge, die Pferdehaltung dort zudem ebenfalls hätte genehmigt werden müssen. Und: „Das ist keine Gut-Will-Entscheidung. Wir müssen uns an die Rechtsgrundlage halten.“ Ortsbürgermeister Bernd Fey (CDU) betonte, dass sich der Ausschuss nicht über das Gesetz hinwegsetzen dürfe. Nach einiger Verwirrung – auch um den Beschlusswortlaut – sprach sich das Gremium am Ende bei einer Gegenstimme dafür aus, der Haltung der acht Schafe das Einvernehmen zu erteilen – zumindest bis zur Umsetzung des Neubaugebiets. Wann das allerdings realisiert wird, steht in den Sternen, es gibt bislang nicht einmal ein ungefähres Zeitfenster. Bauamtsleiter Bernd Ziegler erinnerte daran, dass die Kreisverwaltung am Ende die Schafhaltung trotzdem ablehnen könnte. „Das sind’s aber die und nicht wir“, kommentierte das Marc Hauck.