Interview Das Mutterstadter Blasorchester macht mehr als Dicke-Backen-Musik

Höhepunkt bei den Mutterstadter Blasmusikern ist das Frühjahrskonzert, hier jenes im Jahr 2022.
Höhepunkt bei den Mutterstadter Blasmusikern ist das Frühjahrskonzert, hier jenes im Jahr 2022.

Die Mutterstadter Blaskapelle hat sich einen neuen Namen verpasst. Der alte wurde dem musikalischen Niveau des Orchesters nicht gerecht, sagt der Vereinsvorsitzende Peter Reinartz im Gespräch mit Doreen Reber.

Herr Reinartz, ab sofort heißt die „Mutterstadter Blaskapelle“ „Blasorchester Mutterstadt“. Da wird sich der ein oder andere fragen: Wo ist da der Unterschied? Und wozu das ganze?
Bei verschiedenen Gelegenheiten wurden wir auf die Wirkung der Bezeichnung „Blaskapelle“ angesprochen. So haben neue aktive Mitglieder, Besucher unserer Konzerte, aber auch Ehrengäste berichtet, dass sie erst Scheu hatten, zu uns zu kommen. Mit einer Blaskapelle verbinden viele Dicke-Backen-Musik, also eher eine einfache Musikkapelle, die nur Biergartenmusik spielt. Der Namen hat also abgeschreckt. Haben sie sich darauf eingelassen, waren sie dann überrascht, was für hochwertige sinfonische Blasmusik wir spielen. Und so hoffen wir, mit der Namensänderung in „Blasorchester“ dieses altbackene Image loszuwerden.

Die Mutterstadter Blaskapelle – das ist schon ein Begriff, vor allem bei den älteren Mutterstadtern. Gibt es auch Skeptiker der Namensumbenennung?
Ja, vor allem die Ur-Mutterstadter hatten Bedenken, für sie sind wir schon immer „uns’re Bloskapell’“. Sie haben befürchtet, dass dieser gute Name damit verloren geht. Auch die Abstimmung darüber in der Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr war ziemlich knapp. Doch die, die dagegen waren, haben nach der Abstimmung signalisiert, mit uns in der Sache an einem Strang zu ziehen.

Sie kämpfen also gegen das angestaubte Image. War das auch der Grund, warum das Jugendorchester mittlerweile aufgelöst ist?
Nein, da war Corona hauptsächlich die Ursache. Nach der Pandemie haben wir leider aktive Musiker – und darunter viele Jugendliche – verloren, sodass wir das Jugendorchester auflösen mussten. Aber ich möchte betonen, dass wir auch mit weniger aktiven Musikern, derzeit sind es 30, immer noch ein hervorragendes Orchester sind. Dennoch wollen wir wieder mehr aktive Musiker gewinnen und insbesondere wieder ein Jugendorchester aufbauen – und dabei soll dann auch der neue Name helfen. Aber nicht nur dieser: Es werden dieses Jahr wieder diverse Werbeveranstaltungen angeboten, etwa der Instrumenten-Probier-Stand beim Waldfest oder eine offene Probe. Außerdem planen wir längerfristig, in den Grundschulen Bläserklassen einzurichten.

Noch Fragen?

Wer in einer Gemeinschaft musizieren, vielleicht ein Blasinstrument lernen oder als nicht-aktiver Musiker das Blasorchester unterstützen möchte, der kann gern Mitglied werden. Weitere Infos gibt es unter www.blasorchester-mutterstadt.de sowie auf Facebook und Instagram.

Termin

Live erleben kann man das Blasorchester Mutterstadt beim großen Frühjahrskonzert am 10. März um 18 Uhr im Palatinum Mutterstadt. Karten gibt es ab 10. Februar bei den Musikern, in der Mutterstadter Kronen-Apotheke (Ludwigshafener Straße 10) und im Palatinum.

Peter Reinartz ist der Vereinsvorsitzende des Blasorchesters Mutterstadt.
Peter Reinartz ist der Vereinsvorsitzende des Blasorchesters Mutterstadt.
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