Rhein-Pfalz Kreis
Das Kulturgut Buch erhalten: Ausstellung der Mutterstadter Künstlergruppe „kreArt“
Es war eine außergewöhnliche Ausstellung, die unter dem Motto „Kunst und Buch“ am Wochenende in Pfarrer-Jakob-Fuchs-Saal zu sehen war. Eingeladen hatte die Mutterstadter Künstlergruppe „kreArt“. Die Besucher sahen antiquarische Bücherschätze und Lithografien sowie eine facettenreiche Schau von Kunstobjekten in verschiedensten Techniken.
Emil Stenger verkörperte das Motto „Kunst und Buch“ in einer Person. Der Antiquar und Maler war sowohl mit antiquarischen Büchern wie mit einer Auswahl aus seinem malerischen Werk bei der Ausstellung vertreten. In Aquarell und Acryl gestaltet er eindrucksvolle Landschaften. „Bilder der Ruhe, Landschaften zum Meditieren“, nennt er sie. Von ihm stammte auch die Idee zu dieser Ausstellung, die seine Künstlerkollegen in der Gruppe sofort aufnahmen.
Der Publikumsandrang zur Vernissage am Freitagabend im Pfarrer-Jakob-Fuchs-Haus der protestantischen Kirchengemeinde war beträchtlich. Ausstellungsstände mit vielfältigem antiquarischen Angebot waren im großen Saal aufgebaut, dazwischen, in der Mitte und auf der Bühne Werke von zehn Künstlern die der rührigen Gruppe „kreArt“ angehören und im zweiten Jahr das kulturelle Leben in Mutterstadt bereichern.
Kalligrafie an den Wänden
Zu den Aspekten Kunst und Buch trat mit Katrin Kirchner noch eine dritte Komponente. Die Mutterstadterin ist Dichterin und Verfasserin geistreicher und hintergründiger Miniaturen. Texte von ihr zierten in kalligrafischer Vollendung die Wände des Saals. Sie sind in einem Buch zusammen mit Radierungen von Günther Berlejung erschienen. Kirchner eröffnete die über die drei Tage des verlängerten Wochenendes gehende Ausstellung. „Das Buch als Kulturgut soll nicht verloren gehen“, plädierte sie und dankte Pfarrer Knut Trautwein, dass er den Saal zu Verfügung gestellt hat.
Antiquare zeigen Prachtbände
„Am Anfang war der Baum“ hat Edda Henssler ihre Werkserie überschrieben. Ohne Baum kein Papier, ohne Papier kein Buch. So verarbeitete sie Wurzeln der Lärche, Schwemmholz, Kirschrinde zu wirkungsvoller Kunst. Und so ging es weiter von Antiquariatsstand zu Werkpräsentation. Sandra Brauns – in Himmel-und-Hölle-Technik – zu einem Kunstobjekt verarbeitete alte Bibel der Großmutter, Maike Müllers Fotografien, Gabriele Schmitts „Figuren im Regen – mit und ohne Regenschirm“ – es war eine verzaubernde Runde, in der auch die Antiquare mit ihren kunstvoll gestalteten Prachtbänden aus dem 19. Jahrhundert großen Eindruck machten. Unter ihnen war auch Klaus Schubert. Sein Geschäft in bester Lage nahe des Mannheimer Nationaltheaters war einst die erste Adresse in der Region. „Man kann nie aufhören“, verriet Schubert, der in Mutterstadt auch alte Landkarten, Drucke und mehrere Kisten historischer Postkarten dabei hatte.