Rhein-Pfalz Kreis Dannstadt soll wachsen

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Dannstadt-Schauernheim. Nachdem das Neubaugebiet Schauernheim-West erfolgreich erschlossen wurde, sollen nun im Ortsteil Dannstadt neue Bauflächen für Wohnhäuser entstehen. Dafür hat der Ortsgemeinderat ein 8,4 Hektar großes Areal im Süden zwischen Haupt- und Böhler Straße auserkoren. Nach dem Willen der Ratsmehrheit soll die Verwaltung den Bebauungsplan vorbereiten.

Bevor die Bagger anrücken, müssen aber etliche Plan- und Genehmigungsverfahren durchlaufen werden. Das dauere erfahrungsgemäß mindestens zehn Jahre, erklärt die Verwaltung. Dennoch sollte der Rat schon jetzt eine politische Grundsatzentscheidung darüber treffen, ob aus der Fläche ein Neubaugebiet werden soll oder nicht. Der Grund: Ein solches Gebiet muss mit Straßen erschlossen werden. Im vorliegenden Fall wären drei Straßenanbindungen möglich: zwei an der Hauptstraße und eine an der Kreisstraße 22, die innerhalb der Ortsgrenzen Böhler Straße heißt. An den jeweiligen Stellen gibt es derzeit Lücken in der Bebauung. Nach Auskunft der Verwaltung interessierten sich potenzielle Bauherren für die momentan freien Flächen in der Hauptstraße. Ebenso häuften sich in letzter Zeit die Anfragen für die noch freie Anschlussfläche in der Böhler Straße. Wird nichts unternommen, könnten laut Bauabteilungsleiter Bernd Ziegler die nötigen Grundstücke zugebaut werden. Ein Neubaugebiet wäre damit vom Tisch. Dies könne nur der Rat verhindern, indem er beschließt, dass ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Dann kann die Verwaltung eine sogenannte Veränderungssperre verhängen. Das bedeutet, dass vorerst in dem fraglichen Gebiet niemand irgendetwas bebauen darf. Werner Jotter (CDU) hielt eine dritte Zu- und Ausfahrt für unnötig. Dem entgegnete Ziegler, dass zwei Anschlüsse zu einem Baugebiet dieser Größe relativ wenig seien. „Wir müssen einen Sackgassen-Charakter vermeiden“, ergänzte Büroleiter Günter Fußer und wies darauf hin, dass auch Schauernheim-West über drei Straßen erschlossen wurde. Der CDU-Fraktionschef Klaus Dissinger war für die Aufstellung eines Bebauungsplans. Im Hinblick auf die Kapazität der Schule und Kindergärten im Ort ist er überzeugt, dass die „Kinder-Welle“ aus Schauernheim-West abgeebbt ist, bis das Gebiet baureif ist. In dem Neubaugebiet haben sich viele Familien niedergelassen. Almut Schaab-Hehn kritisierte, das Areal liege im hintersten Eck, wodurch in den umliegenden Straßen mehr Verkehr entstünde. Durch ein weiteres Neubaugebiet würde es zudem schwieriger, Leerstände im Ortskern zu vermarkten. Und mit der Versiegelung zusätzlicher Flächen hätten die Grünen grundsätzlich Probleme. Gerlinde Braun (SPD) wünschte sich mehr Informationen – auch über alternative Standorte. Marc Hauck (FDP) erklärte: „Es ist wichtig, dass wir mittelfristig neue Wohnflächen schaffen.“ Am Ende stimmte der Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen dafür, einen Bebauungsplan aufzustellen.

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