Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Dannstadt-Schauernheim: Enza Zaden investiert drei Millionen Euro in pfälzischen Standort

Bei Enza Zaden dreht sich alles rund ums Saatgut.
Bei Enza Zaden dreht sich alles rund ums Saatgut. Foto: KUNZ

Das niederländische Gemüsesaatgut-Unternehmen Enza Zaden hat an seinem deutschen Standort in Dannstadt-Schauernheim rund drei Millionen Euro in ein neues Logistikgebäude investiert. Darin kann sämtliches Saatgut nun optimal gelagert werden. Doch der Neubau bietet noch weitere Vorteile.

Dannstadt-Schauernheim. „Wir sind hier mitten im Anbaugebiet einiger unserer Großkunden, forschen und entwickeln in dem Klima, in dem sie ihre Kulturen anbauen“, beschreibt der kaufmännische Leiter Karl-Friedrich Freitag die Vorzüge der Niederlassung im Gemüsegarten Deutschlands, direkt neben der Autobahn 61. Woran das Unternehmen hier forscht? „An neuen Kräutersorten und Rucola“, antwortet er. Die neuen Züchtungen tragen ihm zufolge den sich ständig ändernden klimatischen Bedingungen und den Kundenwünschen Rechnung, umfassen aber auch allgemeine Verbesserungen. Je nach Gemüseart dauere ein entsprechender Forschungszyklus zwischen fünf und zehn Jahren, bisweilen sogar noch etwas länger. „Wir arbeiten mit einem lebenden Produkt. Deshalb ist alles langfristig, da es einfach seine Zyklen, Erfahrungen und Zeit braucht“, erläutert er.

Produktion ist ausgelagert

Die Produktion von neu entwickeltem Saatgut habe Enza Zaden ausgelagert. „Wir bekommen es gedroschen und gereinigt von den Herstellern geliefert“, sagt Freitag. Ungefähr 700 Tonnen erreichen die Dannstadt-Schauernheimer Geschäftsstelle jedes Jahr. Angesichts dieser Menge ist der Saatguteingang im neuen Logistikgebäude verbessert worden. Und während früher nur ein kleiner Teil davon gekühlt werden konnte, bietet der Neubau jetzt die Möglichkeit, das komplette Saatgut klimatisiert aufzubewahren, ehe es aufbereitet, verpackt und an die Abnehmer in Deutschland, Österreich, Tschechien sowie der Schweiz versandt wird. „Das Saatgut ist heutzutage sehr fein und benötigt spezielle Bedingungen“, erläutert der kaufmännische Leiter. Deshalb kann im neuen Lager jede Sorte mit der optimalen Temperatur und Luftfeuchtigkeit untergebracht werden. „Außerdem wollten wir ökologisch und konventionell produziertes Saatgut strikt trennen“, sagt er und ergänzt: „Wir brauchten auch dringend mehr Spielraum bei der Aufbereitung des Saatguts.“

Aus der ehemals kleinen Abteilung ist daher eine deutliche größere Halle im Neubau geworden mit mehreren Anlagen in unterschiedlichen Größen. Sie sortieren das Saatgut nach Größe, Gewicht und Beschaffenheit der Körner. Was nicht für den Markt taugt, wird an dieser Stelle aussortiert. „Von den 700 Tonnen, die jährlich angeliefert werden, gehen am Ende zwischen 500 und 600 in den Verkauf“, informiert Freitag.

100 Mitarbeiter beschäftigt

Durch den Neubau hat Enza Zaden auch zusätzliche Büroräume einrichten können. „Wir sind nämlich im Laufe der Zeit gewachsen“, berichtet er. Beim Umzug von Heidelberg nach Dannstadt-Schauernheim im Jahr 2004 habe die Enza Zaden Deutschland GmbH etwa 60 Mitarbeiter beschäftigt. „Inzwischen arbeiten 80 Leute plus 20 Außendienstmitarbeiter bei uns“, erläutert Freitag. Insgesamt habe das Unternehmen etwa drei Millionen Euro in den Neubau investiert. Neben den Baukosten sei das Geld in die Innenausstattung, die Haustechnik und in die Klimatisierung des Lagers geflossen.

Zur Sache: Enza Zaden

Der Firmensitz des 1938 gegründeten Unternehmens ist in Enkhuizen in den Niederlanden. Der Gemüsesaatgut-Konzern ist weltweit tätig und mit 45 Filialen in 25 Ländern vertreten. Die insgesamt mehr als 2000 Beschäftigten – darunter 100 am Standort in Dannstadt-Schauernheim – züchten neue Gemüsesorten und vermarkten das Saatgut. Nach eigenen Angaben bringt Enza Zaden jährlich 100 neue Sorten auf den Markt.

So sieht es in der neuen Aufbereitungshalle aus.
So sieht es in der neuen Aufbereitungshalle aus. Foto: KUNZ
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