Rhein-Pfalz Kreis Dannstadt-Schauernheim: Der Feurige Elias steht
Auf dem Kreisel am Ortsausgang von Dannstadt, von dem aus es Richtung Mutterstadt geht, steht er jetzt, der Feurige Elias – beziehungsweise ein Modell der Lokalbahn, durch die der Ort zwischen 1890 und 1955 mit Ludwigshafen verbunden war. Eine Lok und zwei Waggons sollen an diese Zeit erinnern, die Mobilität und Fortschritt auf die Dannstadter Höhe brachte.
Nach acht Jahren Planungs- und Bauzeit war es soweit: Das Modell wurde am Dienstag innerhalb von 40 Minuten auf den Kreisel gestellt. Das Vorhaben hatte einige Schaulustige angelockt, die gebannt beobachteten wie Lok und Waggons an starken Tauen von einem Bagger auf die Spitze des Kreisels gehoben wurde. Dirigiert von Klaus Kremer – unterstützt von Mitarbeitern des Bauhofs – wurden die Zugteile vorsichtig auf den dort vor einigen Tagen montierten Schienen abgesetzt. Bereits am frühen Morgen waren die drei Zugteile von der Kläranlage, wo sie seit ihrer Fertigstellung standen, zum Kreisel transportiert worden. Nachdem die Räder an die Schienen geschweißt waren, der Zug soll sich ja nicht selbstständig machen, stieg der Dannstadter Klaus Kremer fürs Erinnerungsfoto in die Lok. Autofahrer ließen sich ob der sehenswerten Arbeiten an diesem Morgen schon mal verleiten, eine zusätzliche Runde im Kreisel zu drehen – und das Modell ist in Zukunft sicher ein ansprechender Hingucker am Ortseingang.
Vollständig mit Spenden finanziert
Von Kremer stammte die Idee, ein Modell der Bahn aufzustellen. Er bekam sie 2010, als er mit einem kleinen Modell des Feurigen Elias am Faschingsumzug der Daschauer teilnahm. Kremer nahm Kontakt zu der Hochdorf-Assenheimer Anlagenbaufirma Listing auf, die sich bereit erklärte, das Modell zu bauen. Der aus Dannstadt stammende Mitarbeiter der Firma, Walter Brauchler, setzte die Idee praktisch um, das Modell der Lokalbahn war pünktlich zum Dannstadter Ortsjubiläum 2017 fertig. Da der Kreisel an der L530 in den Zuständigkeitsbereich des Landesbetriebs Mobilität fällt, musste diese Behörde erst zustimmen, dass der Feurige Elias aufgestellt wird. Damit die Verkehrsteilnehmer am Kreisel trotz Lok etwas sehen, mussten die Abstände der Waggons weiter auseinander liegen als beim Original. Finanziert wurde das Vorhaben, das sich auf ein Gesamtvolumen von rund 25.000 Euro beläuft, vollständig aus Spendengeldern. Damit sind Bau, das Aufstellen inklusive Betonfundament und Schienen abgedeckt. „Neben Geld gab es auch praktische und technische Unterstützung seitens Dannstadter Firmen“, freut sich Kremer. So stellten an diesem Morgen eine Baumaschinenfirma den Bagger und ein Dannstadter Landwirt den Gabelstapler. „Es wird auch noch eine Erinnerungstafel mit Angaben der Spender geben“, sagte Ortsbürgermeister Bernd Fey (CDU). Am Kerwesonntag, 7. Oktober, wird der Feurige Elias um 14 Uhr getauft. „Bis dahin wird auch noch eine Schaffner-Figur dazukommen“, sagt Kremer, der sich freut, dass seine Idee Realität geworden ist.